<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834</id><updated>2011-12-26T00:43:20.090+01:00</updated><title type='text'>Fensterblick</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>176</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-6031911926165606773</id><published>2011-12-18T18:29:00.002+01:00</published><updated>2011-12-18T18:33:25.357+01:00</updated><title type='text'>Etwas Gutes</title><content type='html'>Was hat Weihnachten mit guter Literatur zu tun, könnte man fragen, betrachtet man die Auslagen in den gängigen Buchhandlungen. Ich verließ die Buchhandlung im nahen Einkaufszentrum, ohne etwas erworben zu haben. Was ich mir vorstellte, bekam ich gebraucht übers Internet: neben einigen Sachbüchern die Meistererzählungen von Tolstoi, die ich unbedingt mal wieder lesen wollte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe mich entschlossen, dem starken Bedürfnis nach Gutem, das mich in letzter Zeit immer wieder befällt, nachzugeben. Und um ganz sicher zu gehen, nicht enttäuscht zu werden, wählte ich Tolstoi. In den vergangenen Monaten habe ich so viel Belangloses gelesen, dass ich nichts dergleichen mehr anrühren mag. Tolstoi zu lesen, ist nicht ganz einfach. Seine Erzählungen erschüttern und wirken tagelang, meist auch noch länger nach. Die erste Erzählung, an die ich mich machte, war „Der Tod des Iwan Iljitsch“. „Der Leinwandmesser“ wäre meine erste Wahl gewesen, aber gerade deswegen möchte ich mir diese Geschichte noch etwas aufheben. Ich las also eine Geschichte über den Tod und träumte anschließend davon. Es war ein berührender, aber kein sehr schlimmer Traum: wirklich schlimm nenne ich Träume von Büroroutine, in denen man wie in einer Endlosschleife gefangen ist. (Wenn die Arbeit von den Träumen Besitz ergreift, sollte man Urlaub planen.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weihnachten stimmt melancholisch. Ich kann mir Schlimmeres als Melancholie vorstellen: zwanghafte Ausgelassenheit, Partystimmung, die keine Besinnung zulassen will, verordnete Fröhlichkeit und die Jagd nach Geschenken. Lässt man tiefere Gedanken zu, kommt unweigerlich zur Freude auch Trauer, zur Dankbarkeit über das Fest auch das Bewusstwerden der Endlichkeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein vielleicht schönstes Weihnachtsfest war jenes, an dem meine Großeltern zu Besuch kamen. Ich hatte sie auf Grund der deutsch-deutschen Grenze relativ spät kennengelernt. Sie besuchten uns meist einmal im Jahr, gewöhnlich im Herbst. Als sie Weihnachten kamen, was das etwas Besonderes. Ich war nicht mehr klein und wusste, dass Großeltern mitunter krank werden, ab und an nicht verreisen können und ihre Enkel nicht ewig im Leben begleiten werden. Bei meinen Großeltern mütterlicherseits kam hinzu, dass sie normalerweise in die Weihnachtsrituale ihrer anderen, jenseits der Grenze wohnenden Kinder und Enkel eingebunden waren. Nur wir lebten im Osten.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Weihnachtsabend gingen wir gemeinsam in die Kirche. In meiner Familie geschah das aus Tradition, nicht aus Glaubensgründen. Meine Großeltern aber waren sehr gläubig, und deswegen war auch dieser Kirchgang anders als in anderen Jahren: ich fühlte mich ihnen dadurch enger verbunden. Zu meinen schönsten Weihnachtserinnerungen zählen die Gottesdienste am Heiligen Abend in der Bühlauer Sankt-Michaels-Kirche. Die Weihnachtsgeschichte, die Predigt, das gemeinsame Singen – und dann die Dämmerung, die das nahe Fest und die Bescherung ankündigte: all das verlieh Weihnachten jene Feierlichkeit und Tiefe, die ich nicht missen möchte. Als meine Großeltern zu Besuch kamen, brachten sie – das freute mich besonders – auch gute Bücher mit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jene Besuche liefen nicht völlig harmonisch ab. Mein Vater sprach es meist zuerst an. Politische Streitgespräche, sagte er mir, würde er am liebsten vermeiden, aber meist war das nicht möglich. Mein Großvater schrieb mir vor den Besuchen, dass sie sich auf uns freuten, aber dass es vermutlich auch Spannungen geben würde. Er hatte ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und musste ansprechen, was ihn störte. Mein Großvater war bürgerlich-konservativ eingestellt, für meinen Vater dagegen war und ist der Sozialismus der bessere Weg. Mein Großvater war aber auch Humanist, und als solcher konnte er großzügig und verständnisvoll sein. Der Humanismus war ein Berührungspunkt zwischen meinem Vater und meinem Großvater. Jene Spannungen zu erleben, welche die Familie bis ins Kleinste, ins Intimste betrafen, empfand ich als wichtig und prägend: mein Vater und mein Großvater traten als Kontrahenten auf, die beide auf ihre Weise Recht hatten und bei aller Beharrlichkeit und allen Schwierigkeiten um Konsens bemüht waren. Meine Mutter und meine Großmutter mischten sich durchaus ein, traten aber weniger pointiert und weniger aggressiv auf. Das war gewiss die klügere Art, miteinander umzugehen, aber rückblickend bedauere ich es, die beiden weniger intensiv wahrgenommen zu haben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-6031911926165606773?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/6031911926165606773/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=6031911926165606773' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6031911926165606773'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6031911926165606773'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/12/etwas-gutes.html' title='Etwas Gutes'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5658647766750613572</id><published>2011-12-16T13:49:00.001+01:00</published><updated>2011-12-16T13:54:51.483+01:00</updated><title type='text'>Ankunft und Abschied</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/-lcZYVUYrB_A/Tus-kzYYXXI/AAAAAAAAEQ8/85EPZdt9rL4/s1600/IMG_1075.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 400px;" src="http://1.bp.blogspot.com/-lcZYVUYrB_A/Tus-kzYYXXI/AAAAAAAAEQ8/85EPZdt9rL4/s400/IMG_1075.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5686707756474064242" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies ist der Blick aus meinem neuen Zimmer. &lt;br /&gt;Länger als ein Jahr hat die Arbeit an meinem Refugium gedauert. Nachdem am vergangenen Wochenende – passend zur Adventszeit - Licht wurde, kann ich nun einziehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was wollte ich alles aus dem Zimmerchen machen, wie viel wollte ich hineinstellen – weit mehr, als die Fläche hergibt. Es war gut, dass die Arbeiten ihre Zeit brauchten, denn währenddessen konnte ich alles gründlich überdenken und mich nach und nach auf das Wesentliche konzentrieren. Was lange währt, wird gut – davon bin ich überzeugt, und auf mein Zimmer bezogen, stelle ich fest, dass es  – der Dauer sei Dank – nun „passt“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ankunft in meinen eigenen Raum war mir auch Anlass, mich vom alten Blogtitel zu trennen, der sich im Laufe der Zeit überlebt hat. Schließen möchte ich diese Seite noch nicht, hege ich doch die Hoffnung auf den einen oder anderen Text, der hier hineinpasst. Ein Raum zum Schaffen, Innehalten und Wohlfühlen ist jedenfalls eine gute Voraussetzung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5658647766750613572?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5658647766750613572/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5658647766750613572' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5658647766750613572'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5658647766750613572'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/12/ankunft-und-abschied.html' title='Ankunft und Abschied'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/-lcZYVUYrB_A/Tus-kzYYXXI/AAAAAAAAEQ8/85EPZdt9rL4/s72-c/IMG_1075.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1534174523301914844</id><published>2011-09-11T18:29:00.001+02:00</published><updated>2011-09-11T18:32:47.014+02:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/-m-oAo9IuDVo/TmziUutZ5hI/AAAAAAAAEH0/nsDXztLpQAs/s1600/IMG_0917.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://2.bp.blogspot.com/-m-oAo9IuDVo/TmziUutZ5hI/AAAAAAAAEH0/nsDXztLpQAs/s400/IMG_0917.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5651140478206862866" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer möchte, kann &lt;a href="http://www.sternstaub.org/forums/topic.php?id=3089&amp;s=618e75d7c473ad169be725b0d77cfe5e"&gt;hier&lt;/a&gt; schonmal schauen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1534174523301914844?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1534174523301914844/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1534174523301914844' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1534174523301914844'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1534174523301914844'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/09/wer-mochte-kann-hier-schonmal-schauen.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-m-oAo9IuDVo/TmziUutZ5hI/AAAAAAAAEH0/nsDXztLpQAs/s72-c/IMG_0917.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-8836187680326061141</id><published>2011-08-07T17:08:00.002+02:00</published><updated>2011-08-07T19:08:44.315+02:00</updated><title type='text'>Frauen, die im Leben stehen</title><content type='html'>Vor etwas mehr als einem Jahr begann eine bekannte Zeitschrift, Mode und Kosmetik nicht mehr von professionellen Models, sondern „von ganz normalen Frauen, die mitten im Leben stehen“ präsentieren zu lassen. Wie viele andere Leserinnen war ich davon aus verschiedenen Gründen sehr angetan. Nicht nur, dass man aus lauter Mitgefühl mit jenen wandelnden Skeletten ständig das Bedürfnis hatte, ihnen eine dick belegte Pizza rüberzuschieben, um sie vorm nahen Hungertod zu bewahren – solche klapperdürren Gestalten sind generell kein schöner Anblick und erst recht keine Vorbilder. Auf öffentliche Frauen wird eine gewisse Vorbildrolle projiziert, wenn auch, so hoffe ich zumindest, eine reduzierte. Das hängt aber von der Person ab, die projiziert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schaue mir schon eine Weile die ganz normalen Frauen auf den Fotostrecken an und hege mehr und mehr Misstrauen dieser Kampagne gegenüber. Da sieht man alleinerziehende Mütter von zwei Kindern, die in Übersee irgendwas Exotisches studiert haben, selbstverständlich eine Führungsposition inne haben, nebenbei aus Lust und Laune ein kleines Unternehmen aufbauen, das irgendwie höchst kreativ und höchst ökologisch ist oder die zumindest noch ein Zweitstudium aufgenommen haben. Selbstverständlich wurde kurz nach der Geburt der Kinder wieder Vollzeit gearbeitet – vermutlich war Frau noch im Kreißsaal mit Multitasking beschäftigt. Wenn bei all diesen Beschäftigungen noch etwas Zeit übrig bleibt – selbstverständlich arbeiten diese Frauen so gerne, dass sie ihr Leben auf der Überholspur beglückend und keineswegs anstrengend finden – engagieren sie sich in irgendeinem gemeinnützigen Projekt. Dabei sind sie nach den neuesten Trends gekleidet und frisiert und sehen tiptop aus. Perfektes Gesicht, perfekte Haare, perfekte Figur – eigentlich wie Models, zwar nicht haupt- aber zumindest nebenberuflich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Lesen dieser Kurzbiografien fühle ich mich gestresst und denke aufatmend: glücklicherweise werde ich älter und muss bei solchem Irrsinn nicht mehr mithalten. Ich bin, das betone ich, sehr für Berufstätigkeit von Müttern, für Selbstverwirklichung und Vielseitigkeit. Aber was da mitunter als Normalität präsentiert wird, würde ich nicht haben wollen. Ab und an allerdings sagt eine dieser Superfrauen etwas, das mich aufhorchen lässt: „Ohne die Unterstützung meiner Mutter wäre all das nicht möglich.“ Ist diese Überfliegerinnennummer  am Ende eine Mogelpackung? Können jene vermeintlichen Superfrauen vielleicht nur deshalb alles haben, weil ihre Mütter zurückstecken? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie auch immer: völlig entziehen kann man sich dem ganzen Theater nicht. Das wurde mir heute klar, als ich in der Küche Anflüge von Panik bekam, weil ich mir vorgenommen hatte, indisch zu kochen und nebenbei ein neues Tortenrezept auszuprobieren – an einem Sonntag, der eigentlich ein Ruhetag hätte werden sollen. Heute Morgen schon war ich mit einem Gefühl von Überforderung aufgewacht, weil ich an all das denken musste, was ich vor unserem Urlaub noch zu erledigen habe. Und diesen Traumurlaub, auf den ich mich seit Monaten freue, für den ich seit Monaten trainiere, würde ich am liebsten abblasen, um zuhause meine Ruhe zu haben, nichts mehr planen und organisieren zu müssen. Natürlich werden wir in den Urlaub fahren, und er wird sicher sehr schön werden, aber das Gefühl der Überforderung werde ich erst ablegen können, wenn ich am Reiseziel angekommen bin. Wieder einmal  musste ich bemerken, in welch idiotische Falle ich getappt war -  leider zu spät. Noch schlimmer: ich habe mir die Falle selbst ausgesucht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brauchen Frauen, brauchen Menschen von heute wirklich solche vermeintlichen Vorbilder, die ihnen immer wieder suggerieren, wie perfekt man sein sollte? Ich bezweifle das. Viel besser wäre jemand, der hin und wieder an einem rüttelt und deutlich macht, dass weniger fast immer mehr ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-8836187680326061141?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/8836187680326061141/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=8836187680326061141' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8836187680326061141'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8836187680326061141'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/08/frauen-die-im-leben-stehen.html' title='Frauen, die im Leben stehen'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-6573396663557624270</id><published>2011-06-30T13:37:00.001+02:00</published><updated>2011-06-30T13:39:25.491+02:00</updated><title type='text'>Ein eigenes Zimmer</title><content type='html'>Seit Tagen und Wochen trage ich diesen Text mit mir herum, und nun, da ich Zeit habe, ihn niederzuschreiben, fällt es mir schwer, mich zu konzentrieren, denn aus dem Zimmer meines Sohnes tönt Rapmusik. Sie ist nicht einmal laut, und ich höre sie selbst gelegentlich ganz gern, aber momentan genügt sie, um mich aus dem Konzept zu bringen. Ich sitze an meinem Behelfsarbeitsplatz unter einer Treppe, drei Meter von der Zimmertür meines Sohnes und zwei Meter von der Eingangstür entfernt. Man könnte sagen, ich bin mittendrin im Geschehen, was manchmal ganz praktisch ist. Heute warte ich darauf, die Handwerker hereinzulassen. Zum Telefon, das in einem großen Haushalt öfter klingelt, habe ich es auch nicht weit. Ein Arbeitstischchen mittendrin wirkt – habe ich erfahren – wie eine unausgesprochene Einladung an alle, mich an diesem Platz aufzusuchen, da ich nun mal greifbar bin. Ich verstehe das, und ja, ich bin selten verfügbar, besonders für jeden Einzelnen. Weil ich nicht isoliert lebe, weil mich Konventionen nicht unberührt lassen, darf ich mich nicht nur mit den Ansprüchen anderer, sondern auch mit den eigenen Schuldgefühlen auseinandersetzen. Entschuldigungen ändern nichts daran, dass Störungen nun mal Störungen sind.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Behelfsschreibtisch ist an sich eine feine Sache; ich war richtig stolz auf diese praktische Nischenlösung. Eine Behelfslösung taugt, wie mir klar geworden ist, nur für einen vorübergehenden Zeitraum und ist nichts für Dauer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während der Wirtschaftskrise war oft vom Zusammenrücken der Menschen in schwierigen Zeiten zu hören und zu lesen. Was sich kuschelig anhören und Wohlbefinden auslösen soll, erzeugt bei mir sehr körperliche Symptome von Klaustrophobie. Und es hält sich hartnäckig, dieses Einfordern von mehr Zusammenhalt, mehr „Wir“, Altruismus, Gemeinsinn und so weiter. Schon immer sollten Menschen das Gefühl haben, nur im grenzenlosen Miteinander glücklich zu sein. Auf die heutige Gesellschaft bezogen, könnte man sagen: Altruismus hilft zweifellos, Kosten zu senken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt aber auch Gegenstimmen wie den Essay von Virginia Woolf, der mich zum Titel dieses Beitrags inspiriert hat. Ein eigenes Zimmer und finanzielle Unabhängigkeit sind grundlegende Voraussetzungen, die eine Frau benötigt, um schöpferisch tätig zu sein. In Sachen finanzielle Unabhängigkeit bin ich ein gutes Stück vorangekommen, was allerdings auch Zeit und Energie kostet, die mir an anderer Stelle nicht zur Verfügung steht.