24 Dezember 2006
17 Dezember 2006
15 Dezember 2006
14 Dezember 2006
10 Dezember 2006
Mein Weihnachten
Meine Eltern haben sich sehr bemüht, uns - meinem Bruder und mir - eine schöne Kindheit zu schenken. Besonders meine Mutter hat viel mit uns unternommen, und die Weihnachtszeit, besser: die Vorweihnachtszeit, die wir alle als schönste Zeit ansahen, verbrachten wir mit gemeinsamem Basteln, Plätzchenbacken, Singen, Geschichten erzählen und anhören. Die Adventszeit mit der ganzen Heimlichkeit und Vorfreude zählt zu meinen schönsten Erinnerungen. Weniger schön war, dass mein älterer Cousin - in seinem Elternhaus legte man wenig Wert auf Traditionen - unbedingt mich und meinen zwei Jahre jüngeren Bruder meinte aufklären zu müssen: "Weihnachtsmann, Nikolaus und Osterhase", offerierte er uns, "gibt es nicht, das machen alles nur die Eltern."
Die Enttäuschung war groß, aber nicht darüber, dass die Eltern uns quasi belogen hätten, wie mein Cousin uns weismachen wollte, sondern darüber, dass er uns für immer um ein Teil unserer Weihnachtsvorfreude gebracht hatte. Alle Versuche, zum Glauben an Weihnachtsmann und Nikolaus zurückzufinden, scheiterten.
Im darauffolgenden Jahr, es ging auf den ersten Advent zu, hatte ich eine Idee. Ich sagte meiner Mutter, dass wir Kinder uns fortan um das weihnachtliche Schmücken des Hauses kümmern würden, nahm meinen Bruder, zwei große Taschen und eine Gartenschere mit in die Heide, wo wir uns die schönsten Fichtenzweige aus der nächstbesten Schonung holten. Dass dieses Plündern verboten war, verlieh dem Unternehmen einen besonderen Reiz. Mit beiden Taschen voller Reisig traten wir den Heimweg an. Mein Elternhaus befand sich in einem kleinen Stadtteil nahe der Dresdner Heide. Dort werden noch heute die Fenster, Häuser und Gärten besonders liebevoll geschmückt. Wir gingen an diesem Nachmittag nicht auf direktem Weg nach Hause, sondern bummelten durch die Straßen und suchten die Fenster nach erstem Weihnachtsschmuck und Lichtern ab. Und dann fing es an zu schneien, kleine und nasse Flocken, aber: Schnee!
Der vorweihnachtliche Ausflug in die Heide und der abschließende Spaziergang durch die Straßen wurden fortan für meinen Bruder und mich zur gemeinsam gepflegten Tradition, weitere kamen hinzu. Am Weihnachtsabend suchten wir nicht mehr nach Schlitten- oder Wagenspuren, sondern sahen nach den Weihnachtsbäumen und Kerzen in den Fenstern.
Bei meinen Kindern hat sich der Verlust dieser weihnachtlichen Illusionen weniger abrupt vollzogen, die beiden Jüngeren gestanden mir eines Tages: "An den Weihnachtsmann glauben wir doch längst nicht mehr." Freunde hatten sie aufgeklärt. Dass es nicht ihre älteren Brüder getan haben, macht mich heute noch froh.
Die Enttäuschung war groß, aber nicht darüber, dass die Eltern uns quasi belogen hätten, wie mein Cousin uns weismachen wollte, sondern darüber, dass er uns für immer um ein Teil unserer Weihnachtsvorfreude gebracht hatte. Alle Versuche, zum Glauben an Weihnachtsmann und Nikolaus zurückzufinden, scheiterten.
