Vorsätze und was daraus werden kann
Immer, wenn es auf Silvester zugeht, mache ich Pläne für das kommende Jahr. Vorhaben, Ziele, gute Vorsätze. Viele davon übernehme ich aus dem noch aktuellen Jahr, weil ich Dinge fortführen oder endlich in Angriff nehmen will. Dieses Jahr habe ich die Vorsätze schriftlich formuliert und schon beim Niederschreiben die Hälfte davon wieder gestrichen, weil mir klar wurde, dass diese Menge an Plänen nicht ausführbar ist. Einen Vorsatz, wieder mehr Sport zu treiben, habe ich schon kurz nach Weihnachten begonnen umzusetzen – wenn auch die Fortführung bis ins neue Jahr warten muss.
In einem anderen Fall habe ich gesündigt – gewaltig sogar. Ich hatte mir, wie wohl viele Zeitgenossen, strenge Sparsamkeit verordnet. Sparsam wollte ich sofort nach Weihnachten sein, um mit gutem Gewissen ins neue Jahr starten zu können. Die Wünsche der Politiker nach mehr Binnennachfrage sind mir herzlich egal, aber ich hatte die vielen Sonderangebote in den Geschäften unterschätzt. Ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk, ein paar T-Shirts, die gerade so hübsch und preiswert waren. Einkaufen ist bei mir normalerweise eine rein pragmatische Sache, die ich am liebsten so einfach und schnell wie möglich hinter mich bringe. Heute aber war schönes Wetter, ich hatte mehr Zeit als sonst, und überall in den Schaufenstern des nahen Einkaufszentrums prangten Schilder mit der Aufschrift „Sale“. So ging ich bummeln. Ich kann gut noch ein paar Hosen gebrauchen. Genau genommen habe ich ein Hosenproblem. Vielleicht sind es aber auch die Hersteller und Modemacher, die ein Problem haben, weil sie Frauen immer noch fast ausschließlich in feminine Kleidungsstücke stecken wollen. Nichts aber mag ich weniger als ein feminines Paar Hosen. Eine Hose muss mir gefallen, bequem sein, perfekt passen, aber in erster Linie muss sie cool aussehen, leger geschnitten, mit vielen lässigen Details. Wenn ich durch die Kaufhäuser gehe, finde ich nur selten ein Exemplar, das mich anspricht. Die meisten Hosen sehen schlichtweg langweilig aus. Sehe ich von weitem etwas, das in Frage kommen könnte, bemerke ich spätestens beim Suchen nach der passenden Größe, dass ich in der Herrenabteilung gelandet bin.
In einem Geschäft werde ich manchmal fündig. Allerdings gibt es dort nur Markenkleidung, und die entspricht normalerweise nicht meinen Preisvorstellungen und auch nicht meinem Budget. Heute trieben mich der Frust über das Angebot in anderen Läden und einige Hosen, die mit „Sale“ gekennzeichnet waren, da hinein. Darunter befand sich ein Exemplar, das ganz ordentlich aussah. Schnitt gut, Material gut, Farbe gut. Cool nicht unbedingt, aber akzeptabel. Die Hose war mir eigentlich zu teuer, aber ich nahm sie mit zur Anprobe. Sie sah so robust aus, dass ich mir sagte: Die hast du mindestens zwei oder drei Jahre, vielleicht auch länger, da ist der Preis angemessen. Und was das Aussehen anbelangte: der Mensch muss nun einmal Kompromisse eingehen. Aber als ich einmal im Geschäft war, sah ich eine zweite Hose, und zwar von einer Machart, die mir hundertprozentig zusagte. Allerdings gehörte diese Hose nicht zu den Sonderangeboten, sondern zur neuen Kollektion. Anprobieren konnte ich sie ja mal, in fünfundneunzig von hundert Fällen, sagte ich mir, sitzt sie dann ohnehin nicht perfekt. Die preisreduzierte Hose erwies sich als Hüfthose, und so was mag und trage ich nicht. Ich war einigermaßen erleichtert, dass sich von diesen zwei potentiellen Sünden, die ich in die Kabine getragen hatte, schon eine erledigt hatte. Die andere Hose allerdings sah angezogen so gut aus, dass ich mich augenblicklich zum Kauf entschloss, obwohl sie ein winziges Stück zu lang war. In diesem Geschäft wird man sehr aufmerksam bedient, und die Verkäuferin fragte mich tatsächlich, und zwar, ohne mich in der Hose gesehen zu haben, ob sie vielleicht ein Stückchen kürzer sein könnte. Wie sich herausstellte, hatte ich den Zusatz „lang“ unter der Größe übersehen. Dieselbe Größe „regular“ ließ dann nichts mehr zu wünschen übrig. Die beiden T-Shirts, die mir zum Kombinieren empfohlen wurden, nahm ich nicht. Das eine sah zu verspielt aus, das andere war mir nicht leger genug. Aber die Hose war ein Volltreffer. Der Preis: naja. Vorsatz gründlich verfehlt. Ich bin dennoch sehr glücklich über diesen Kauf. Eine teure Hose kann man ja auch gut mit preiswerten T-Shirts kombinieren.