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Jahre lang hatte ich einen Raum – nicht völlig für mich allein, aber separat genug, und er bot mir Platz für persönliche Dinge. Manchmal geschieht etwas, das alles verändert und einem wenig Alternativen lässt. Wenn ein Kind – ähnlich wie ein Vogeljunges – quasi zu früh aus dem Nest gefallen ist und wieder aufgenommen werden muss, braucht es eine schnelle Lösung. Die Entscheidung, aus jenem Raum eine Wohnung zu machen, war zweifellos richtig, aber ich hätte mir damals schon überlegen sollen, wie es für mich weiter geht. Denn immer mehr fühlte ich mich eingeengt und gleichzeitig heimatlos. Die Nerven lagen blank, und ich wollte nur noch fort. Jede noch so kleine Wohnung schien mir ein unbeschreiblicher Luxus zu sein, würde nicht nur ein eigenes Zimmer, vielmehr auch Bad und Küche, über die ich frei verfügen könnte, bieten. Geradezu paradiesisch fühlte sich ein Leben allein an, und die Familie empfand ich nur noch als Last. Aber was man über Jahre hinweg aufgebaut hat, verwirft man nicht so schnell, und ich begann nach einer anderen Lösung zu suchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt einen Raum im Obergeschoss, der erst bewohnbar gemacht werden muss. Es wird noch etwas dauern, bis mein eigenes Zimmer fertig ist, aber allein die Aussicht darauf hat vieles zum Positiven hin verändert. Konventionen taugen nur begrenzt, passen nicht für jeden Menschen und jede Situation. Ich muss selbst dafür sorgen, dass meine Grenzen nicht ständig überschritten werden, damit unser Haus auch mein Zuhause bleiben kann. Wenn die Grenzen räumlich definiert sind, wird es leichter sein, sie zu behaupten. Andere Menschen mögen andere Bedürfnisse haben, aber für mich geht nichts ohne ein eigenes Zimmer.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-6573396663557624270?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/6573396663557624270/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=6573396663557624270' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6573396663557624270'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6573396663557624270'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/06/ein-eigenes-zimmer.html' title='Ein eigenes Zimmer'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4969920918606932549</id><published>2011-06-06T19:32:00.004+02:00</published><updated>2011-06-10T22:22:03.722+02:00</updated><title type='text'>Durch die Blume</title><content type='html'>Als ich von dem Buch „Besondere Frauen und ihre Gärten“ las, wollte ich es bestellen, um meiner Mutter endlich einmal ein Geschenk zu machen, das zu ihr passt. Aber dann zögerte ich. Wenn ein Laie einem Experten ein Buch über sein Fachgebiet schenkt, kann das nur schief gehen. Meine Mutter ist nicht nur Gärtnerin, vielmehr eine Künstlerin in Sachen Gartengestaltung. Und der Garten, in dem ich aufgewachsen bin – unser oder besser ihr Garten – hätte es verdient, in das Buch aufgenommen zu werden. Meine Mutter ebenfalls, die eine besondere Frau ist, wenn auch ohne berühmten Namen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor ein paar Tagen saßen mein Mann und ich in einem hübschen Restaurant, und er begann sich zu wundern, warum ich die Vase auf dem Tisch ganz verzückt ansah: eine schlichte, schmale Glasvase mit einem winzigen Sträußchen. Auffallend darin eine kleine, orangerote Blume, die man auf ersten Blick übersehen mag. Es ist eine Staude, ich kenne ihren Namen nicht. Wir hatten mehrere davon auf den Beeten und Rabatten. Es war nicht gerade meine Lieblingsblume, denn deren Namen kannte ich.  In der Vase verliert sie ihre Blütenblätter schnell. Als ich das feststellte, hörte ich auf, sie für Sträuße zu verwenden. Meine Mutter sagte oft, Blumen seien auf dem Beet am schönsten, aber manchmal braucht man einen Strauß zum Verschenken, und ich habe hin und wieder gern einen gepflückt, auch wenn ich ihn dann nicht verschenkte. Jene Blume wirkt in der Komposition sehr harmonisch: neben anderen Stauden, zu denen sie farblich passt, aber auch neben Gräsern und Gehölzen – eine Begleiterin, keine Solistin. So empfand ich als Kind, aber dort in dem kleinen Sträußchen kam sie wunderbar zur Geltung; mir fiel auf, wie schön sie ist, und dass ich sie vermisst habe.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einem gelungenen Garten sieht man den Einfluss des Gärtners erst auf zweiten Blick an; auf ersten Blick wirkt er natürlich. Ein guter Gärtner bringt die Natur zur Vollendung; er vergewaltigt sie nicht. Vor unserem Garten blieben oft die Leute stehen, aber auch viele Nachbargärten waren gekonnt und liebevoll angelegt. Das Anlegen und Gestalten ist der eine, das Erhalten und Pflegen der andere – und weitaus zeitaufwändigere – Bestandteil der Gartenarbeit. Meine Mutter war dauernd im Garten beschäftigt, und kürzlich sagte sie mir, dass ich ihr das früher einmal vorgehalten habe. Unkraut muss ständig gejätet werden. Heute bewundere ich sie für ihre Ausdauer bei solchen Routinetätigkeiten. Diese haben mir das Gärtnern verleidet, aber jene Generation ist strenger erzogen worden. Müßiggang war moralisch verwerflich; richtig dagegen war es, von früh bis spät zu schuften. Ebenso verpönt war es, sich die Arbeit zu erleichtern: nur Faule wollen sich das Leben vereinfachen. Ich hatte wahre Teppiche von robusten Polsterstauden im Vorgarten, die dem Unkraut wenig Chance ließen, aber meiner Mutter waren sie nicht hübsch genug. Außerdem, so meinte sie, müsse Unkraut nun mal gejätet werden, das gehöre dazu. Ich habe ihr den Vorgarten überlassen und somit sind wir beide zufrieden: sie macht die Beete schön und tut etwas für ihre moralische Integrität, und ich habe weniger Arbeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein paar Jahre lang hatte ich einen Gemüsegarten. Es war faszinierend, ihn anzulegen, und wir hatten zeitweise gute Erträge. Auch ein paar Blumen wuchsen darin – nicht zufällig solche, die ich als Kind schon mochte. Nicht nur das ständige Unkrautjäten, auch die kurzzeitigen Überschüsse von Obst und Gemüse, die dann verbraucht werden mussten, missfielen mir. Broccoli ist gesund und schmeckt sehr gut, aber wenn es ihn siebenmal die Woche gibt, hat man ihn bald über. Ich koche lieber abwechslungsreich und meistens steht mir gerade nach den Dingen der Sinn, die nicht Saison haben. Beschränkt man die Pflanzerei, geht das meistens schief: die Schnecken fressen dann genau das kahl, was ohnehin selten ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber noch etwas kann einem das Gärtnern verleiden: einen Fachmann – oder eine Fachfrau – zum Gartennachbar zu haben. Auch Erwachsene lieben den Reiz des Neuen, das Experimentieren und den einen oder anderen gewagten Versuch einer Kultivierung und schätzen es, ihre Erfahrungen selbst zu machen. Die Fachfrau weiß es gewiss besser, aber probieren geht nun mal über studieren. Der eine oder andere Ratschlag ist nicht unwillkommen, aber man mag nicht dreimal täglich hören, was man alles falsch gemacht hat und wie man es richtig zu machen hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Gemüsegarten hat längst den Besitzer gewechselt. Mir genügen ein kleines Beet, ein paar Blumentöpfe um die Sitzecke herum, und auch das verwildert gelegentlich aus Zeitmangel. Den Garten meiner Kindheit gibt es auch nicht mehr, aber  der Kleingarten meiner Mutter ist der Schönste weit und breit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4969920918606932549?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4969920918606932549/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4969920918606932549' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4969920918606932549'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4969920918606932549'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/06/durch-die-blume.html' title='Durch die Blume'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-13136212133086864</id><published>2011-05-15T13:30:00.005+02:00</published><updated>2011-05-15T13:47:58.085+02:00</updated><title type='text'>Gelesen: Margot Käßmann „Sehnsucht nach Leben“</title><content type='html'>Von Montag Abend an, als ich das Buch geliefert bekam, bis Freitag Abend habe ich ihm widerstehen können. Dann wollte ich nur mal kurz hineinsehen – und blieb darüber sitzen, bis ich es ausgelesen hatte. Es sollte meine Urlaubslektüre werden, aber was will man machen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Art und Weise, wie ich das Buch verschlungen habe, hatte sehr viel mit einer Heißhunger-Attacke gemeinsam. Für Heißhunger ist meist irgendeine Mangelerscheinung verantwortlich, einem geistigen Heißhunger können sowohl Mangel an wirklich guter Nahrung als auch Überdruss oder heftige Abneigung gegen das Angebotene vorangehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor vierzehn Tagen war ich in einem Gottesdienst. Ich ging hin, weil meine Tante dort im Chor gesungen hat und dieser Auftritt Anlass zu einem kurzen Treffen war. Es gab durchaus schöne Momente: der erfreuliche Anlass an sich, die unterschiedlichen Reaktionen der Kinder auf die feierlichen Rituale und natürlich die Musik. Die Predigt und alle vom Pfarrer gesprochenen Worte fand ich hingegen entsetzlich. Immer wieder wurde ein geradezu blinder Gehorsam eingefordert, Jesus Christus gegenüber und – natürlich – der Kirche. Das letzte Mal habe ich ein derartiges Gelübde ablegen müssen, als ich – äußerst widerstrebend – in die FDJ eingetreten war, weil es doch wegen der Lehrstelle und überhaupt unvermeidlich sei. Aber diese kirchlichen Sprüche und Litaneien waren wegen der antiquierten Formulierungen und des patriarchalischen Geistes, der all das durchzog, noch einen Grad verschärfter. Hat sich da über zweitausend Jahre hinweg nichts verändert, fragte ich mich mit einiger Bestürzung und war zutiefst erleichtert darüber, dass ich längst aus der Kirche ausgetreten bin. Am Ende des Gottesdienstes durften alle Anwesenden, die es wünschten, vorgehen und sich segnen lassen – ausdrücklich auch Nichtchristen. Letzteres gefiel mir, aber meine Abscheu war so groß, dass ich unmöglich dorthin gehen und mich vom Pfarrer berühren lassen konnte. Das Gefühl hielt an, als später eine weitere Kirche besichtigt wurde – ich wollte sie nicht betreten und habe mich vorzeitig verabschiedet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Äußerungen Margot Käßmanns sind mir positiv in Erinnerung. Ihre Artikel im &lt;a href="http://chrismon.evangelisch.de/ueber-uns/das-magazin"&gt;Chrismon&lt;/a&gt; habe ich gern gelesen. Man gewinnt auf angenehme Weise Denkanstöße und Einsichten, auch wenn man nicht in der Kirche ist. Und deshalb war ich schon eine ganze Weile neugierig auf Bücher von ihr. Aber irgendwie kam immer etwas dazwischen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihr Rücktritt von ihren kirchlichen Ämtern und ihr Rückzug aus der Öffentlichkeit brachten ihr – bei allem Bedauern – auch viel Sympathie ein. Die Gesellschaft braucht so konsequente, eigenverantwortliche Menschen. Mit ihrem neuen Buch kehrt sie zurück – es ist an der Zeit, möchte man sagen. Ich habe mir das Buch nicht nur gekauft, weil mich der Inhalt interessierte, sondern weil ich sie unterstützen möchte – in dem geringen Maße, wie mir das möglich ist.  Interessant und intensiv ist es, mitzuerleben, wie sie sich mit Lebensfragen auseinandersetzt. Nach dem Lesen fühle ich mich nicht nur beschenkt, sondern auch stärker bei mir selbst angekommen. Nur ein Autor, eine Person, die dem Leser viel Raum lässt, kann so etwas bewirken. Was für eine sympathische, mutige, positive Frau, wie viel Kraft und Verständnis strahlt sie aus! Gerade ihr Mut zur Schwäche, ihr Eingeständnis von Fehlern, ihr Bemühen, Menschen so anzunehmen, wie sie sind, machen sie so stark. Ihre Mahnung, dass man Regeln und Normen nicht blind folgen dürfe, dass Moral eine ambivalente Sache ist und nicht immer der Maßstab sein kann, macht sie zu einem sehr moralischen Menschen. Ein so liebevoll und menschlich praktizierter Glaube kann auch Nichtchristen Mut und Freude schenken und über manch bornierte Aussage von Seiten der Kirche hinwegtrösten. Sehr gefreut habe ich mich – nebenbei – auch über die Bilder von Eberhard Münch in Margot Käßmanns Buch. Seine Arbeiten waren mir vor ein paar Jahren schon während einer Ausstellung in Mainz aufgefallen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gehe manchmal in Kirchen, um dem Lärm draußen zu entkommen, weil ich gern unter andächtigen Menschen bin und sehr gern Kirchenmusik höre. Nach dieser Lektüre kann ich all das wieder tun – und ich möchte noch mehr lesen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-13136212133086864?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/13136212133086864/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=13136212133086864' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/13136212133086864'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/13136212133086864'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/05/gelesen-margot-kamann-sehnsucht-nach.html' title='Gelesen: Margot Käßmann „Sehnsucht nach Leben“'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-6032595066246560198</id><published>2011-05-01T18:34:00.005+02:00</published><updated>2011-05-01T22:27:56.257+02:00</updated><title type='text'>Gesehen: „Wasser für die Elefanten“</title><content type='html'>Die Plakate versprechen großes Kino, und genau das wollte ich erleben. Ich mag Hollywood-Filme, die mich gut unterhalten. In den meisten Fällen sind die Schauspieler ausschlaggebend für die Wahl des Filmes, wenn ich mich denn entscheide, eine Kinokarte zu kaufen. Oft genug entscheiden jedoch die Trägheit (irgendwas läuft bestimmt im Fernsehen) oder die Sparsamkeit (eine gewisse Auswahl an DVDs hat man im Haus).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Christoph Waltz, Robert Pattinson und Reese Witherspoon gemeinsam in einem Film, das machte mich neugierig. Sie ist mir in „Natürlich blond!“ zum ersten Mal aufgefallen, einem bezaubernden Film, in dem auf unterhaltsame Weise mit Klischees gespielt wird. Nicht weniger zauberhaft, mit viel Klasse und Natürlichkeit gespielt: „ihre“ June Carter in „Walk the Line“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin längst kein Teenager mehr, aber nachdem ich „Twilight“ gesehen hatte, war auch ich ein wenig in Robert Pattinson verliebt. Dass er nun Vielseitigkeit beweisen möchte, ist verständlich – auch dies machte mich neugierig auf den Film. Und Christoph Waltz ist als Schauspieler einfach in aller Munde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schmonzette oder Rührstück – bei aller durchwachsenen Kritik fand ich meine Erwartungen nicht enttäuscht. Der Film führt zurück in die Dreißiger Jahre, in die Zeit der Weltwirtschaftskrise, die uns zwischenzeitlich bedrohlich näher gerückt ist. Robert Pattinson spielt Jacob, einen angehenden Tierarzt, der von heute auf morgen seine Eltern verliert und in jener Nacht, als er sein verlorenes Zuhause hinter sich lässt, auf einen Zug aufspringt. Dieser Zug beherbergt einen Wanderzirkus, bei dem er Arbeit findet. Der patriarchalische, zu Gewalttätigkeiten neigende Zirkusdirektor August findet Gefallen an ihm; Jacob wiederum findet Gefallen an dessen Frau, der Kunstreiterin Marlena. Beide haben ähnliche Vorstellungen vom Umgang mit Tieren und kommen einander schnell näher. Dass der ebenso selbstunsichere wie unberechenbare August bald misstrauisch wird, ist vorhersehbar. An manchen Stellen hapert es mit der Logik. Als Jacob, gerade mal eingestellt, entgegen Augusts Anweisungen ein krankes Pferd durch den Gnadenschuss erlöst, kann man nur vermuten, dass Marlena auf ihren Ehemann einwirken und so Schlimmeres verhindern konnte. Als Jacob und Marlena nach ihrer gemeinsamen Flucht schon am nächsten Morgen von Augusts Männern aufgespürt werden, kann man das ebenfalls schwer nachvollziehen – aber all das ist, meine ich, verzeihlich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein wirkliches Erlebnis ist die ruhige Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird. Dies hebt sich angenehm ab von sonstigen Kinofilmen, bei denen man mit Tempo, Action und special effects überflutet wird. Computeranimationen sorgen zunehmend mit künstlichen Perfektion für ein Gefühl der Entfremdung in einer Spielzeugweltkulisse. Dagegen ist ein traditioneller, epischer und solide fotografierter Film wahrer Luxus, zumal er den Eindruck erweckt, die Uhr gehe, solange man in der Handlung verweilt, ein wenig langsamer. Entführt in einen anderen Rhythmus, eine andere Zeit, kann man sich schwer vorstellen, wie es denn zum Schluss und zur angekündigten Katastrophe kommen soll. Aber es passiert folgerichtig und so abrupt, wie es in der Realität hätte sein können. Ansätze von Sozial- und Kapitalismuskritik sind vorhanden – mehr kann man von einem Unterhaltungsfilm nicht erwarten. Die Rückblende zu Beginn des Films ließ mich an „Titanic“ denken. „Wasser für die Elefanten“ ist kein Blockbuster wie der James-Cameron-Film, vielmehr eine Nummer kleiner und doch dem Stoff angemessen. Solide, intelligente Unterhaltung mit ein paar Highlights – was will man mehr. Der wahre Star des Films ist die Elefantendame Rosie, der man sofort abnimmt, dass Artisten und Zuschauer sie gleichermaßen ins Herz schließen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-6032595066246560198?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/6032595066246560198/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=6032595066246560198' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6032595066246560198'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6032595066246560198'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/05/gesehen-wasser-fur-die-elefanten.html' title='Gesehen: „Wasser für die Elefanten“'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5088234696455793399</id><published>2011-04-24T10:23:00.002+02:00</published><updated>2011-04-24T11:07:01.024+02:00</updated><title type='text'>Gelesen: Siri Hustvedt „Der Sommer ohne Männer“</title><content type='html'>Ich musste ihn mir greifen, diesen von sämtlichen Frauenmagazinen gepriesenen Roman. Vielleicht ein bisschen, um mich vor mir selber zu rechtfertigen, weil ich so viele Magazine lese, welche doch hin und wieder brauchbare Tipps liefern. Nun also ein Roman, endlich einmal wieder.  