Im darauffolgenden Jahr, es ging auf den ersten Advent zu, hatte ich eine Idee. Ich sagte meiner Mutter, dass wir Kinder uns fortan um das weihnachtliche Schmücken des Hauses kümmern würden, nahm meinen Bruder, zwei große Taschen und eine Gartenschere mit in die Heide, wo wir uns die schönsten Fichtenzweige aus der nächstbesten Schonung holten. Dass dieses Plündern verboten war, verlieh dem Unternehmen einen besonderen Reiz. Mit beiden Taschen voller Reisig traten wir den Heimweg an. Mein Elternhaus befand sich in einem kleinen Stadtteil nahe der Dresdner Heide. Dort werden noch heute die Fenster, Häuser und Gärten besonders liebevoll geschmückt. Wir gingen an diesem Nachmittag nicht auf direktem Weg nach Hause, sondern bummelten durch die Straßen und suchten die Fenster nach erstem Weihnachtsschmuck und Lichtern ab. Und dann fing es an zu schneien, kleine und nasse Flocken, aber: Schnee!
Der vorweihnachtliche Ausflug in die Heide und der abschließende Spaziergang durch die Straßen wurden fortan für meinen Bruder und mich zur gemeinsam gepflegten Tradition, weitere kamen hinzu. Am Weihnachtsabend suchten wir nicht mehr nach Schlitten- oder Wagenspuren, sondern sahen nach den Weihnachtsbäumen und Kerzen in den Fenstern.
Bei meinen Kindern hat sich der Verlust dieser weihnachtlichen Illusionen weniger abrupt vollzogen, die beiden Jüngeren gestanden mir eines Tages: "An den Weihnachtsmann glauben wir doch längst nicht mehr." Freunde hatten sie aufgeklärt. Dass es nicht ihre älteren Brüder getan haben, macht mich heute noch froh.
07 Dezember 2006
04 Dezember 2006
01 Dezember 2006
Von Tieren und Menschen
Unsere Kinder waren noch kleiner, als wir uns für ein Haustier entschieden. Eine Katze sollte es sein. Weil wir immer wieder von herrenlosen Tieren im Tierheim gehört und gelesen hatten, wollten wir so ein verwaistes Geschöpf zu uns nehmen.
Ein Tierheim in der Nähe der Dresdner Heide hatte junge Katzen zu vergeben. Schon von außen sahen wir Katzen allen Alters in den Fensternischen. Die Kellerräume des Hauses waren von Käfigen verschiedenster Größe und Belegung besetzt. Eine Frau mittleren Alters sah uns etwas misstrauisch an. "Mit Ihren vielen Kindern" - wir haben vier - "wollen Sie noch eine Katze nehmen?"
Auf diese Frage, die mich etwas erstaunte - konnten die nicht froh sein, Tiere vermitteln zu können? - habe ich zunächst nichts zu erwidern gewusst.
Die Frau erklärte, sie habe oft erlebt, dass die Katzen als eine Art Kuscheltier angeschafft würden und, wenn sie dem Nachwuchs und seinen Launen nicht gefügig waren, vielleicht auch mal kratzten, zurückgebracht oder ausgesetzt würden. Natürlich, fuhr sie fort, hätte sie Jungtiere da. Ganz kleine, wie wir sie gern wollten. Wir folgten ihr hinein. Die Jüngsten, dunkle, fast schwarze Kätzchen mit Tigerzeichnung, befanden sich in der oberen Ebene eines großen Gitterkäfigs.
Ich kam mit der Frau ins Gespräch und konnte ihr vermitteln, dass ich mit einer Katze aufgewachsen und mit ihren Eigenarten und der Haltung vertraut sei. Ihre erst abweisende Haltung änderte sich zusehends, und nach wenigen Minuten begann sie mir zuzureden, doch gleich zwei Tiere aufzunehmen, ideal seien Geschwister. Sie überzeugte mich, und wir entschieden uns für einen Kater, der vielleicht der kleinste und zierlichste von allen, aber sehr lebhaft war, und eine Katze.
Unsere Kinder, anfangs ängstlich im Umgang mit den beiden, gewöhnten sich schnell an sie. Leider starb die kleine Katze plötzlich, und auch der Kater wurde krank. Die Tierärztin, die wir aufsuchten, meinte, dass Tiere aus Tierheimen oft Krankheiten mitbrächten. Den Kater, Mohrli genannt, hatten wir noch viele Jahre, bevor auch er sich mit einer dieser Krankheiten, dem Fip-Virus, infizierte und ein paar Monate später starb.