Vorsätze sind gut, Abweichungen hin und wieder nötig. Und außerdem ist noch etwas Zeit bis 2009.
In einem anderen Fall habe ich gesündigt – gewaltig sogar. Ich hatte mir, wie wohl viele Zeitgenossen, strenge Sparsamkeit verordnet. Sparsam wollte ich sofort nach Weihnachten sein, um mit gutem Gewissen ins neue Jahr starten zu können. Die Wünsche der Politiker nach mehr Binnennachfrage sind mir herzlich egal, aber ich hatte die vielen Sonderangebote in den Geschäften unterschätzt. Ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk, ein paar T-Shirts, die gerade so hübsch und preiswert waren. Einkaufen ist bei mir normalerweise eine rein pragmatische Sache, die ich am liebsten so einfach und schnell wie möglich hinter mich bringe. Heute aber war schönes Wetter, ich hatte mehr Zeit als sonst, und überall in den Schaufenstern des nahen Einkaufszentrums prangten Schilder mit der Aufschrift „Sale“. So ging ich bummeln. Ich kann gut noch ein paar Hosen gebrauchen. Genau genommen habe ich ein Hosenproblem. Vielleicht sind es aber auch die Hersteller und Modemacher, die ein Problem haben, weil sie Frauen immer noch fast ausschließlich in feminine Kleidungsstücke stecken wollen. Nichts aber mag ich weniger als ein feminines Paar Hosen. Eine Hose muss mir gefallen, bequem sein, perfekt passen, aber in erster Linie muss sie cool aussehen, leger geschnitten, mit vielen lässigen Details. Wenn ich durch die Kaufhäuser gehe, finde ich nur selten ein Exemplar, das mich anspricht. Die meisten Hosen sehen schlichtweg langweilig aus. Sehe ich von weitem etwas, das in Frage kommen könnte, bemerke ich spätestens beim Suchen nach der passenden Größe, dass ich in der Herrenabteilung gelandet bin.
In einem Geschäft werde ich manchmal fündig. Allerdings gibt es dort nur Markenkleidung, und die entspricht normalerweise nicht meinen Preisvorstellungen und auch nicht meinem Budget. Heute trieben mich der Frust über das Angebot in anderen Läden und einige Hosen, die mit „Sale“ gekennzeichnet waren, da hinein. Darunter befand sich ein Exemplar, das ganz ordentlich aussah. Schnitt gut, Material gut, Farbe gut. Cool nicht unbedingt, aber akzeptabel. Die Hose war mir eigentlich zu teuer, aber ich nahm sie mit zur Anprobe. Sie sah so robust aus, dass ich mir sagte: Die hast du mindestens zwei oder drei Jahre, vielleicht auch länger, da ist der Preis angemessen. Und was das Aussehen anbelangte: der Mensch muss nun einmal Kompromisse eingehen. Aber als ich einmal im Geschäft war, sah ich eine zweite Hose, und zwar von einer Machart, die mir hundertprozentig zusagte. Allerdings gehörte diese Hose nicht zu den Sonderangeboten, sondern zur neuen Kollektion. Anprobieren konnte ich sie ja mal, in fünfundneunzig von hundert Fällen, sagte ich mir, sitzt sie dann ohnehin nicht perfekt. Die preisreduzierte Hose erwies sich als Hüfthose, und so was mag und trage ich nicht. Ich war einigermaßen erleichtert, dass sich von diesen zwei potentiellen Sünden, die ich in die Kabine getragen hatte, schon eine erledigt hatte. Die andere Hose allerdings sah angezogen so gut aus, dass ich mich augenblicklich zum Kauf entschloss, obwohl sie ein winziges Stück zu lang war. In diesem Geschäft wird man sehr aufmerksam bedient, und die Verkäuferin fragte mich tatsächlich, und zwar, ohne mich in der Hose gesehen zu haben, ob sie vielleicht ein Stückchen kürzer sein könnte. Wie sich herausstellte, hatte ich den Zusatz „lang“ unter der Größe übersehen. Dieselbe Größe „regular“ ließ dann nichts mehr zu wünschen übrig. Die beiden T-Shirts, die mir zum Kombinieren empfohlen wurden, nahm ich nicht. Das eine sah zu verspielt aus, das andere war mir nicht leger genug. Aber die Hose war ein Volltreffer. Der Preis: naja. Vorsatz gründlich verfehlt. Ich bin dennoch sehr glücklich über diesen Kauf. Eine teure Hose kann man ja auch gut mit preiswerten T-Shirts kombinieren.
Vorsätze sind gut, Abweichungen hin und wieder nötig. Und außerdem ist noch etwas Zeit bis 2009.