Es ist die Geschichte von Mia, einer Schriftstellerin, deren Mann nach dreißigjähriger Ehe eine Pause braucht. Die Pause ist eine jüngere Kollegin. Mia landet mit einer Psychose in der Nervenklinik, und wieder entlassen, nimmt sie sich eine Auszeit, einen Sommer ohne Männer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Roman ist ein Magnet. Man verfällt dem Können der Autorin, ihrer poetischen Sprache, ihren immer besonderen, nie abgenutzt wirkenden Gedanken und Sentenzen. Manches Zitat möchte man aufheben, sich neben den Badezimmerspiegel pinnen – oder besser doch über den Schreibtisch. Siri Hustvedt zitiert gern, lustwandelt in den intellektuellen Welten anderer Autoren und Denker. Da ich diese durchweg nicht kenne, kann ich damit wenig anfangen und wünsche mir mehr von ihr selbst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei aller Faszination war ich anfangs ein wenig enttäuscht. Es mag sein, dass ich als Frau höhere Erwartungen in einen Roman setzte, der von einer Frau geschrieben wurde. Wahrscheinlich gab ich mich einer Illusion hin, als ich annahm, mich schneller und unmittelbarer einfühlen zu können, mich sofort auf eine gewisse Art heimisch zu fühlen. Eine solche Zuneigung, die einem Ort, einer Weltanschauung oder einem Buch gelten kann, vermag sich auch auf etwas zu richten, das einem kaum bekannt ist. Ich nenne es einen spontanen Vorschuss an Vertrautheit, die man dann entgegen bringen kann, wenn das Andere zumindest in Teilen auch als zukünftiges oder zumindest mögliches Eigenes empfunden wird, als etwas, das man selber sein oder gewesen sein könnte. Habe ich ein solches Gefühl beim Werk, bei der Bekanntschaft mit dem Leben und Innenleben eines Autors, bin ich freudig überrascht, weil ich es nicht erwartet habe. Folgerichtig bin ich enttäuscht, wenn es sich bei der Bekanntschaft mit dem Werk einer Autorin nicht einstellen will. Aber Frauen liegen nicht auf einer Wellenlänge, nur weil sie Frauen sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Siri Hustvedt ist Literaturwissenschaftlerin, ihre Art, zu schreiben, ist vom Intellekt bestimmt, auch wenn es um starke Emotionen geht. Ich konnte beeindruckende Passagen des Buches zunächst nur als klug und sprachlich brillant wahrnehmen, und Stunden mussten vergehen, bis sie mich berührten.  Das spricht, wenn ich es recht bedenke, eher für den Roman als dagegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mia reist dorthin, wo sie aufgewachsen ist, wohnt in der Nähe ihrer Mutter, die in einem Altersheim lebt, und lernt deren ebenso alte, ebenso gebildete Freundinnen kennen. Spätestens da wird das Romanhafte dieser Krise deutlich: Mia bricht romanhaft zusammen, bricht romanhaft auf zum Selbsterfahrungstrip, inspiriert von Kindheits- und Jugenderinnerungen in einer irgendwie hermetischen Welt. Siri Hustvedt weiß viel von menschlichem Leid und Abgründen und flicht das Wissen darum in die Geschichte ein. Großbürgerlicher Wohlstand atmet aus jeder Schilderung, jedem Detail, aber was Mia geschehen ist,  kann auch einer Kassiererin aus dem Supermarkt passieren – mit dem Unterschied vielleicht, dass jene ihre Krise weniger zeitintensiv ausleben könnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe mich ein- und den zeitweise sehr spannenden Roman gern zu Ende gelesen.  Seitenlange Exkurse über biologisch-soziologischer Forschungsergebnisse zum Thema Mann und Frau habe ich getrost überblättert. Interessierte mich das, würde ich zur Fachliteratur greifen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Boris, der Mann, der sich eine Pause gegönnt hat, kehrt schließlich zu Mia zurück, die ebenfalls pausiert hat, wenn auch auf eine andere Art. Es ist kein Happy End, eher ein pragmatischer, lebenskluger Schluss. Ob mir die Autorin vertraut geworden ist, mag ich noch nicht beantworten, aber ich bin neugierig auf weitere Bücher von ihr.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5088234696455793399?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5088234696455793399/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5088234696455793399' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5088234696455793399'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5088234696455793399'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/04/gelesen-siri-hustvedt-der-sommer-ohne.html' title='Gelesen: Siri Hustvedt „Der Sommer ohne Männer“'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-8177630772244915638</id><published>2011-04-22T09:53:00.005+02:00</published><updated>2011-04-22T10:06:50.835+02:00</updated><title type='text'>Gefunden</title><content type='html'>Möglicherweise war ich zu pessimistisch, als ich mich über die Zukunft ausgeschiedener DSDS-Kandidaten ausließ. Und was den Pessimismus angeht, lasse ich mich gern eines Besseren belehren. &lt;br /&gt;Norman Langen ist nach wie vor öffentlich präsent - seine &lt;a href="http://www.bestof-norman.de/2011/"&gt;Seite&lt;/a&gt; finde ich sehr gelungen - und er scheint auch gut im Geschäft zu sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-8177630772244915638?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/8177630772244915638/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=8177630772244915638' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8177630772244915638'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8177630772244915638'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/04/gefunden.html' title='Gefunden'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2165525278048691581</id><published>2011-04-10T21:23:00.002+02:00</published><updated>2011-04-11T07:23:26.149+02:00</updated><title type='text'>Lieblingsstück (2)</title><content type='html'>Veränderungen zeigen sich in banalen Momenten besonders deutlich. &lt;br /&gt;Als ich eines Tages  zum wiederholten Male einen Wäschekorb voller Sportsachen auf die Leine brachte, wurde mir klar, wie sehr sich meine Interessen und Prioritäten gewandelt haben und wie sie – die Wäscheleine kündete davon - meinen Alltag ausfüllen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor ein paar Monaten begann ich, nach einer roten Lederjacke Ausschau zu halten. Ich stellte mir vor, wie sie beschaffen sein musste. Rot ist nicht gleich rot; Lederjacken können sehr verschieden geschnitten sein und somit sehr unterschiedlich wirken. Es gibt Menschen, die sagen, es sei unwichtig, was man trägt – wichtig sei allein, wer man ist. Ich finde es so oft nebensächlich, was man trägt, dass ich es hin und wieder sehr wichtig finde, was ich trage – und in solchen Augenblicken suche ich nach Lieblingsstücken. Ich fand viele Lederjacken, die mir gefallen hätten, aber dennoch kam kein Kauf zustande: mein Pragmatismus verhinderte dies. Ich kaufte mir stattdessen einen knallroten, glänzenden, sportlichen Blouson, den ich beim Stadtbummel, auf dem Fahrrad, aber auch beim Wandern tragen kann und muss gestehen, dass ich in dieses Stück richtig vernarrt bin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Voll coole Jacke, Mami“, urteilt mein Sohn, und ich meine, dass ich ihm trauen sollte. Manchmal meldet sich eine Stimme, die mir einflüstern will, ich sollte solch auffällige Stücke meiden und mich altersgemäß verhalten. Zum Glück gibt es Vorbilder, die dagegen halten. Meine Schwiegermutter hat viel Sinn für Stil und eine Vorliebe für extravagante Hüte, die ihr hervorragend stehen. Schon vor Jahren befürchtete sie, eine verrückte Alte zu werden, und ich fand diese Prognose hochinteressant und spannend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieso sollte nicht mit den Jahren die Lebensfreude zunehmen und damit auch der Wunsch, dies zu zeigen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute habe ich den ganzen Tag lang die rote Jacke ausgeführt. Etliche Frauen sahen mich – oder eher die Jacke – freundlich an. Ich habe mich selber oft genug in Kleidungsstücke verguckt und den Blick nicht von ihnen lassen können – so lange, bis die Trägerin aus meinem Blickfeld verschwunden war. Manches davon hätte ich selbst nie angezogen, aber ich mochte diesen Farbtupfer, diesen Schnitt, diese Komposition, die für ein paar Minuten in mein Leben spazierten. Äußerlichkeiten korrespondieren immer auch mit Innerem. Mal sind sie Gegenpol, mal Verstärker, mal Ausdruck, mal Eindruck – manchmal alles zusammen und manchmal nichts von all dem.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2165525278048691581?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2165525278048691581/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2165525278048691581' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2165525278048691581'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2165525278048691581'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/04/lieblingsstuck-2.html' title='Lieblingsstück (2)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7393295392285523325</id><published>2011-03-26T19:22:00.002+01:00</published><updated>2011-03-26T19:30:55.289+01:00</updated><title type='text'>Liebe Eltern, macht euch keine Gedanken</title><content type='html'>sondern reproduziert euch endlich in dem Maße, wie es die Politiker dieses Landes wünschen. So ähnlich formuliert es die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate &lt;a href="http://www.sz-online.de/Nachrichten/Politik/Sind_junge_Eltern_mit_ihrem_Nachwuchs_gluecklich/articleid-2720664"&gt;Schmidt&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz ohne Einschränkungen? Das nehme ich ihr nicht ab. Während sie noch im Amt war, hat sie deutlich genug geäußert, dass die falschen Leute, konkret: Nicht- Akademiker – Kinder bekommen, während sich Eltern mit höheren Schulabschlüssen noch schwer damit tun, die künftige Elite zu produzieren, wie sich das gehört. Frau Schmidts Auslassungen gingen dann unter der Schlagzeile „Nur Dumme kriegen Kinder“ durch die Boulevardpresse – etwas zugespitzt freilich, was jedoch nichts an der Aussage ändert, durch welche sich die damalige Ministerin als Wegbereiterin der Thesen Thilo Sarrazins erwies. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Aufschrei hätte durchs Land gehen müssen, und weil der ausblieb, schrieb ich einen Brief an Frau Ministerin Schmidt, in dem ich meiner Empörung Luft machte. Ein paar Tage später erhielt ich eine Antwort von einem Staatssekretär im Namen der Frau Ministerin, dass es so, wie es bei mir angekommen war, doch nicht gemeint sei und dass Deutschland alle Kinder brauche. Auch das habe ich ihr nicht abgenommen. Wenn eine Person schreit, versucht man, sie mit Floskeln zu besänftigen. (Ist der öffentliche Unmut größer und zahlreicher, verfällt die Politik schon mal in Aktionismus). Die beiden Briefe sind einer Aus- und Umräumaktion zum Opfer gefallen – man kann nicht alles aufheben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das wird schon“. So eine umgangssprachliche Aussage könnte ja fast als Altersweisheit durchgehen. Vielleicht wird man ja gelassener, wenn man nicht mehr für Reproduktionsverhalten, Fertilitätsrate und all so‘n Zeug, das eher ins Neandertal als in die Familienpolitik für das 21. Jahrhundert passt, verantwortlich zeichnet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich mag aber nicht nur zornig oder zynisch sein. Die Doku „Bedingungslos glücklich“, die in der vergangenen Woche auf 3Sat gezeigt wurde, hat Lösungsvorschläge aufgezeigt, welche die Bereiche Arbeit, Bildung, Familie – überhaupt die ganze Gesellschaft dahingehend revolutionieren könnten, dass Eltern hoffnungsvoller, mit mehr Optimismus, Ideen und Gestaltungswillen in die Zukunft sehen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre eine Grundsicherung, die diesen Namen – im Unterschied zu Hartz IV – wirklich verdient. Etliche Behörden, vielleicht auch Ministerien könnten dann überflüssig werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7393295392285523325?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7393295392285523325/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7393295392285523325' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7393295392285523325'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7393295392285523325'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/03/liebe-eltern-macht-euch-keine-gedanken.html' title='Liebe Eltern, macht euch keine Gedanken'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-6032724358795599044</id><published>2011-03-20T19:15:00.005+01:00</published><updated>2011-03-20T22:01:48.789+01:00</updated><title type='text'>Melancholie und Ernüchterung</title><content type='html'>Mich stimmt die Nachricht vom plötzlichen Tod des Eisbären Knut auch ein bisschen traurig. Vor vier Jahren habe ich mich wie viele andere ein wenig verliebt in den Baby-Eisbären mit den dunklen Kulleraugen. Berührend war das Schicksal dieses von der Mutter verstoßenen Jungtieres, bewegt nahm man Anteil daran, wie er heranwuchs. Kurzentschlossen fuhren wir mit unseren beiden jüngeren Kindern nach Berlin, reihten uns in die meterlange Besucherwarteschlange ein, um einige Minuten lang tatsächlich &lt;a href="http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2007_04_01_archive.html"&gt;Knut &lt;/a&gt;zu sehen. Der Tod des Eisbären war ebenso öffentlich, wie es einst seine ersten tapsigen Schritte ins Gehege waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Abend konnte man wieder den RTL-Pseudoprominentenzoo „Deutschland sucht den Superstar“ verfolgen, um sich mit ein bisschen Show und Glitzer über die traurigen Meldungen des Tages hinweg zu betäuben. Vielleicht wäre die Bezeichnung „Zirkus“ in Anlehnung an die Massenunterhaltung der Antike angemessener. Manchmal tut es schon fast weh, mit anzusehen, wie sich die Kandidaten dort vorführen lassen. Ich schaue zwar nie Castings, aber ab und an die Mottoshows. Und da passiert es schon mal, dass man von einem Superstar-Anwärter mehr angetan ist als von den anderen. Mit dem „Schlageronkel“ Norman Langen, welcher in der vergangenen Nacht ausgeschieden ist, habe ich besonders mitgefiebert. Ausgerechnet! Ich kann es selber noch nicht richtig nachvollziehen. Für diese Partyzelt- Ballermann -Stimmungsmache habe ich normalerweise rein gar nichts übrig. Wolfgang Petry und Jürgen Drews kannte ich bisher nur aus Oliver Kalkofes Parodien, und DJ Ötzi finde ich, höflich ausgedrückt, einfach nur zum Ausschalten. Bei Norman kam all das irgendwie anders rüber, jugendlicher, mitreißender. Wenn mich jemand dazu bringt, meine Meinung einem Genre gegenüber zu ändern, für das ich bisher nur Verachtung übrig hatte, bin ich beeindruckt. Plötzlich lade ich mir Jürgen-Drews-Songs aufs Handy und hüpfe zu DJ Ötzis „Ein Stern“ im Sessel herum. Normans Styling, seine Outfits – einfach super. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine beiden &lt;a href="http://www.clipfish.de/special/dsds/video/3529508/3-dsds-mottoshow-norman-singt-verlieben-verloren-vergessen-verzeihn/"&gt;besten&lt;/a&gt;  &lt;a href="http://www.clipfish.de/special/dsds/video/3517852/norman-langen-in-der-top-15-show-bei-dsds-2011/"&gt;Auftritte &lt;/a&gt; sind nun schon Geschichte. Man hofft noch ein bisschen, weiterhin von ihm zu hören, aber die Chancen stehen erfahrungsgemäß nicht gut, weder für die Kandidaten, noch für die sogenannten Superstars. Man tröstet sich damit, dass so ein Retorten-Popsternchen-Dasein in Dieter Bohlens Massenunterhaltungsfabrik nicht wirklich erstrebenswert sein kann. Norman war vielleicht zu zielorientiert und zu schrill. Seinen Auftritt gestern Abend fand ich nicht besonders gut, somit erscheint mir sein Ausscheiden nicht ungerecht. Schade finde ich es trotzdem. Die verbliebenen Kandidaten sind alle sympathisch, und alles, was da an Zickenterror, Skandälchen, angeblichen Liebeleien und Dementis abläuft, wirkt auffallend inszeniert. Sarah Engels wurde trotz hervorragender Stimme vom Publikum für ihr selbstbewusstes Auftreten abgestraft. Seit ihrer Rückkehr lächelt sie lieb und nett in die Kamera und darf für den Publikumsliebling Pietro Lombardi Krankenschwester spielen. Sowas schafft Sympathien. Pietro erinnert mich ein wenig an Stanley Spadowski, den Wischmopp-schwingenden Hausmeister aus dem Film „UHF-Sender mit beschränkter Hoffnung“.  Stanley wurde über Nacht zum Star, Pietro wird es laut Dieter Bohlen sehr weit bringen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-6032724358795599044?