Heute haben wir drei Zwergkaninchen, zwei aus der Zoohandlung erworbene, und ein zusätzlich ererbtes. Ein dem Menschen so nahestehendes Tier wie eine Katze wollten wir nicht mehr - und konnten doch nicht verhindern, dass uns die Kaninchen ebenso ans Herz wuchsen.
Ein Rentner in Leipzig hat in seinem Grundstück, analog zu den Babyklappen in manchen Städten, eine Kaninchenklappe eingerichtet. Die Notwendigkeit dazu ergab sich, weil die Leute ihm - er betreibt einen kleinen privaten Streichelzoo - immer wieder ihre unliebsam oder lästig gewordenen Haustiere über den zwei Meter hohen Maschendrahtzaun warfen und die Tiere den Aufprall selten unverletzt überstanden.
Wenn ich daran denke, ist für mich das abweisende Verhalten der Frau im Tierheim sehr verständlich.
Ein Tierheim in der Nähe der Dresdner Heide hatte junge Katzen zu vergeben. Schon von außen sahen wir Katzen allen Alters in den Fensternischen. Die Kellerräume des Hauses waren von Käfigen verschiedenster Größe und Belegung besetzt. Eine Frau mittleren Alters sah uns etwas misstrauisch an. "Mit Ihren vielen Kindern" - wir haben vier - "wollen Sie noch eine Katze nehmen?"
Auf diese Frage, die mich etwas erstaunte - konnten die nicht froh sein, Tiere vermitteln zu können? - habe ich zunächst nichts zu erwidern gewusst.
Die Frau erklärte, sie habe oft erlebt, dass die Katzen als eine Art Kuscheltier angeschafft würden und, wenn sie dem Nachwuchs und seinen Launen nicht gefügig waren, vielleicht auch mal kratzten, zurückgebracht oder ausgesetzt würden. Natürlich, fuhr sie fort, hätte sie Jungtiere da. Ganz kleine, wie wir sie gern wollten. Wir folgten ihr hinein. Die Jüngsten, dunkle, fast schwarze Kätzchen mit Tigerzeichnung, befanden sich in der oberen Ebene eines großen Gitterkäfigs.
Ich kam mit der Frau ins Gespräch und konnte ihr vermitteln, dass ich mit einer Katze aufgewachsen und mit ihren Eigenarten und der Haltung vertraut sei. Ihre erst abweisende Haltung änderte sich zusehends, und nach wenigen Minuten begann sie mir zuzureden, doch gleich zwei Tiere aufzunehmen, ideal seien Geschwister. Sie überzeugte mich, und wir entschieden uns für einen Kater, der vielleicht der kleinste und zierlichste von allen, aber sehr lebhaft war, und eine Katze.
Unsere Kinder, anfangs ängstlich im Umgang mit den beiden, gewöhnten sich schnell an sie. Leider starb die kleine Katze plötzlich, und auch der Kater wurde krank. Die Tierärztin, die wir aufsuchten, meinte, dass Tiere aus Tierheimen oft Krankheiten mitbrächten. Den Kater, Mohrli genannt, hatten wir noch viele Jahre, bevor auch er sich mit einer dieser Krankheiten, dem Fip-Virus, infizierte und ein paar Monate später starb.
Heute haben wir drei Zwergkaninchen, zwei aus der Zoohandlung erworbene, und ein zusätzlich ererbtes. Ein dem Menschen so nahestehendes Tier wie eine Katze wollten wir nicht mehr - und konnten doch nicht verhindern, dass uns die Kaninchen ebenso ans Herz wuchsen.
Ein Rentner in Leipzig hat in seinem Grundstück, analog zu den Babyklappen in manchen Städten, eine Kaninchenklappe eingerichtet. Die Notwendigkeit dazu ergab sich, weil die Leute ihm - er betreibt einen kleinen privaten Streichelzoo - immer wieder ihre unliebsam oder lästig gewordenen Haustiere über den zwei Meter hohen Maschendrahtzaun warfen und die Tiere den Aufprall selten unverletzt überstanden.
Wenn ich daran denke, ist für mich das abweisende Verhalten der Frau im Tierheim sehr verständlich.








