Über das Schreiben: Krieg
Es gibt ein paar Dinge, die man im Leben getan haben sollte, im besseren Fall getan haben will. Ich wusste zu einem recht frühen Zeitpunkt, dass ich Bücher schreiben will – oder wenigstens ein Buch. Die Idee dazu hat sich mit den Jahren etwas verändert, sie ist, möchte ich sagen, erwachsener geworden. Ich habe mir diese Idee nicht gesucht oder gewünscht, sie ist mir im wahrsten Sinne des Wortes zugefallen. Und ich habe kaum bedacht, dass sie mich vor einige Probleme stellen würde.
In der Zeit, die mich interessiert, waren Kriege an der Tagesordnung. Ich habe damit Schwierigkeiten, denn Kriege interessieren mich überhaupt nicht. Weshalb suchst du dir keinen neuen Stoff, fragt so eine zweiflerische Stimme in mir drinnen. Antwort: Weil ich mir diesen Stoff auch nicht gesucht habe. Er war einfach da und will nicht gehen.
Ich habe keine persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema - worüber ich unendlich froh bin –, aber ich schreibe am liebsten über Themen, die ich ein wenig kenne.
Ich kann mich nicht einfühlen. Krieg war in der fernen Vergangenheit immer eine Sache der Ehre, mit Begriffen wie Männlichkeit, Tapferkeit, Stärke, Ehrenhaftigkeit assoziierbar. Mir ist dieser Begriffskatalog so fremd wie das Wertesystem von Außerirdischen. Weder bin ich ein Mann, noch bin ich ein Mensch, der in irgendeiner Weise auf solche Urzeittugenden reagiert oder sich im Entferntesten zu ihnen hingezogen fühlt.
Selbstverständlich kann man über das Thema Krieg recherchieren. Solche Recherche finde ich sehr interessant. Sogar das sachlichste Sach- oder Fachbuch versucht hin und wieder, Motive, die den Kriegen zugrunde lagen, aufzuspüren. Diese Motive muss man nicht nachvollziehen können, schließlich geht es um längst vergangene Zeiten, aber interessant ist es allemal, darüber nachzudenken.
Aber was ist Krieg? Das, was ich mir darunter vorstelle, stammt aus Erzählungen, Romanen, Filmen; es ist nicht Krieg, sondern Darstellung von Krieg. Krieg ist oft, aber nicht immer Abfolge von dramatischen Ereignissen: Schlachten, Zweikämpfen, Entbehrungen, großen Gefühlen, traumatischen Erlebnissen.
Krieg ist, da bin ich mir sicher, auch eine Abfolge von alltäglichen Handlungen, scheinbar banalen Momenten. Ich schreibe gern über Dinge, die mich interessieren, vor allem dann, wenn ich, wie man so sagt, keinen Plan habe – und staune mitunter über das, was ich da in die Tasten haue. „Wir haben Krieg, verdammt noch mal“, sagt wieder eine Stimme in mir. „Da kannst du den General doch nicht in Seelenruhe mit dem Stallburschen plaudern lassen.“
Ich liebe diese scheinbar banalen Momente. Glücklicherweise wurden in Kriegen so oft die Zügel weitergereicht, die Pferde getränkt oder auf die Weide getrieben, wurde eingekauft, ausgeruht oder einfach nur nachgedacht, dass die dabei möglichen Begegnungen sogar historisch gewesen sein können.
In der Zeit, die mich interessiert, waren Kriege an der Tagesordnung. Ich habe damit Schwierigkeiten, denn Kriege interessieren mich überhaupt nicht. Weshalb suchst du dir keinen neuen Stoff, fragt so eine zweiflerische Stimme in mir drinnen. Antwort: Weil ich mir diesen Stoff auch nicht gesucht habe. Er war einfach da und will nicht gehen.
Ich habe keine persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema - worüber ich unendlich froh bin –, aber ich schreibe am liebsten über Themen, die ich ein wenig kenne.
Ich kann mich nicht einfühlen. Krieg war in der fernen Vergangenheit immer eine Sache der Ehre, mit Begriffen wie Männlichkeit, Tapferkeit, Stärke, Ehrenhaftigkeit assoziierbar. Mir ist dieser Begriffskatalog so fremd wie das Wertesystem von Außerirdischen. Weder bin ich ein Mann, noch bin ich ein Mensch, der in irgendeiner Weise auf solche Urzeittugenden reagiert oder sich im Entferntesten zu ihnen hingezogen fühlt.
Selbstverständlich kann man über das Thema Krieg recherchieren. Solche Recherche finde ich sehr interessant. Sogar das sachlichste Sach- oder Fachbuch versucht hin und wieder, Motive, die den Kriegen zugrunde lagen, aufzuspüren. Diese Motive muss man nicht nachvollziehen können, schließlich geht es um längst vergangene Zeiten, aber interessant ist es allemal, darüber nachzudenken.
Aber was ist Krieg? Das, was ich mir darunter vorstelle, stammt aus Erzählungen, Romanen, Filmen; es ist nicht Krieg, sondern Darstellung von Krieg. Krieg ist oft, aber nicht immer Abfolge von dramatischen Ereignissen: Schlachten, Zweikämpfen, Entbehrungen, großen Gefühlen, traumatischen Erlebnissen.
Krieg ist, da bin ich mir sicher, auch eine Abfolge von alltäglichen Handlungen, scheinbar banalen Momenten. Ich schreibe gern über Dinge, die mich interessieren, vor allem dann, wenn ich, wie man so sagt, keinen Plan habe – und staune mitunter über das, was ich da in die Tasten haue. „Wir haben Krieg, verdammt noch mal“, sagt wieder eine Stimme in mir. „Da kannst du den General doch nicht in Seelenruhe mit dem Stallburschen plaudern lassen.“
Ich liebe diese scheinbar banalen Momente. Glücklicherweise wurden in Kriegen so oft die Zügel weitergereicht, die Pferde getränkt oder auf die Weide getrieben, wurde eingekauft, ausgeruht oder einfach nur nachgedacht, dass die dabei möglichen Begegnungen sogar historisch gewesen sein können.