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/6032724358795599044/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=6032724358795599044' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6032724358795599044'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6032724358795599044'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/03/melancholie-und-ernuchterung.html' title='Melancholie und Ernüchterung'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5045502722027827178</id><published>2011-03-12T12:07:00.003+01:00</published><updated>2011-03-12T18:42:51.098+01:00</updated><title type='text'>Kleine Leben</title><content type='html'>Freiwillig würde ich Bascha Mikas „Die Feigheit der Frauen“ nicht lesen. Ein Interview mit ihr in meiner Tageszeitung war mir aufschlussreich genug. &lt;br /&gt;Ich kann ihre Wut ganz gut verstehen. Feministinnen fragen sich heute, was aus der Emanzipation geworden ist. Es mag enttäuschend sein, zu erleben, dass die jungen Frauen weniger kämpfen wollen, und es hat den Anschein, dass sie sich auf dem Erreichten ausruhen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bascha Mika ist vor allem wegen des Buchtitels in die Kritik gekommen, aber der berührt mich kaum, zumal sie ja selbst zugibt, provozieren zu wollen. Mich wundert eher, wie sehr sie gegen die „kleinen Leben“ wettert. Leben nur Frauen kleine Leben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich empfinde diesen Begriff gar nicht als negativ. Es kommt vielleicht darauf an, wie er ausgesprochen wird. „Mein kleines Leben“ – ich höre da Holly Hunter sprechen, welche die Hauptrolle in dem wunderbaren Film „Familienfest und andere Schwierigkeiten“ spielt. Man möchte die Frau in diesem Film sofort kennenlernen. Ein kleines Leben wie das ihre ist eigentlich ein großes;  aus vielen kleinen großen Momenten bestehend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbstverständlich ist es wichtig, dass Frauen, die das wünschen, Karriere machen. Aber muss man deswegen diejenigen, die sich für ein anderes Leben entscheiden, beschimpfen? Überhaupt, Karriere. Worum geht es da? Um Unabhängigkeit, nach Bascha Mika zu urteilen, aber hauptsächlich und erstens geht es um Zahlen (Umsätze, Gewinne). Zweitens: um Zahlen. Drittens: um Zahlen. Gewiss ist es gut, für sich sorgen zu können. Gewiss ist ein ordentliches Einkommen erstrebenswert. Aber Karriere? Glaubt diese Frau allen Ernstes, Macht und ein dickes Gehalt machen frei? Das sind doch die schlimmsten Fesseln überhaupt! Geld allein reicht als Motivation wohl kaum aus, um sich freiwillig ins Hamsterrad zu begeben, aber wenn dies nicht genug motiviert, was dann? Mir erschließt sich das nicht; ich wollte nie Karriere machen. Mein Mann übrigens auch nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frauen seien zu weich? Aus meiner ehemaligen Wohngegend kenne ich zwei Frauen, die es nicht sind. Beide in hoher Position, Konkurrentinnen, einander spinnefeind. Keine geht auch nur ein Stückchen auf die andere zu, keine möchte der anderen etwas gönnen. Jede will die andere schlagen, von der Bildfläche wischen, irgendwann. Frieden? Niemals. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hand aufs Herz: wer möchte so arbeiten, so leben? Ich jedenfalls nicht, und deshalb oute ich mich hiermit als weich und feige. Und lebe weiter mein kleines Leben. Es ist manchmal ganz beruhigend, zu wissen, dass gewisse Züge abgefahren sind. Es bleiben noch genügend Möglichkeiten übrig, die für mindestens zwei zusätzliche Leben reichen würden.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher würde ich mich, wäre ich heute jung, für eine andere, bessere Ausbildung entscheiden und manches wäre dann auch anders verlaufen. - Ist es aber nun mal nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Möglicherweise ist die Entscheidung vieler moderner Frauen gegen eine Karriere und für ein kleines, bescheideneres Leben kein spezielles Frauenproblem. Die Zahl derer, die einfacher leben möchten, auf Stress, Beförderungen, materiellen Wohlstand zugunsten von mehr Zufriedenheit und Ausgeglichenheit verzichten, nimmt zu, auf der anderen Seite nehmen psychische Erkrankungen jener überhand, die sich dem wachsenden Druck eines immer rasanter und rücksichtsloser wütenden Kapitalismus nicht entziehen können oder wollen. &lt;br /&gt;Was Bascha Mika den jungen, gut ausgebildeten Müttern anlastet, scheint eine gesamtgesellschaftliche Tendenz zu sein. Frauen tendieren zu mehr Achtsamkeit, auch sich selbst gegenüber, wollen sich weniger aufopfern als früher. Keine noch so hehren Ideale sind es wert, dass man sich bis zur Selbstverleugnung für sie aufreibt. Und das nenne ich mal eine positive Entwicklung. Nur die Männer müssen noch nachziehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den originellsten Beitrag zur Quotendebatte leistet, finde ich, der „Eulenspiegel“ auf seiner &lt;a href="http://www.eulenspiegel-zeitschrift.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=250&amp;Itemid=21"&gt;Titelseite&lt;/a&gt; des März-Heftes.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5045502722027827178?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5045502722027827178/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5045502722027827178' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5045502722027827178'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5045502722027827178'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/03/kleine-leben.html' title='Kleine Leben'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-8189737149935233089</id><published>2011-03-06T19:23:00.003+01:00</published><updated>2011-03-06T19:30:13.698+01:00</updated><title type='text'>Kein Lämmchen sein</title><content type='html'>Wäre ich heute zwischen 20 und 30 Jahren alt, würde ich mich vermutlich ähnlich zur Familienplanung äußern, wie es die Mehrzahl derjenigen getan hat, die von der Zeitschrift „Eltern“ befragt wurden. Wahrscheinlich würde ich entweder relativ spät oder gar nicht Mutter werden. Kinderreich? Auf keinen Fall. Dass ich kinderreich bin, ist nur scheinbar ein Widerspruch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin in der DDR aufgewachsen. Die beiden älteren Söhne wurden 1984 und 1986 geboren, die beiden nachfolgenden Kinder 1991 und 1993, also nach der Wende. Wir waren durch die Familienpolitik in der DDR geprägt und auch die Wiedervereinigung hat an unserer optimistischen Einstellung zunächst wenig geändert. Uns blieben die familienfreundlichen Strukturen noch lange genug erhalten, bis unsere beiden jüngeren Kinder „aus dem Gröbsten raus“ waren. Einen Mangel an Kinderbetreuungsplätzen haben wir nicht erfahren. Es hat auch eine ganze Weile gedauert, bis diese Strukturen in einer Stadt wie Dresden kaputtgespart waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Politik bemüht sich um Schadensbegrenzung, und selbst in konservativen Parteien wird allmählich eingesehen, dass es möglich sein sollte, Familie und Beruf besser zu vereinbaren, dass  dies ein Umdenken und einige Voraussetzungen erfordert. Das Problem ist aber noch umfassender. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der DDR wurde viel für Familien getan. Es gab eine umfassende Vorsorge und Begleitung von Geburt des Kindes an, Betreuung durch qualifizierte Erzieher, kostenlose oder sehr preiswerte Freizeitangebote, günstige Ferienunterkünfte, günstige Kredite zur Familiengründung, unbegrenzte Freistellung bei Krankheit des Kindes und und und. Noch wichtiger aber waren die gesellschaftliche Akzeptanz von Familien mit Kindern, ein durchweg familienfreundliches Arbeitsumfeld und Zukunftsperspektiven. Denn ohne diese, ohne das gute Gefühl, für die Kinder, die man geboren hat, auch sorgen zu können, wird es schwierig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht hätte man bei „Eltern“ auch einen Blick in die Literatur werfen und sich die Studie ersparen können. Wir sahen gestern &lt;a href="http://www.staatsschauspiel-dresden.de/home/kleiner_mann_was_nun/bilder/"&gt;„Kleiner Mann, was nun?“&lt;/a&gt; nach Hans Fallada im Dresdner Schauspielhaus. Die Inszenierung war so gegenwartsbezogen, dass es – bei aller Qualität und hervorragender Besetzung – zeitweise schwer fiel, das Stück zu ertragen. Zu viel Realismus und Melancholie mag man nicht so gern am Samstagabend, und ich wünschte mir ab und an, nach der Fernbedienung zu greifen und auf „DSDS“ umzuschalten, wie ich es an einem Abend zuhause wohl getan hätte. Bei aller Verzweiflung blieb am Ende des Stücks auch Hoffnung. Lämmchen, die weibliche Heldin des Stücks – ein Vorbild für uns alle? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kann verstehen, dass moderne Frauen nicht wie Lämmchen sein wollen. Sie wollen Lebensqualität und keine Moralduselei, und mir geht es ebenso. Ich kenne diesen Spagat zwischen Familie, Beruf, eigenen und fremden Ansprüchen sehr gut und kann verstehen, dass viele junge Leute das nicht auf sich nehmen möchten. Wieder zuhause, konnte ich noch das Ende von DSDS sehen. Norman, mein Favorit, ist weitergekommen. Und nach einem Glas Sekt konnte ich dann ans Schlafen denken. Das nächste Theaterstück, das wir ansehen, wird weniger aufreibend sein, vermutlich aber auch weniger in Erinnerung bleiben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-8189737149935233089?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/8189737149935233089/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=8189737149935233089' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8189737149935233089'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8189737149935233089'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/03/kein-lammchen-sein.html' title='Kein Lämmchen sein'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-9100438478528254802</id><published>2011-02-21T21:14:00.002+01:00</published><updated>2011-02-21T21:17:01.244+01:00</updated><title type='text'>Sprechblasen – Alarm</title><content type='html'>Polemik ist „in“. Wer nicht herumschreit, verbal um sich schlägt und anderen wörtlich unter die Gürtellinie tritt, kann sich offenbar kein Gehör mehr verschaffen. Die zunehmende Aggressivität und unsachliche Herangehensweise ist ein Hauptgrund, weshalb mich viele Veröffentlichungen, ob in Zeitungen oder Büchern, nicht mehr interessieren. Wer etwas zu sagen hat, kann es mir ruhig sagen; ich möchte weder angeschrien, noch geschüttelt oder getreten werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kinder, heißt es in der Zeitung, werden überhaupt nicht mehr erzogen. Das Thema ging kürzlich durch die ganze Presse: man macht sich öffentlich wieder einmal Sorgen um den Nachwuchs, und deswegen müssen Patentrezepte verabreicht werden, natürlich mit dem journalistischen Holzhammer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kinder werden nicht erzogen? Das ist, Pardon, Unsinn. Es ist Eltern völlig unmöglich, ihre Kinder nicht zu erziehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war eine Zeitlang wütend auf meinen jüngsten Sohn. Warum, könnte man insistieren, und der Einwand wäre berechtigt. Natürlich liebe ich diesen Sohn, aber ein paar seiner Eigenheiten können ziemlich nerven. Einerseits bewundere ich ihn für diese Eigenschaften, wünsche mir manchmal selbst ein wenig davon. Andererseits schlägt die Bewunderung leicht in Ärger um, wenn ich seine Gelassenheit als Trägheit, sein sonniges Gemüt als l.-m.-a.-A.-Haltung empfinde. Es war wieder einmal so weit, und weil ich meine Wut selber als ungerecht empfand, versuchte ich, sie mir nicht anmerken zu lassen: ich kehrte ihm den Rücken zu, so dass er mein Gesicht nicht sehen konnte, und sprach nur das Nötigste mit ihm. Nach kurzer Zeit fragte er mich, ob ich Stress hätte. Ich war erstaunt darüber, dass er sehr wohl gemerkt hat, was los war, obwohl ich mir viel Mühe gemacht habe, es zu verbergen. Die Feststellung, wie genau Kinder ihre Eltern beobachten, hat mich ziemlich erschüttert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eltern prägen ihre Kinder mit allem, was sie tun, aber auch mit allem, was sie unterlassen. Diese Verantwortung ist eigentlich viel zu groß, um übernommen zu werden. Glücklicherweise sind werdende Eltern meist noch jung und enthusiastisch, und das ist auch vonnöten, um nicht schon von vornherein zu verzagen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konservative Pädagogen zeigen heute gern Werte auf, die es zu vermitteln gilt. Es ist, denke ich, nicht nötig, diese Werte allzu oft zu beschwören oder zu predigen. Wer nach gewissen Werten lebt, gibt das weiter. Wenn man es nicht immer schafft, nach den eigenen Prinzipien zu leben, lernt der Nachwuchs auch dies. Vermittelt man zu eifrig, grenzen sich die Kinder möglicherweise sehr heftig ab – aber das ist nicht so schlecht, wie es auf Anhieb klingen mag. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eltern sind nicht die Einzigen, die den Nachwuchs prägen, aber das nur am Rande. Ab einem gewissen Alter haben Freunde sowieso mehr zu sagen, und manches ist auch der Zeit geschuldet, in der wir leben. Polarisierende Ratschläge tun vor allem eins: sie verunsichern, selbst wenn das nicht die Intention ist. Kinder sind gewöhnlich sehr nachsichtig mit ihren Eltern – das mag ein schwacher Trost sein. Ihr Weg mag nicht der sein, den wir ihnen wünschen, aber es ist hoffentlich einer, auf den sie eines Tages versöhnlich zurückblicken können. Und hin und wieder müssen wir akzeptieren, dass sie uns ähnlicher werden, als es uns lieb ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-9100438478528254802?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/9100438478528254802/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=9100438478528254802' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/9100438478528254802'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/9100438478528254802'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/02/sprechblasen-alarm.html' title='Sprechblasen – Alarm'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2304567047750060297</id><published>2011-02-20T09:14:00.003+01:00</published><updated>2011-02-20T09:22:03.389+01:00</updated><title type='text'>Indisch kochen</title><content type='html'>Ungeahnte Leidenschaften können einen jeden Moment ereilen. &lt;br /&gt;Wir hatten mal ein indisches Restaurant in der Nähe, aber das Essen dort fanden wir nicht so toll und sind deswegen nie wieder hingegangen. Möglicherweise, denke ich heute, war die Geschmacksrichtung zu neu und ungewohnt, oder wir hatten einfach das falsche Gericht gewählt. Irgendwann schloss das Restaurant, und eine Pizzeria zog ein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor ein paar Jahren ging meine Berliner Tante mit uns zu einem Inder, von dem, wie sie sagte, die ganze Verwandtschaft begeistert ist. Das Restaurant war aus einer Imbissbude entstanden und läuft heute ganz gut. Gemütlich ist es dort, und in angenehmer Atmosphäre hatte ich ein prägendes kulinarisches Erlebnis. Das Erste, was mich überraschte: Reis kann schmecken. Bis dahin mochte ich ihn nicht und brachte ihn nur auf den Tisch, um hin und wieder für Abwechslung zu sorgen. (Aus dem Kochbeutel und ohne Gewürzzugabe kann er freilich nur fad sein.) Ich weiß noch genau, dass ich damals Huhn in Mandelsoße bestellt habe. Dieses Gericht war und ist bis heute das Beste, was ich je gegessen habe. Ich koche es hin und wieder selber und finde, dass es ganz gut gelingt, aber der Genuss jenes Abends wird für immer unerreichbar bleiben, was sicher auch mit dem Anlass und der Tischgesellschaft zu tun hatte, am meisten aber der indischen Kochkunst zu verdanken war. Geschmackliche Unterschiede, sogar Gegensätze  gehen in der indischen Küche eine harmonische Verbindung ein, die Ihresgleichen sucht. Eine milde Note kommt erst mit einer Spur Chili zur Vollendung, und eine scharfe Soße wird durch ein paar süße Früchte unwiderstehlich. Besonders gefällt mir die reichliche Verwendung von Gewürzen, die wir sonst nur aus der Weihnachtsbäckerei kennen: Nelken, Zimt, Koriander machen schon die Vorbereitung, das Marinieren und Anbraten, zum sinnlichen Erlebnis. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen habe ich auch die mediterrane Küche lieben gelernt – Anlass, mich damit vertraut zu machen, war der Italienischkurs an der Volkshochschule, an dem ich zwei Jahre lang teilnahm und in dem es sehr oft ums Essen ging. Aber dennoch ist die italienische Küche nur mein zweiter Favorit. Indisches Essen ist und bleibt unerreicht. Ich habe ein kleines Kochbuch, aus dem ich ab und an etwas nachkoche, und ein paar bevorzugte Gerichte, die immer gelingen und ankommen. Natürlich haben sich nicht nur meine Vorlieben verändert; die Familie ist – logischerweise – ebenfalls betroffen. Nach und nach hat sich unser Essverhalten gewandelt: Schweres, Kalorienhaltiges wird seltener. Indisches Essen ist nicht nur sehr aromatisch, sondern auch leicht und gesund. Diese Leidenschaft hat einen Nachteil: sie braucht Zeit. Manchmal ärgere ich mich über mich selbst, weil ich mir mit großem Haushalt, Job, Nebenjob und anderen Interessen wieder einmal etwas ausgesucht habe, das nicht so nebenbei getan werden kann. Man kann das als Vorteil ansehen, weil jedes wirkliche Erlebnis Aufmerksamkeit fordert. Aber ich kann es selbst nicht immer einschätzen, ob eine Kochorgie am Freitagabend wirklich das Richtige ist, oder ob mir der Aufwand im wahrsten Sinne den Rest gibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist generell schwierig, Balance zu halten. Ohne Leidenschaften wäre das Leben öde, aber die aufwändigen und besonders anstrengenden möchten wohldosiert sein. Nun hatte ich ein paar Tage Zeit und habe wieder einmal indisch gekocht. Ausgeruht und gelassen, habe ich jeden Handgriff genossen – das Essen natürlich auch. Am nächsten Wochenende wird es dann wohl Eintopf geben, aber der kann ja auch ganz lecker sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2304567047750060297?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2304567047750060297/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2304567047750060297' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2304567047750060297'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2304567047750060297'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/02/indisch-kochen.html' title='Indisch kochen'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3518718479973548576</id><published>2011-02-06T11:03:00.001+01:00</published><updated>2011-02-06T11:08:33.746+01:00</updated><title type='text'>Schnickschnack</title><content type='html'>Kürzlich bin ich wieder einmal von Geschäft zu Geschäft gezogen. Ich wollte einen Pulli haben: farblich schön, schlicht geschnitten, vielseitig zu kombinieren. Wie ich es schon ahnte, ist so etwas gerade nicht modern und deshalb schwer zu finden. Es gibt ein paar Läden, wo ich, wenn sonst nirgends, doch etwas Gutes finde, aber auch dort: Fehlanzeige. Statt dessen massenweise Kittelchen, Blüschen mit Abnähern, Rüschen, Spitze und Bommelchen, Zipfelchen hier und Drapierungen da, Streublümchen;  die Farben: Grau in allen Schattierungen, hässliche Blautöne (es gibt sie tatsächlich, wo Blau doch so schön sein kann), Schweinchenrosa. Und dann die Wollsachen. Ich hätte ja gern etwas Warmes fürs Büro zum Überziehen, und auf den Bügeln sehen die Teile immer ganz hübsch aus. In der Umkleidekabine aber wird aus so einem lässigen Stück ein unförmiger Sack, den man spätestens nach der dritten Wäsche wegschmeißen kann. Aber man soll ja aussortieren und kaufen, kaufen, kaufen: so funktioniert die Wegwerfgesellschaft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war beinahe schon verzweifelt, als ich in den letzten, wirklich allerletzten Laden hineinging. Das gängige Sortiment kann man als grell, kurzweilig und billig klassifizieren: Preiswertes hauptsächlich für Teenager, dem man die schlechte Qualität schon von Weitem ansieht. Aber  oh Wunder: dort gab es sehr, sehr schön geschnittene Pullover in den herrlichsten Farbtönen. Ich entschied mich für ein warmes Grün und bin gestern noch einmal hingegangen, um die eine oder andere Farbe nachzukaufen. Schließlich weiß man ja nie, was die nächste Modeströmung an Unmöglichem diktiert. Leider waren die schönen Pullover restlos ausverkauft, was freilich den ideellen Wert meines grünen Rollis noch erhöht. Es ist schon seltsam zur Zeit: in den guten Läden hängt nur Müll und in den schlechten Läden gibt es ausnahmsweise etwas Gutes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch hatte ich gestern Glück: ich fand einen schönen Rock fürs Büro und ein passendes T-Shirt dazu. Die Verkäuferin wollte mir noch einen Blazer bringen: ganz modern und ganz hübsch tailliert, aber ich lehnte dankend ab. Das Shirt: ein wunderschönes Blau. In einer anderen Filiale habe ich es schon in Rot gekauft. Die Verkäuferin dort fragte mich, ob sie mir noch Ketten zeigen dürfe. Ich antwortete, dass ich mir nichts aus Ketten mache. Sie darauf: „Achso, Sie wollen das Shirt einfach nur darunter tragen.“ Ich darauf: „Nein, es ist doch schön so, wie es ist.“ Darauf sie. „Naja, wie man es nimmt.“  Ein Beispiel dafür, wie ein Verkaufsgespräch nicht verlaufen sollte, aber meine Tochter, die im Einzelhandel lernt, erlebt regelmäßig Fälle, die noch krasser sind, und jemandem vom Fach fällt so etwas stärker auf. Gestern also ein Gespräch, das in Ordnung war und drei Kleidungskäufe, die ich nicht bereue – wenn das kein Grund zur Zufriedenheit ist!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3518718479973548576?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3518718479973548576/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3518718479973548576' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3518718479973548576'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3518718479973548576'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/02/schnickschnack.html' title='Schnickschnack'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7118698126335308042</id><published>2011-01-23T13:55:00.007+01:00</published><updated>2011-01-23T14:42:18.538+01:00</updated><title type='text'>Was niemand braucht</title><content type='html'>Nachdem Herr Sarrazin Dinge veröffentlicht hat, die er besser für sich behalten hätte, will nun auch Frau Sarrazin ein Buch veröffentlichen. Prominenz – auch negative – genügt, um Leser zu finden. Im Fall Sarrazin ist das besorgniserregend. Eigentlich hatte ich mir geschworen, seinen Namen nie zu erwähnen, weil ich ihm auf diese Weise zu Aufmerksamkeit und Popularität verhelfe und Bedeutungslosigkeit das Einzige ist, was ihm angemessen wäre. Und – nein, ich habe sein Buch nicht gelesen, weil ich ihn schon im Fernsehen kaum länger als fünf Minuten ertragen habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nachricht ist mir wieder einmal Anlass, über das Bloggen nachzudenken. Gewiss halte ich es für sinnvoll, sonst würde ich es nicht tun. Durch das Bloggen weiß ich, dass ich nach wie vor gern schreibe. Auf längere und mit mehr Ehrgeiz verfasste Texte trifft das nicht mehr zu, hauptsächlich deswegen, weil ich es als sinnlos ansehe, mich in eine so überlaufene und gleichzeitig schrumpfende Branche hineindrängen zu wollen. Der Idealismus, der nötig wäre, um es trotz der geringen Chancen zu versuchen, ist mir abhanden gekommen. Es mag auch am Älterwerden liegen, dass ich mir lieber erreichbare Ziele setze, die keinen so langen Atem erfordern, es macht mich schlichtweg zufriedener. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher habe ich mich gefreut, als Lektoren schrieben, sie hätten meine Manuskripte gern gelesen. Das ist schön, verhilft mir aber weder zu einer Veröffentlichung noch zu Lesern. Heute bin ich selbst überzeugt davon, dass es für meine Sachen keinen Markt gibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Blogs sind wunderbare Nischen und Möglichkeiten, Dinge zu veröffentlichen, die vielleicht niemand braucht, die aber doch hin und wieder gelesen werden. Unter anderem sicher auch deswegen, weil sie nicht auf Papier gedruckt und im flüchtigen Medium Internet schnell und unkompliziert aufgerufen werden können. Die Geringschätzung, die Bloggern gelegentlich zuteil wird, hat nachgelassen. Ich habe mich aber noch nie dafür interessiert. Wer es nicht mag, muss es nicht lesen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ersten Blogtexte waren mir entsetzlich peinlich; heute sind mir nur noch meine Bilder peinlich. Aber das will ich aushalten. ;-) Vor Jahren habe ich zwei Sachbücher geschrieben. Ich würde sie nicht mehr veröffentlichen wollen, aber ich wünschte, ich hätte sie bloggen können.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7118698126335308042?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7118698126335308042/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7118698126335308042' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7118698126335308042'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7118698126335308042'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/01/was-niemand-braucht.html' title='Was niemand braucht'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3183815677190456141</id><published>2011-01-19T18:46:00.004+01:00</published><updated>2011-01-19T19:03:00.687+01:00</updated><title type='text'>Dahinter steckt oft ein blödes Ding</title><content type='html'>Bevor ich einen Auftrag bestätige, soll ich ihn mir gründlich durchlesen. Hin und wieder tue ich das. Vor ein paar Tagen stutzte ich beim Lesen einer Preisangabe, rechnete nach, bezog alle nur erdenklichen Missverständnisse ein und konnte doch nicht nachvollziehen, wie diese Berechnung zustande gekommen war. Also rief ich beim Auftraggeber an, schilderte das Problem und wie sich der Auftragswert zusammensetzt. Die Stimme am anderen Ende der Leitung – sehr jung klingend, etwas nassforsch, schlug in Ratlosigkeit um: „Aber das Tool bringt mir das so.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was für ein Argument! Dieses Ding – ich hörte den Begriff zum ersten Mal – muss es ja wissen. Es war eine einfache Rechnung, eine Addition und eine Multiplikation – Mathematik Klasse 2, Grundschule, soweit ich mich erinnere. Tool –hm. Aus dem Zusammenhang heraus konnte ich mir vorstellen, was damit gemeint war: etwas, wo man Werte eingibt und ein Ergebnis erhält. Ich benutze ein Programm mit einem Fenster „Preisberechnung“,  das mir, wenn ich es aufrufe, nicht nur das Ergebnis, sondern die gesamte Rechnung anzeigt. Allerdings ist das Programm veraltet und wird demnächst ersetzt werden. Für jene Berechnung, von der die Rede ist, tat es auch der Taschenrechner. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gab der jungen Dame am anderen Ende der Leitung nicht den Rat, ihren Taschenrechner oder gesunden Menschenverstand (falls vorhanden – aber so etwas sagt man nicht) zu benutzen, sondern sagte nur, dass ich nicht wüsste, wie ihr Wert zustande kommt und dass doch einfach ein Listenpreis zugrunde gelegt werden müsse. Sie druckste ein wenig herum und sagte, sie würde es nochmal prüfen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit diesem Vorfall stoße ich fast täglich auf neue Tools: eins für den BMI (Body Mass Index), für die Einkommenssteuer und sogar für die Höhe des Grundwasserspiegels. Praktisch sind sie, diese Dinger: man tippt etwas ein und liest ab, was man wissen möchte. Wozu noch Gedanken an den Rechenweg verschwenden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ähnlich ist es mit der neuen Software, die mir bevorsteht. Man wünscht sich mehr Anwendungsmöglichkeiten: das Programm soll so viel wie möglich können und dem Benutzer noch mehr abnehmen. Derzeit muss man einiges manuell ergänzen; manchmal ist Nachdenken vonnöten oder eine Nebenrechnung auf der Schreibtischunterlage. Aber das, woran man zu knobeln hat, ist genau betrachtet ganz nützlich. Eine Kollegin sagte es schon vor Jahren: Sie sei froh, wenn sie ab und an noch bei der Arbeit denken könne. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man sollte einem Ding – einer Maschine oder einem Programm – nicht allzu sehr vertrauen, auch wenn es verlockend ist, dies zu tun. Wir leben in einer Diktatur des Profits, die immer mehr Menschen ihrer Arbeitsplätze und Einkommen beraubt, und all dem sollten wir nicht noch entgegen kommen, indem wir freiwillig verdummen und uns selbst abschaffen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3183815677190456141?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3183815677190456141/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3183815677190456141' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3183815677190456141'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3183815677190456141'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/01/dahinter-steckt-meist-ein-blodes-ding.html' title='Dahinter steckt oft ein blödes Ding'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-8120715771215299978</id><published>2011-01-09T19:50:00.002+01:00</published><updated>2011-01-09T19:53:15.298+01:00</updated><title type='text'>Lieblingsstück</title><content type='html'>Es gibt sie, Kleidungsstücke für ein ganzes Leben. Man trifft auf so ein Stück selten dann, wenn man danach sucht. Für irgendeinen Anlass habe ich vor vielen Jahren einen schwarzen Blazer benötigt. Nach der Wende  gab es durchaus reichlich Auswahl in den Geschäften. Ich hatte keine konkreten Vorstellungen, wie das Stück, das ich haben wollte, beschaffen sein musste. Eine wochenlange Odyssee durch die verschiedensten  Läden lehrte mich vor allem, wie es nicht sein sollte. Irgendwann, als der gewisse Termin näher rückte und ich mich entscheiden musste, wählte ich das Stück, mit dem ich noch am besten leben konnte. Heute kann ich mich nicht mehr daran erinnern; ich habe es bald aussortiert. Eines Tages aber stand ich vor dem ultimativen Stück. Es war ein schwarzer Blazer, der anders aussah als alle, die ich zuvor gesehen hatte: ein wenig kürzer, ein wenig lässiger, ein wenig sportlich, nur ganz leicht tailliert und sehr, sehr chic. Seine wahre Schönheit erkannte man aber erst, wenn man ihn berührte: dieser so leichte, so glatt und schlicht fallende Stoff fühlte sich unglaublich weich an. Dieser oder keiner, dachte ich sofort, und ohne ihn anprobiert zu haben, wusste ich, dass er wie für mich geschaffen war. Jeder andere Blazer verkleidete mich, und dieser passte zu mir, wie ein Kleidungsstück nur passen kann. Ich hätte ihn auf der Stelle mitgenommen, wenn er nicht so sündhaft teuer gewesen wäre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Wochen vergingen, und regelmäßig ging ich ins Geschäft, betrachtete und berührte den Blazer und ging wieder hinaus. Ich hoffte darauf, dass er eines Tages im Preis reduziert würde und hielt es dennoch für unwahrscheinlich: ein Stück dieser Qualität muss nicht billiger werden, das wird eines Tages gekauft. Die Jahreszeiten und die Kollektionen wechselten, aber ein einziges Exemplar meines Favoriten blieb im Geschäft hängen – ausgerechnet in meiner Größe. Als wieder einmal fast alle Kleidungsstücke außer diesem einen mit „Sale“ gekennzeichnet waren, fasste ich mir ein Herz, nahm den Blazer von der Stange und ging mit ihm in die Umkleidekabine. Kaum hatte ich ihn übergezogen, kam eine Verkäuferin und fragte, ob alles passt. Natürlich passte es. Ob ich den Stoff schon gefühlt hätte. Natürlich hatte ich, unzählige Male schon. Die Entscheidung war gefallen: ich musste mir dieses Stück leisten. Und ich konnte es rückblickend nicht fassen, dass ich mir gewünscht hatte, jemand anderes würde diesen Blazer endlich kaufen, damit ich nicht mehr dieser Versuchung ausgesetzt sei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt wenig Anlässe, an denen ich ihn tragen kann, aber ab und an findet sich eine Gelegenheit. Freilich ist das Stück immer ein solcher Blickfang, dass es mir peinlich sein müsste, wenn ich nicht so glücklich damit wäre. Er verbleicht nicht, er knittert nicht, er sieht immer noch so chic aus wie am ersten Tag, so schnell die Mode auch wechseln mag. Oft greife ich einfach nur in den Schrank, um über den Stoff zu streichen. Ich werde nie mehr einen schwarzen Blazer kaufen müssen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daran denke ich gelegentlich, wenn ich zu leichtsinnigen Käufen tendiere. Manchmal ist ein Spontankauf ja ganz schön und auch in Ordnung, sofern es sich in Grenzen hält. Aber es ist mir immer wichtiger geworden, nicht jeder Geschmacksverirrung nachzugeben. Viele Stücke sehen auf dem Kleiderbügel gut aus, aber sie passen nicht zu mir. Mitunter merke ich das erst, wenn so ein Teil im Schrank hängen bleibt, ohne dass ich es je anziehe. Dann hilft nur beherztes Ausmisten: weniger ist fast immer mehr.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-8120715771215299978?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/8120715771215299978/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=8120715771215299978' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8120715771215299978'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8120715771215299978'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2011/01/lieblingsstuck.html' title='Lieblingsstück'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1269547434980307817</id><published>2010-12-05T18:54:00.004+01:00</published><updated>2010-12-05T20:30:12.527+01:00</updated><title type='text'>Ohne uns!</title><content type='html'>In Dresden-Mickten kann man gut essen gehen, und an der Elbe entlang findet man so manches gemütlich aussehende Restaurant. &lt;br /&gt;Oft schon blieben wir an der Pfälzer Weinstube stehen, vom ersten Blick in den Biergarten oder in die Gaststube recht angetan, bis wir beim Lesen eines Schildes neben dem Eingang regelrecht zurückprallten.&lt;br /&gt;Unter einigen kulinarischen Empfehlungen steht groß und fettgedruckt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Nörgler und Miesepeter haben hier Lokalverbot!&lt;br /&gt;Hunde willkommen!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und jedes Mal überlegen wir kopfschüttelnd, was das soll. &lt;br /&gt;Wein aus der Pfalz ist bekanntermaßen sehr gut – meine Lieblingssorte stammt von dort. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand in gastlichem Ambiente, bei gutem Essen und gutem Wein schlechte Laune haben und nörgeln könnte. Daraus kann man schlussfolgern, dass die Bedienung so unfreundlich, dass Essen und Trinken so schlecht sind, dass es nur hartgesottene Zwangsoptimisten da drinnen aushalten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kann aber auch sein, die Betreiber der Gaststätte haben einen merkwürdigen Humor oder wollen sich mit derartig dummen Sprüchen bei eben diesen hartgesottenen Zwangsoptimisten anbiedern. Es gibt ja etliche Zeitgenossen, die permanente gute Laune und ständiges positives Denken am liebsten zur allgemeinen Pflicht erheben würden – was in solcher Ausprägung weder realistisch noch angemessen wäre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst recht finde ich es seltsam, wenn vierbeinige Gäste zweibeinigen vorgezogen werden, da es für Hunde offenbar keine Einschränkung gibt. Muss ich damit rechnen, dass ein Pitbull ungehindert um meinen Tisch springen und oder ein Bernhardiner seine Pfoten auf meinen Schoß legen darf und ich dabei gute Miene machen soll? Ich jedenfalls will so etwas nicht; nach meiner Auffassung haben Hunde in einer Gaststube nichts zu suchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich frage mich auch, wie so ein Lokalverbot durchgesetzt werden sollte. Gibt es schon am Eingang eine Gesichtskontrolle? Wird bei einer missfälligen Bemerkung die Polizei gerufen? &lt;br /&gt;„Nehmen Sie mal den Mann da drüben fest, der eben den Mund verzieht?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für uns steht fest, dass die Betreiber dieses Gasthauses ihren Beruf verfehlt haben. Das Lokal mag noch so hübsch aussehen, wir werden es nicht betreten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie gern gehen wir dagegen zum Griechen um die Ecke, wo einem der Kellner herzlich entgegen kommt, nach Wünschen fragt und einen Tisch empfiehlt, wo Essen und Wein gut sind und die Atmosphäre freundlich und familiär ist: dort fühlt man sich eingeladen. &lt;br /&gt;Mit Nörglern und Miesepetern, die potentielle Gäste mit Verbotsschildern verprellen, wollen wir wirklich nichts zu tun haben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1269547434980307817?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1269547434980307817/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1269547434980307817' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1269547434980307817'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1269547434980307817'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/12/ohne-uns.html' title='Ohne uns!'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7025912632699611785</id><published>2010-11-28T15:17:00.001+01:00</published><updated>2010-11-28T15:18:59.977+01:00</updated><title type='text'>Traditionen und Brüche (2)</title><content type='html'>In meinem Elternhaus wurde Wert auf Traditionen gelegt, und wie ich schon schrieb, hat meine Mutter sich besonders viel Mühe gegeben, uns weihnachtliche Bräuche zu vermitteln. Von ihr lernten wir, dass die Adventszeit – die Zeit der Vorfreude – am schönsten ist. Sie nahm sich viel Zeit für all die Vorbereitungen und Heimlichkeiten, für Bastelabende und Weihnachtsbäckerei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Bruder und ich entwickelten, als wir größer waren, eigene Rituale: wir besorgten die Tannenzweige für Sträuße und Gestecke, mit denen wir das Haus schmückten – wir wohnten dicht an der Heide und kannten uns gut dort aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Vater, der Physiker von Beruf und Heimwerker aus Leidenschaft ist, entdeckte in der Vorweihnachtszeit ein neues Hobby: das Drechseln. Ich kann mich gut erinnern, dass er viele Versuche unternehmen musste, bis ihm der erste selbst gefertigte Leuchter gelang. Bald wagte er sich an größere Stücke, Räuchermännchen und schließlich sogar Nussknacker. Letztere sind traditionelle Figuren aus dem Erzgebirge – mein Vater fertigte aber keine Kopien an, allenfalls holte er sich Anregungen. Holz war in der DDR nicht leicht zu bekommen; die Räuchermännchen und Leuchter waren aus Schaufelstielen gefertigt. Für die Nussknacker benutzte mein Vater Holz aus dem eigenen Garten, das gut abgelagert sein musste. Die meisten dieser Figuren durfte ich bemalen, und er passte genau auf, dass ich halbwegs akkurat arbeitete – was noch nie meine Stärke war. Ich staune heute rückblickend über diesen Vertrauensbeweis, denn mein Vater ist sehr perfektionistisch. Sein liebstes und bestes Stück war und ist ein großer Schornsteinfeger als Nussknacker, und diesen hat er selbst bemalt. Während die meisten gedrechselten Figuren verschenkt wurden, hat er den Schornsteinfeger für sich gemacht. Im Grunde – darauf hat er hingewiesen – ist dieses Stück ein Traditionsbruch. Während Räuchermännchen aus dem Erzgebirge traditionell gutmütige Gesellen sind: Waldschrat, Nachtwächter oder andere bärtige, gemütliche, Pfeife rauchende Gestalten, haben Nussknacker ein grimmiges Aussehen. Meist sind es Uniformträger – Soldaten, Polizisten, Gesetzeshüter. Ein Schornsteinfeger passt nicht so richtig in das Schema – obwohl die ja heutzutage auch Beamte  sind. Stil- und Traditionsbrüche sind oft reizvoll. Der Schornsteinfeger-Nussknacker meines Vaters ist jedenfalls der schönste, den ich kenne. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu der Zeit, als der Schornsteinfeger entstand, habe ich meinen Vater um einen weiteren Traditionsbruch gebeten: ein Räuchermännchen, ein Einzelstück, nur für mich gefertigt. Ein römischer Legionär – würde man meinen – passt auch nicht ins Schema. Ich habe aber beschlossen, dass mein Räuchermännchen-Legionär tolerant und gutmütig ist – in Wirklichkeit war das römische Imperium toleranter, als viele Rom-Klischees vermuten lassen. Bei mir zuhause „bewacht“ er seit vielen Jahren die Weihnachtskrippe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Weihnachtsabend in die Kirche zu gehen, ist für uns ebenfalls Tradition, obwohl wir weder in der Kirche, noch gläubig sind. Zu Weihnachten gehören nun einmal die Predigt, das gemeinsame Singen und das Krippenspiel, und mit dem Krippenspiel gibt sich die Kirchgemeinde, in die wir am Weihnachtsabend gehen, viel Mühe. Die Junge Gemeinde gibt sich besonders viel Mühe, möchte das Krippenspiel besonders aktualisieren und modernisieren. Einmal lief da ein Typ herum, der die Uniform eines DDR-Verkehrspolizisten trug, mit seinem Stab herumfuchtelte und schrie: „Judäa? Wo liegt das eigentlich?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da wir die Weihnachtsgeschichte alle Jahre wieder hören und sie sich – bei allen modernen Interpretationen – grundsätzlich nicht verändert hat, wurde uns klar, dass dieser Typ den Kaiser Augustus darstellte – worauf ich ohne diese Kenntnis beim besten Willen nicht gekommen wäre. Ausgerechnet Augustus, der die Provinzverwaltung mit solcher Gründlichkeit und Besonnenheit geregelt hat, sollte nicht wissen, wo Judäa liegt? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Engagement der Jungen Gemeinde durchaus wertschätzend, gehen wir lieber wieder zum Krippenspiel für die Kleineren am Nachmittag – da halten sich die Interpretationen – ob nun neu oder alt, passend oder unpassend – in angenehmen Grenzen. Welche Traditionen man annimmt oder nicht, welche schafft oder abschafft, ist heute zum Glück freigestellt – und mit den Brüchen ist es ebenso.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7025912632699611785?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7025912632699611785/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7025912632699611785' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7025912632699611785'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7025912632699611785'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/11/traditionen-und-bruche-2.html' title='Traditionen und Brüche (2)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7151086913605619042</id><published>2010-11-28T15:15:00.000+01:00</published><updated>2010-11-28T15:16:43.976+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/TPJkRgXvXnI/AAAAAAAADqE/4gr1DzpV6T4/s1600/20101127_0001.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 400px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/TPJkRgXvXnI/AAAAAAAADqE/4gr1DzpV6T4/s400/20101127_0001.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5544604343156563570" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7151086913605619042?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7151086913605619042/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7151086913605619042' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7151086913605619042'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7151086913605619042'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/11/blog-post.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/TPJkRgXvXnI/AAAAAAAADqE/4gr1DzpV6T4/s72-c/20101127_0001.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4726616616947348185</id><published>2010-11-06T17:03:00.005+01:00</published><updated>2010-11-06T17:22:59.110+01:00</updated><title type='text'>Weihnachtsverstimmung</title><content type='html'>Alle Jahre wieder kommen Stressgefühle und Panik in mir auf, so dass ich mir wünsche, das Fest wäre schon vorbei, bevor es begonnen hat. Ich kann diese Gedanken weit von mir schieben, das Gebäck und die Weihnachtsdeko in den Kaufhäusern ignorieren - irgendwer oder irgendwas macht mich garantiert darauf aufmerksam, dass es nicht mehr lange dauert bis zum Fest. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Mal war es ein Hochglanzmagazin, mit dem ich es mir im Sessel gemütlich machen wollte. „Mode für die Feiertage“, las ich, „Bastelideen zum Fest“ und gar eine Sonderbeilage mit Weihnachtsplätzchen – natürlich zum Selbermachen. Würde ich all diese Anregungen aufgreifen, müsste ich mich sofort aus dem Büro verabschieden, sämtliche Freizeitbeschäftigungen sausen lassen und mich an die Weihnachtsvorbereitungen machen. Jahresendauszeit könnte man das nennen, wollte man der Utopie einen Namen geben, und das Wort hat tatsächlich einen verführerischen Klang. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andere Zeitschriften beschäftigen sich in ihren Dossiers mit inneren Werten, mit nicht-materiellen Wünschen, mit der Sehnsucht nach Einfachheit in einer komplizierten Welt, und derartige Gedanken sind noch verführerischer als Zuckerguss auf Marzipan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich – das weiß ich im Grunde – liebe ich das Weihnachtsfest, auch wenn ich oft etwas anderes sage oder schreibe. Ich mag nur nicht, was es mit uns macht. In den Städten herrscht hektische Betriebsamkeit; die Jagd nach Geschenken gestaltet sich zu einer Art Wettkampf, kommentiert von der Einzelhandelsbilanz. Etliche Berufsgruppen haben von Anfang Dezember an Urlaubssperre. In vielen Betrieben herrscht im letzten Quartal Ausnahmezustand. Gar nicht denken möchte ich an diejenigen, die an Feiertagen Dienst haben – aber ich denke natürlich doch an sie. Als ich noch in der Produktion gearbeitet habe, hatte ich auch Feiertagsdienst, aber zum Glück gibt es Pläne, die dafür sorgen, dass solche Schichten aufgeteilt werden. Und dann die Menschen, die an solchen Tagen sogar arbeiten wollen, weil sie allein zuhause sind oder die Zuschläge brauchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hochglanzmagazine sind nicht mehr so konservativ wie früher, sie richten sich an moderne Leser. Wer aber, frage ich mich, soll diese Anleitungen aufgreifen? Die einen Arbeitsplatz haben, haben keine Zeit, und jene, die keine Arbeit haben, haben erst recht keine, weil sie von Amts wegen verdonnert werden, Jobs zu suchen, die es nicht gibt. Möglicherweise wollen Zeitschriften gar keine  Vorschläge liefern, sondern Illusionen, Illusionen vom perfekten Fest – für Abende, die man lesend im Sessel verbringt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, ich liebe Weihnachten. In meinem Elternhaus wurden Traditionen zum Fest sorgfältig gepflegt, wurde viel vorbereitet, gebastelt und gesungen. Geschmacklosigkeiten und Materialismus waren verpönt. Meine Mutter hat ihr Bestes getan, um Weihnachtsstimmung zu verbreiten und der Familie ein schönes Fest zu bereiten. Nach Scheidung und verkürzter Berufstätigkeit bekommt sie nur eine schmale Rente, kaum mehr als Hartz IV. Ein ungetrübtes, idyllisches Weihnachtsfest gibt es nicht gratis, irgendwer bezahlt immer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer dann, wenn mich der Feiertagsfrust überwältigt, träume ich von einer Hütte in den Bergen, wo ich dem ganzen Trubel und Stress entfliehen kann. Raus aus der Stadt, den überfüllten Kaufhäusern, fort von allen Verpflichtungen: Ruhe und Besinnung haben, Stille, Kerzenlicht, Schneeflocken draußen vor dem Fenster. Irgendwann - sage ich mir – und bin sicher, dass es bestenfalls ein Ferienhaus sein wird, aus dem man wieder abreist, bevor einen der Alltag auch dort einholt. Bis es soweit ist, habe ich ein Weihnachtsdorf zum Aufstellen: mit kleinen Häusern, Tannenbäumen und – an dunklen Winterabend sehr echt wirkendem – künstlichen Schnee. Das schaue ich mir gern an, und wenn ich genug davon habe, ziehe ich den Stecker und räume es weg bis zum nächsten Jahr.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4726616616947348185?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4726616616947348185/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4726616616947348185' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4726616616947348185'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4726616616947348185'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/11/weihnachtsverstimmung.html' title='Weihnachtsverstimmung'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3178517330049804195</id><published>2010-10-30T18:23:00.003+02:00</published><updated>2010-10-30T18:26:42.728+02:00</updated><title type='text'>Schön war es</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/TMxGyoydYHI/AAAAAAAADp8/VEzZ-Oe2AJk/s1600/IMG_0354.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/TMxGyoydYHI/AAAAAAAADp8/VEzZ-Oe2AJk/s400/IMG_0354.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5533875877887959154" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und &lt;a href="http://www.sternstaub.org/forums/topic.php?id=2810&amp;s=bc4e94568a40ea8aa3053b8d0b9822ff"&gt;hier&lt;/a&gt; gibt es noch einen Reisebericht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3178517330049804195?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3178517330049804195/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3178517330049804195' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3178517330049804195'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3178517330049804195'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/10/schon-war-es.html' title='Schön war es'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/TMxGyoydYHI/AAAAAAAADp8/VEzZ-Oe2AJk/s72-c/IMG_0354.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2931834171298189340</id><published>2010-10-05T19:42:00.001+02:00</published><updated>2010-10-05T19:44:48.437+02:00</updated><title type='text'>Nichts Neues</title><content type='html'>gibt es hier, dafür aber eine neue Baustelle:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://lauf-undtrainingstagebuch.blogspot.com/"&gt;Lauf-und Trainingstagebuch&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2931834171298189340?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2931834171298189340/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2931834171298189340' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2931834171298189340'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2931834171298189340'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/10/nichts-neues.html' title='Nichts Neues'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3084222085555868041</id><published>2010-09-25T21:07:00.002+02:00</published><updated>2010-09-25T21:14:28.763+02:00</updated><title type='text'>Nach Inventur</title><content type='html'>bleibt dieser Blog weiterhin geöffnet. Beim Durchsehen verstärkte sich der Eindruck, dass es eine Ansammlung von Ramsch ohne irgendeine Linie oder Tendenz geblieben ist. &lt;br /&gt;Aber wie es so ist - sämtlichen Ramsch wollte ich dann doch nicht entsorgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe einige, vor allem ältere Beiträge entfernt, insgesamt aber weniger, als ich geplant hatte. Kommentierte Beiträge habe ich nicht gelöscht, weil es um die Kommentare schade wäre. Ob und wie es hier weiter geht, weiß ich genaugenommen noch nicht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3084222085555868041?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3084222085555868041/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3084222085555868041' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3084222085555868041'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3084222085555868041'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/09/nach-inventur.html' title='Nach Inventur'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7097476788110220864</id><published>2010-08-14T13:36:00.003+02:00</published><updated>2010-08-14T13:50:06.261+02:00</updated><title type='text'>Wie war das eigentlich 2002?</title><content type='html'>Ein guter Artikel in der Sächsischen Zeitung – leider kostenpflichtig – setzte sich anlässlich der Katastrophen-Berichterstattung mit Gewissensfragen und Regeln des Journalismus auseinander. Schade, dass er nicht allgemein zugänglich ist, denn so nachdenklich und sensibel Formuliertes liest man nicht alle Tage. Nach dem Lesen ging ich mit mir ins Gericht, ob es nicht deplatziert war, im Zusammenhang mit den Hochwassermeldungen vom Pilze sammeln zu schreiben. Ich möchte mich hier nicht über die Funktion des Gewissens auslassen, denn dies wäre ein Thema für sich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Berichte und Bilder in den Medien rufen Erinnerungen wach. Ich nehme gewiss Anteil und bin auch beunruhigt. Die Pilzwanderung und das Erzählen darüber waren ein Ablenkungsmanöver, in erster Linie für mich selbst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als das Wasser vor ein paar Tagen zu steigen begann, kreisten Hubschrauber über dem Elbtal, genau wie 2002. Mit dem Geräusch kamen noch mehr Erinnerungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuerst kam der Regen. Ich hatte nie zuvor solche Niederschläge erlebt; es stürmte und schüttete nur so. Das Wasser drang unter der Haustür hindurch ins Treppenhaus und bildete eine große Pfütze. Ich hatte frei, nahm den größten Regenschirm, den wir besaßen, brachte zuerst Josefine, damals 9 Jahre alt, in die Grundschule, danach Lucas, 11 Jahre alt, in die Mittelschule. Marcus, damals 16, ließ sich natürlich nicht mehr zur Schule begleiten; Daniel war 18 und machte seine Lehre in Dachau. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Folgetag waren Schulen und viele Betriebe geschlossen. Mein Mann arbeitete in einem Handwerksbetrieb und war nach dem Hochwasser mindestens vierzehn Tage zuhause. Das Verlagsgebäude, in dem ich arbeite, war direkt betroffen; die Weißeritz, normalerweise ein Flüsschen, hatte sich ihren Weg durch die Innenstadt gebahnt und war mitten durchs Foyer geflossen. Die Zeitung fiel nur einen Tag lang aus. Provisorische Büros wurden geschaffen, damit Notausgaben erscheinen konnten; schließlich war die Tageszeitung eine wichtige Informationsquelle, umso mehr, als andere Medien entfielen. Meine Abteilung kam in einem Raum in der Druckerei unter, und dorthin fuhr ich jeden Tag zur Arbeit. Nach den Fluten der kleineren Flüsse kam die Elbflut. Anfangs war das eine Attraktion; Spaziergänger säumten zu jeder Tageszeit die Ufer. Dann wurden die Brücken für den Autoverkehr gesperrt. Wir deckten uns im Einkaufszentrum mit allen Dingen ein, die wir meinten, im Haus haben zu müssen. Im Supermarkt wurden wir gerade noch abkassiert, dann ertönten Durchsagen, dass Wasser im Keller sei und der Markt geräumt werden müsse. Inzwischen war es längst wieder sommerlich warm, aber das Wasser stieg unaufhörlich. An manchen Stellen lief es aus den Schleusen heraus und die Straßen entlang. Bald wurden Uferbereiche und Deiche gesperrt, tiefer gelegene Bereiche standen unter Wasser. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kinder fanden die Katastrophe interessant und abenteuerlich; sie hatten ja schulfrei. Mit Daniel konnten wir ab und an telefonieren; wir rieten ihm ab, nach Hause zu kommen. Lucas und Josefine spielten viel mit zwei Mädchen von nebenan, zu denen sie sonst wenig Kontakt hatten. Diese Familie hatte durch die Flut ihren Garten verloren. Marcus hatte unmittelbar nach der ersten Flut eine Erkundung ins Stadtzentrum unternommen, von der er uns erst nachträglich berichtete. Zusammen mit einem Freund war er über die Eisenbahnbrücke gelaufen, denn andere Brücken waren von der Polizei abgeriegelt worden. Züge fuhren natürlich nicht mehr. Beeindruckt erzählte er von weiten Überschwemmungen, umgeknickten Masten und im Wasser treibenden Autos. Bald standen auch der Zwinger und der Hauptbahnhof unter Wasser. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Handyverbindungen brachen zusammen, das Internet war hoffnungslos überlastet und stand nicht zur Verfügung. Die Innenstadt war in weiten Teilen überflutet; es gab keinen Strom mehr, womit auch Fernsehen und Nachrichten entfielen. Vieles erfuhr man vom Hörensagen – oder aus der Zeitung. Man muss erwähnen, dass die Zusteller im Katastrophengebiet unterwegs waren und dafür sorgten, dass Zeitungen auch unter erschwerten Bedingungen an die Leser kamen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gefährdeten Wohngebiete wurden abgeriegelt, und ständig waren Hubschrauber in der Luft. Dieses Geräusch fand ich ebenso zermürbend wie das Warten auf den Scheitelpunkt, der immer wieder angekündigt wurde und immer weiter auf sich warten ließ. Wir wurden vom Hubschrauber geweckt und hörten ihn, wenn wir schlafen gingen. Nachts war es sehr still. Das Wasser stieg und stieg.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder Morgen begann für mich mit einem Gang in den Keller, um dort die Lage zu peilen. Eines Tages war es so weit: das Wasser sickerte durch eine Wand hinein. Am selben Abend bildeten wir mit den Kindern eine Eimerkette und wollten uns damit gegen die Fluten zur Wehr setzen, aber die Feuerwehr warnte davor, die Keller leer zu pumpen; es sei wegen der Statik der Häuser gefährlich und außerdem ein Hygiene-Risiko. Die Kinder waren mit viel Humor dabei gewesen, aber wir hielten uns an die Weisungen, die uns einleuchteten. Schnell wurde uns klar, dass solche Aktionen nicht viel nutzten. Das Wasser füllte fast den ganzen Keller, aber es stieg uns nicht in die Wohnräume. Irgendwann wurden wir per Lautsprecher aufgefordert, die Häuser zu verlassen, aber wir hatten längst beschlossen, diese Durchsagen zu überhören. In unserem dreistöckigen Haus war nach oben hin noch viel Platz. Wir hatten Gas zum Kochen und zum Erwärmen von Wasser; das erwies sich als sehr wichtig. Man lenkte sich ab, so gut es ging, aber natürlich war man besorgt, fühlte sich ausgeliefert und war oft auch wütend, weil das Wasser immer höher stieg und man nichts als abwarten konnte. Ein Damm aus Sandsäcken hielt die Elbe von den Straßen und Fußwegen fern. Hätte er nicht gehalten, wären wir irgendwann von Wasser umschlossen gewesen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war froh, arbeiten gehen zu können, denn auf Gute- Nachbarschafts-Getue mit Leuten, die sich sonst über unsere Kinder beschwerten, stand ich nicht so. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Notbüro arbeiteten wir sehr provisorisch und hofften, so bald wie möglich wieder ins Verlagsgebäude zurück zu können. Wir hatten keine Computerprogramme, keine Arbeitsmittel, keine Kundenakten. Mit Hilfe des Telefonbuchs fragte ich mich von örtlichen Filialen zu den Zentralen und Auftraggebern durch. Wir mussten mit den Kunden abklären, ob ihre Werbung trotz des Hochwassers erscheinen sollte. Die meisten Ansprechpartner waren nett und verständnisvoll, und fast alle Aufträge wurden durchgeführt wie gebucht. Die Immobilienanzeigen boomten; vor allem Wohnungen in Höhenlagen waren gefragt. Diese Tatsache löste den ersten kollektiven Lacher im Büro aus, und es tat gut, sich über die Situation auch mal amüsieren zu können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Druckerei befindet sich in Höhenlage, und auf dem Weg dorthin kam ich immer an Geschäften vorbei, die geöffnet waren. So konnte ich die Familie mit allem versorgen, was benötigt wurde. Das Fahrrad erwies sich als wahrhaft krisentauglich. Viel essen mochten wir allerdings nicht. Ich habe in wenigen Tagen mehrere Kilo abgenommen, worüber ich gar nicht so traurig war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war an einem Wochenende, als der Pegel der Elbe endlich fiel. Ich sah aus dem Fenster auf die Straße und beobachtete die Schleuse, aus der seit Tagen Wasser sickerte. Deutlich war zu sehen, wie es gluckerte und das Wasser zurück in die Kanalisation lief. Auf diesen Moment hatten wir lange gewartet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Katastrophensituation blieb uns noch eine Weile erhalten. Der Alltag normalisierte sich langsam, und sehr langsam floss das Wasser ab. Es gab Weisungen, keine Wäsche zu waschen, aber daran konnte ich mich nicht durchweg halten. Wie sollte das auch gehen mit vier Kindern. Wir kehrten an unsere Arbeitsplätze im Verlag zurück, aber die Technik war noch störanfällig, und nur eine Notbesatzung durfte mit der Arbeit beginnen. Meine Kollegin löste mich im Büro ab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Flut erfuhren wir, wie schnell unser komfortables Leben aus den Fugen geraten kann, aber auch, dass es sehr schnell wieder anläuft. An den Wochenenden gingen wir meist in den Wald: 2002 war ein sehr gutes Pilzjahr.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7097476788110220864?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7097476788110220864/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7097476788110220864' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7097476788110220864'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7097476788110220864'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/08/wie-war-das-eigentlich-2002.html' title='Wie war das eigentlich 2002?'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-661708376788409651</id><published>2010-08-08T21:17:00.002+02:00</published><updated>2010-08-08T21:21:07.555+02:00</updated><title type='text'>Erinnern und sammeln</title><content type='html'>Als wir Mitte Juni auf dem Elberadweg unterwegs waren, konnten wir einen vom Hochwasser überfluteten Abschnitt nicht befahren. Tage später verdorrten die Wiesen, und die Wälder waren wegen Brandgefahr gesperrt. Bald war die Elbe so flach, dass man selbst in Flussmitte den Grund sehen konnte, und der Schiffsverkehr war kurz vor dem Erliegen. Nun, Anfang August, haben wir Hochwasser, und die Dampfer können nicht mehr fahren. Die extremen Wetterlagen wechseln einander ab, ebenso häufen sich die Katastrophenmeldungen, aus verschiedenen Teilen der Welt und aus nächster Nähe. Erinnerungen an 2002 kommen bei jedem Frühjahrshochwasser, bei jedem kräftigen Regen wieder. Hier in Dresden haben sich die Niederschläge in Grenzen gehalten; in die Elbe passt noch einiges hinein. West- und Ostsachsen hat es dieses Mal erwischt. Ist der Begriff „Jahrhunderthochwasser“ noch zeitgemäß? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2002 hatte aber auch sein Gutes: die Heide war gründlich durchfeuchtet worden, und der Herbst bescherte uns reichlich Pilze. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei solch schwül-warmen Wetter wie damals waren wir heute unterwegs. Die Prießnitz, die sich idyllisch durch das gleichnamige Tal schlängelt, führte viel Wasser und Schlamm. Der Regen hat der Heide gut getan, alles grünt, wächst und atmet Frische. Ich war glücklich und zufrieden, beim Wandern mithalten zu können. Man hört so viel Entmutigendes über die gesundheitliche Versorgung hierzulande, und vieles mag seine Berechtigung haben. Von Natur aus bin ich misstrauisch und erwarte von Arztbesuchen kaum etwas Gutes, wurde aber, da ich schnelle und wirksame Hilfe erhielt, für dieses Mal eines Besseren belehrt. Und so etwas sollte man ruhig mal erwähnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere schöne wie ausgiebige Pilzwanderung habe ich gut bewältigt, auch das Bücken hier und da, und wo es sehr unzugänglich ist, krieche ich ohnehin nicht herum. Voller Dankbarkeit, mich wieder ordentlich bewegen zu können, sammelte ich meine Pilze ein. Wir haben nur geerntet, was andere übersehen hatten, aber die Ausbeute war respektabel: Steinpilze, Maronen, viele Sandpilze. Vielleicht wird das ja ein gutes Pilzjahr. Mit solcher Erwartung kann man sich trösten, wenn der Sommer zu Ende geht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-661708376788409651?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/661708376788409651/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=661708376788409651' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/661708376788409651'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/661708376788409651'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/08/erinnern-und-sammeln.html' title='Erinnern und sammeln'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4709449523912837286</id><published>2010-07-31T13:46:00.005+02:00</published><updated>2010-07-31T21:31:37.410+02:00</updated><title type='text'>Endlich ein Buch</title><content type='html'>Es war eine Verlegenheitslösung, in der kleinen Buchhandlung im nächsten Einkaufszentrum nach Lektüre zu suchen. Dort gibt es Bücher, die sich gut an Laufkundschaft verkaufen, in erster Linie Seichtes, das auch danach aussieht, so dass man es kaum aufschlagen mag. Normalerweise wäre ich wieder gegangen, aber ich hatte mir einen Wellness-Nachmittag vorgenommen und dafür brauchte ich etwas zum Lesen. Ich las diesen und jenen Titel besseren Rufes an und konnte mich für nichts erwärmen. In einem John-Irving-Roman las ich ein Weilchen, aber mein ungutes Gefühl verstärkte sich: zu viel Tragik, zu viele kaputte Menschen auf einmal, sowas kann ich derzeit nicht vertragen. Ich legte ihn wieder zurück und wandte mich einem Buch zu, das mir von Anfang an aufgefallen war. Sympathischer Titel und ein dezenter, einladender Einband, doch ich hatte dem Äußeren misstraut und eine Mogelpackung befürchtet. Dann sah ich hinein und wusste sofort, dass es das Richtige war. Unter einem richtigen Buch verstehe ich, das muss ich klarstellen, einen Roman. Es gibt viele interessante Sach- und Fachbücher, aber einen guten Roman zu finden ist etwas schwieriger. Meist gehe ich auf Nummer sicher und halte mich an Klassiker, aber danach war mir dieses Mal nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Über mich sprechen wir ein andermal“ von Edna Mazya wurde zu meiner Flucht-Begleitung aus dem Alltag. Ich musste das Buch schon am Bahnsteig auspacken und auf einer Bank mit Lesen anfangen. Gleitzeit zu arbeiten, hat viele Vorteile. Manchmal kann ich pünktlich das Büro verlassen, ein paar Meter zum Bahnhof Mitte laufen und bereits auf dem Weg dorthin in Kurzurlaubsstimmung geraten. Aber eigentlich geschieht das schon ein paar Tage vorher, wenn sich mein Vorhaben konkretisiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich hatte ich auch Zeitschriften dabei, aber die wollte ich nach dem Lesen der ersten Buchseiten gar nicht mehr anrühren. Ich legte den Roman dann doch beiseite, weil draußen die Sonne herauskam und die Fahrt in die Sächsische Schweiz immer sehr schön ist. So gern ich im guter Lektüre versinke: die Gegend anzusehen ist noch besser. Das Sitzen war etwas mühselig; ich musste immer hin- und her rutschen, um eine schmerzarme Position zu finden. Unsere teuren ergonomischen Bürosessel sind manchmal die Hölle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer Stunde Fahrzeit kam ich in Bad Schandau an und ging hinunter zur Fähre. Sie setzt dort nicht ans andere Ufer über, sondern hat noch ein Stück bis zum Ortszentrum die Elbe hinauf zu fahren. Auch diese Fahrt gehört für mich zum Erholungsritual. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Therme ist ein guter Ort zum Ausspannen. Dauermüdigkeit kann ich an mir nicht ausstehen und will schnell Abhilfe schaffen.  Ich hatte gar nicht viel vor, wollte mir nur eine abgelegene Liege suchen und bei Entspannungsmusik einschlafen. Nach dem Schlafen dann Schwimmen, aber im Wasser angekommen, wünschte ich mich auf die Liege zurück. Ich zog ins Freie um, blieb solange liegen, wie ich wollte, und von der Sonne, die sich immer mehr durchsetzte,  konnte ich kaum genug bekommen. Nach dem Schwimmen wandte ich mich wieder dem Buch zu und fühlte mich sogleich wohl beim Lesen. Genau so etwas hatte ich mir gewünscht: lebensklug, nicht deprimierend, realistisch und inspirierend, konfliktreich, wegen der Klarheit des Stils gut zu lesen. Nach einer ausreichenden Portion Lesestoff schwamm ich noch ein paar Runden in der Abendsonne. Vor dem Spiegel beim Föhnen der Moment der Wahrheit: Erleichterung, weil die Stunden im Bad ihre Wirkung zeigten und mir die gefühlten Siebzig der vergangenen Tage tatsächlich nicht mehr anzusehen waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf der Fähre war mir etwas wehmütig zumute: immer wenn sie auf den Fluss hinaus Richtung Bahnhof fährt und ich beim Zurückschauen den Großen Winterberg sehe, bedaure ich es, wieder abreisen zu müssen. Man kann auch übernachten in Bad Schandau, aber ich hatte versprochen, abends zuhause zu sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der S-Bahn konnte ich noch ein Stück im Buch lesen, ehe sie abfuhr und ich aus dem Fenster sah. Sitzen konnte ich auch wieder ganz gut, das Schwimmen war genau richtig gewesen.  Golden, spätsommerlich leuchteten die Wiesen und Hänge, ruhig floss die Elbe dahin. Die Häuser am Ufer wirkten seltsam klein neben den Schatten, die sie warfen, und vielfarbig schienen sie sich im Wasser aufzulösen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weit bin ich mit dem Buch noch nicht gekommen, und das soll mir recht sein. Es ist ein gutes Gefühl, wieder gern zu lesen; ich möchte noch ein Weilchen dabei bleiben. Und häufiger nach Bad Schandau fahren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4709449523912837286?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4709449523912837286/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4709449523912837286' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4709449523912837286'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4709449523912837286'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/07/endlich-ein-buch.html' title='Endlich ein Buch'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-935601455476297783</id><published>2010-07-25T12:08:00.005+02:00</published><updated>2010-07-25T13:52:41.466+02:00</updated><title type='text'>Die Schrecken der Polytechnik</title><content type='html'>Eine Besonderheit des DDR-Schulsystems war der Unterricht in der Produktion. Er unterteilte sich in produktive Arbeit, abgekürzt PA, und Theoriestunden, ESP genannt. Ich konnte beides nicht ausstehen und hätte es gern abgewählt, aber wenn die Möglichkeit des Abwählens bestanden hätte … naja, lassen wir das. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gab da eine Lehrwerkstatt im Busbahnhof Blasewitz, in die wir regelmäßig gehen mussten. Die Arbeit dort erschien mir öde und sinnlos. Ich erinnere mich an stundenlanges Feilen, irgendwelche Schaltungen, die wir nach dem Motto: „mal sehen, was passiert“ zusammensteckten; darüber hinaus ist mir wenig im Gedächtnis geblieben. An einige Maschinen aber erinnere ich mich noch heute. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei Arbeitsschutzbelehrungen erzählte man uns Schauergeschichten von Maschinen, die Arbeiterinnen mit langen Haaren skalpiert hatten. Was vermutlich Vorsicht bewirken sollte, löste lang anhaltende Ängste in mir aus: ich fürchtete mich vor jeder PA-Stunde, am meisten aber vor einer riesigen Bohrmaschine, die in einer Ecke stand und die wir, wie uns versichert wurde, eines Tages bedienen sollten. So ein gewaltiges Exemplar hatte ich bis dahin noch nicht gesehen, und war es erst in Betrieb, sah es noch furchterregender aus. Auch der Bohrer war ein Riesending, und Unmengen von Bohrflüssigkeit sprudelten aus der Maschine wie aus einem Springbrunnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da waren mir die Einflüsse meines Elternhauses doch viel lieber. In der Werkstatt meines Vaters gab es kleinere Maschinen wie die Heimwerker-Schlagbohrmaschine, die beim Umbau unseres Hauses unverzichtbar war. Ich hatte meinem Vater von der schrecklichen Maschine im Busbahnhof erzählt, und er begann, mich mit seiner Bohrmaschine vertraut zu machen. Eines Tages bohrte ich, während er zusah, ein Loch in ein Stück Holz. Das ging, nachdem alles vorbereitet war, relativ einfach, aber mir zitterten dennoch die Knie. Man musste nur den Hebel am Ständer langsam hinunter drücken; das Werkstück war fest eingespannt und auch die Maschine konnte sich, solange sie im Ständer befestigt war, nicht von der Stelle bewegen. Alle Erklärungen, dass die riesige Maschine im Busbahnhof auf dem gleichen Prinzip beruhe, dort fixiert sei und mir, wenn ich sie richtig bediente, nichts tun könne, nützten nichts: ich fürchtete mich immer noch sehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bekam ein eigenes Zimmer und einen Einbauschrank, den ich selbst anstreichen durfte. In der Werkstatt gab es auch Farben, und ich machte mich ans Werk. Weiße Türen, orange gerahmt, so sollte mein Schrank aussehen. Aber das Orange war in der Dose zähflüssig geworden; ich bekam weder Umrührstab noch Pinsel hinein. Ich erinnerte mich an den Zubehör-Quirl für die Bohrmaschine, mit dem man Farbe umrühren konnte. Meine Eltern hielten Mittagsschlaf, und ich wollte mit meinem Zimmer vorankommen. Ich ging in die Werkstatt, warf der Maschine einige Blicke zu und fand, dass der Zeitpunkt gekommen sei, sie auszuprobieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nahm sie aus dem Ständer heraus, ließ das kleine Ungetüm von der Leine.  Bohrfutterschlüssel, Bohrfutter auf, Quirl hinein, Bohrfutter zu. Ich hielt den Quirl in den Farbtopf und schaltete ein. Was folgte, hätte gut in einen dieser herrlich schrägen Baumarkt-Werbespots gepasst. Der Farbtopf schlug wie irre um den Quirl herum und fette, orangefarbene Spritzer flogen nach allen Seiten. Ich konnte gar nicht so schnell ausschalten, wie sich die Farbe verselbständigte. Danach war ich einige Zeit mit der Reinigung von Flur und Terrasse beschäftigt und hatte, als mein Vater aufstand, das Gröbste beseitigt, so dass er sich amüsieren konnte, statt sich zu ärgern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wenn die Farbe so eingetrocknet ist“, sagte er stoisch, „schafft es auch die Maschine nicht mehr.“ Diese Logik wollte mir ganz nicht einleuchten, denn schließlich sei es ja Aufgabe einer Maschine, stärker als der Mensch zu sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Werkstatt fand sich noch eine neue Büchse mit dem gewünschten Orange. Meine Angst vor Maschinen hatte von diesem Tag an nachgelassen, aber dennoch war ich sehr froh, als die Zeit im Busbahnhof zu Ende ging, ohne dass ich an der Riesenbohrmaschine hätte arbeiten müssen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum mir diese Geschichte eingefallen ist? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Baumarkt habe ich spontan zugegriffen und mir eine Schleifmaschine gekauft. Weil ich vorankommen wollte und es hasse, blöd herumzustehen und zu warten, bis jemand nach Hause kommt. Weil ich unbeobachtet am besten arbeite und mich dann auch traue. Mit der Maschine bin ich sehr zufrieden. Und allen Kritiken zum Trotz, dass sie größer, effizienter und … was nicht alles hätte sein können, freue ich mich über die Anschaffung, denn sie sollte bezahlbar sein und halten muss ich sie ja auch können. Frauen sollten ohnehin eigenes, ihnen sympathisches Werkzeug haben. Nicht unbedingt Angst, aber Respekt im Umgang damit ist auch ganz angebracht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-935601455476297783?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/935601455476297783/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=935601455476297783' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/935601455476297783'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/935601455476297783'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/07/die-schrecken-der-polytechnik.html' title='Die Schrecken der Polytechnik'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2030784700390762311</id><published>2010-06-27T15:48:00.003+02:00</published><updated>2010-06-27T15:55:53.636+02:00</updated><title type='text'>Familienfeier mit Hindernissen</title><content type='html'>Runde Geburtstage werden meist groß gefeiert. Gestern war nun so ein Anlass, zu dem wir auf einen Elbdampfer geladen waren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor ein paar Monaten schon rief mich mein Bruder an und überbrachte die Nachricht, es werde erwartet, dass wir eine Rede halten. Schreck lass nach! war mein erster Gedanke, und mein Bruder sah das nicht viel anders. Eine feierliche Ansprache, muss sowas sein? Ich finde, es muss nicht, aber die ältere Generation sieht manche Dinge anders und legt Wert auf förmliche Rituale. Wir entschieden uns,  die Sache mit Ruhe und Zeitvorlauf anzugehen, nach dem Motto: wir werden uns schon blamieren, aber wenn  es so sein soll, dann bitte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich konzentrierte mich erst einmal auf den leichteren Teil, das Zusammentragen von Stichpunkten. Irgendwann schrieb ich einen ersten Entwurf, mein Bruder machte Anmerkungen dazu und suchte alte Fotos heraus, die wir zeigen wollten. Die Rede ging ein paar Mal hin und her, wurde schließlich in handliche Abschnitte zerteilt, auf Karteikarten geklebt, die Karteikarten wurden nummeriert und die Rede halbiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der gewisse Tag war entsetzlich schnell herangekommen und damit auch der schwierige Teil des Gemeinschaftsprojekts. Vor einigen Wochen hatte ich während eines Volkshochschulkurses den einzigen Kurzvortrag seit meiner Schulzeit gehalten und wusste in etwa, was mich an Panikschüben erwartete. (Die Tipps von damals sollten mir von Nutzen sein.) Zunächst aber war die Kleidungsfrage ganz wichtig. Eine Dreiviertelhose sollte es sein, ganz neu und ein echtes Wunsch- und Wohlfühlstück. Die ebenfalls neue, für diesen Anlass erworbene grüne Bluse hatte einen Makel, den ich im Büro durchaus tolerieren, bei einer Feier aber, wo ich vor die Leute treten würde, nicht in Kauf nehmen wollte: zu große Abstände zwischen den Knöpfen. Die Vorstellung, unfreiwillig Einblicke zu gewähren, wäre eine Katastrophe gewesen - umso stärker, je mehr die Nerven blank lagen. Das grüne Shirt mit V-Ausschnitt gefiel mir farblich weniger; das Grün ist gut für den Alltag, aber kein Hingucker. Eine sehr schöne, orangefarbene Bluse behielt ich ein Weilchen an und entschied mich dann doch für das orangene Shirt mit V-Ausschnitt, weil dieses nicht, wie die Bluse, verrutschen konnte und außerdem besser zur sportlichen Hose passte. Erstes Aufatmen: Kleidung, die rundum passt, zum Anlass, zum Ambiente, zur Person, die sie trägt, ist für mich schon der halbe Auftritt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine eigene Familie einschließlich Quasi-Schwiegersohn brauchte ein halbes S-Bahn-Mehrzweckabteil für sich bei der Anreise. Ich fand es aber beruhigend, innerhalb einer Gruppe aufs Schiff zu gehen. Erster Schock: wir waren beinahe die letzten Gäste, die sich einstellten, ein großer Raum voller Menschen, die wir längst nicht alle kannten, erwartete uns. In einem unbeobachteten Moment einigten mein Bruder und ich uns auf die entsprechenden Redeabschnitte. Ich wusste, dass er ebenso wie ich die Sache bald hinter sich bringen wollte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber erst einmal folgte die Ansprache des Geburtstagskindes an die Gäste, frei gesprochen mit Hilfe eines Post-it-Zettels, auf dem etwa sieben Stichworte standen. Beeindruckend, so etwas zu können, aber für jemanden wie mich außer Reichweite. Es gab Sekt zum Anstoßen. Ich trank mein Glas schnell leer, denn ich nahm an, dass wir gleich Gelegenheit haben würden, unser Vorhaben in die Tat umzusetzen. Auch mein Bruder trank schnell, und seine Frau schob ihm noch ein zweites Glas zu. Auf einmal ging der Schiffsmotor los und schnitt dem Jubilar den Rest seiner Rede ab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir verständigten uns, dass wir mit unserer Rede bis zum Abendessen im Zielhafen warten würden. Das Schiff fuhr nun drei Stunden flussaufwärts. Es gab Kaffee und Kuchen und danach Gespräche mit diesem und jenem. Ich hatte mich auf die Fahrt gefreut, aber da die Rede noch bevorstand, hielt sich der Genuss der Stunden an Deck in Grenzen. Ich war regelmäßig mit Entspannungsversuchen und Atemübungen beschäftigt. Das passierte umso häufiger, je näher wir dem Ziel kamen. Da der Sekt nur kurze Zeit gewirkt hatte, holte ich mir noch ein großes Bier. Ob ich das austrinken würde? Na klar doch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als das Schiff angelegt hatte und der Motor leiser wurde, war es dann soweit. Mein Bruder sprach ganz routiniert und versuchte, nicht nur an den Karten zu kleben. Ich schaffte es wenigstens, meinen Teil mit ein wenig Betonung und nicht zu schnell zu lesen, und mir blieb auch nicht die Luft weg. Als wir uns wieder setzten, sahen wir uns erleichtert an. Dann wurde das Buffet eröffnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sobald alle satt waren, ging es ans Einpacken der Reste. Ein Bus wartete schon, der uns zu den Gastgebern nach Hause bringen sollte. Irgendjemand musste darauf bestanden haben, sogar die Suppe mitzunehmen, und die Küche lieh einen Topf aus. Ein älterer Mann im pinkfarbenen Poloshirt nahm den Suppentopf. Ich fand das ziemlich mutig und trug lieber eine Plastetüte mit irgendetwas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Mann und ich halfen dem Busfahrer, all das Mitgebrachte einzuladen, denn den Gastgebern waren Stress und gleichzeitig Erleichterung anzusehen: sie sollten einsteigen und sich zurücklehnen können. Der Busfahrer meinte, es sei am besten, wenn ich auf die Sachen aufpasse. Ich stieg ein und setzte mich auf die letzte Bank, mein Mann folgte. Den Suppentopf sollte ich besser auf den Schoß nehmen, hieß es, denn wenn im Bus etwas auslaufen würde, wäre das teuer. Und die Kleidung kann schmutzig werden?, fragte ich , aber das überhörte der Fahrer wohl. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da hatte ich den Topf mit warmer Gulaschsuppe auf dem Schoß, und alle waren der Meinung, dass er bei mir gut aufgehoben sei. Keine Sorge, wir sind versichert, rief man mir zu, und ich sollte ihn gut festhalten. Die Bemerkung mit der Kleidung hatte ich allgemein gemacht, aber als der Bus anfuhr und über Kopfsteinpflaster holperte, wurde mir bewusst, dass ich meine neue Hose trug. So ein Lieblings-Wohlfühlstück macht sich ja nicht unangenehm bemerkbar, deshalb hatte ich die ganze Zeit nicht daran gedacht. Und dann fiel mir ein, dass die Suppe auch meinen weißen Turnschuhen nicht unbedingt gut tun würde. Versichert? Eine Hose, die mir rundherum gefällt, ist nicht zu ersetzen. Ein solches Stück, sportlich, lässig und mit einem Hauch Eleganz finde ich nur alle paar Jahre einmal!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein netter Bekannter gesellte sich zu uns und gab mir Tipps, die Strecke betreffend. Gleich würde die Straße besser, und dann müsste ich nur noch beim Kreisverkehr aufpassen. Die Männer boten sich an, den Topf zu nehmen, aber auch sie hatten helle Hosen an. Mein Mann holte eine Einkaufstüte hervor, breitete sie unter dem Suppentopf aus und passte auf, dass sie nicht verrutschte.  Er hatte bemerkt, dass der Deckel nicht richtig auf den Topf passte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ging dann ein ganzes Stück recht gut, und auch beim Kreisverkehr konnte ich ausgleichen, obwohl der Bus ziemlich rasant unterwegs war. Ich hätte es gleich geschafft, motivierte man mich, nur noch der Bahndamm…  Bahndamm??? Ich ahnte Schlimmes, war aber entschlossen, die Sache durchzuziehen: Ich will-will-will meine Hose nicht ruinieren! Ich setzte mich so stabil wie möglich, hielt den Topf samt Deckel fest – es gab einen gewaltigen Ruck und einen kräftigen Schwapp. Ich fühlte mich wie über eine Sprungschanze geschleudert, aber – oh Wunder, die Tüte hatte den Schwapp aufgefangen. Die letzten Meter waren holprig und kurvenreich. Mein Mann schaffte es, die Tüte in Form einer Schüssel zu halten, und ich hielt den Topf fest. Nach dem Aussteigen übernahm er komplett, ohne sich zu bekleckern. Meine Hose hat tatsächlich nicht den kleinsten Fleck abbekommen, aber ich brauchte gleich ein Bier.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2030784700390762311?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2030784700390762311/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2030784700390762311' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2030784700390762311'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2030784700390762311'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/06/familienfeier-mit-hindernissen.html' title='Familienfeier mit Hindernissen'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4964785490409435996</id><published>2010-05-19T17:44:00.006+02:00</published><updated>2010-05-19T18:16:17.591+02:00</updated><title type='text'>Starrsinnig bis wunderlich</title><content type='html'>Bei der Reklamationsbearbeitung zur Prospektverteilung habe ich mit Telefonkontrollen zu tun, die in Callcentern durchgeführt werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früher ging der Kontrolleur von Haus zu Haus, verschaffte sich konkrete Eindrücke und leitete diese weiter. Die Reklamationsantworten fielen dementsprechend aus. Der Preisdruck ließ die Zustelldienste handeln und die Kontrollen auslagern, und nun haben wir den Salat in Form von unpersönlichen, nicht durch Direktkontakt ermittelten Antworten.  Es gibt  Formulare mit Spalten für Namen und  Adressen, kleineren Spalten für Kreuzchen, die meinen: Werbung erhalten, oder für Minuszeichen, die „nicht erhalten“ meinen, einer Spalte für die Werbeverweigerer, ebenfalls mit Kreuz auszufüllen, falls zutreffend, sowie einer Spalte für Bemerkungen, die meist frei bleibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus solchen Kontrollberichten kann ich mir die Antworten zusammenreimen, die ich an die Kunden, Unternehmen, die Prospekte verteilen lassen, schreibe. Der Interpretationsspielraum ist größer als früher, und auch die Entscheidung darüber, welche Informationen ich weiter gebe und welche besser nicht, lässt mehr Spielraum zu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor einigen Monaten gab es einen hartnäckigen Reklamationsfall, eine Adresse in ländlichem Gebiet betreffend. Auf mehrere Beschwerden erhielt ich die üblichen Standardantworten aus der Telefonbefragung, die ich, etwas umformuliert, weiter gab. Auf eine weitere böse Beschwerde hin endlich etwas Konkretes: die Adresse sei schwer zu finden und am Telefon eine ältere Dame, offensichtlich verwirrt. Hocherfreut, endlich etwas Substantielles antworten zu können, gab ich diese Informationen an den Kunden weiter. Die Telefonkontrolleure hatten in ihrer Antwort schon einen gewissen Takt walten lassen; „ältere Dame, offensichtlich verwirrt“, klingt viel besser als „Reklamant nicht zurechnungsfähig“, und lässt außerdem noch Deutungsspielraum, denn es könnte ja auch heißen, „nur ältere, verwirrt wirkende Dame am Telefon – Reklamant möglicherweise außer Haus“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach meiner Antwort, auch taktvoll formuliert ein Totschlagargument erster Güte, war fortan – sprichwörtlich – Ruhe im Karton. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den letzten Telefonbefragungen, die ich erhielt, haben die Hinweise auf ältere Leute zugenommen, Zusatzinformationen dagegen fehlen. Meist steht da nur noch: „ältere Leute, keine Aussage“. Was vermutlich der Routine geschuldet ist, birgt noch mehr Interpretationsspielraum als zuvor, es liest sich aber, je öfter es vorkommt, wie eine Entwertung der Befragten: Ältere Leute verweigern die Aussage, was ihnen automatisch Eigenschaften wie wunderlich, starrsinnig, verwirrt bis dement verleiht, und es läuft auf ein „Befragung sinnlos“ hinaus. Was für Überlegungen solche Ergebnisse beim Kunden auslösen, kann ich vorerst nur vermuten; ich halte mich mit Hinweisen auf die Aussagen verweigernden alten Leute zurück und beschränke mich auf Informationen, mit denen man etwas anfangen kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor ein paar Tagen klingelte bei mir zuhause das Telefon. Eine freundliche, geschult klingende Stimme fragte, ob ich einen bestimmten Prospekt erhalten hätte. Ich hatte den Namen dieses Druckerzeugnisses noch nie gehört und antwortete, dass ich es nicht genau wüsste. &lt;br /&gt;Die Stimme veränderte sich mit einem Mal, wurde ganz hoch und bekam einen milden Ton. Das sei gaaar nicht schlimm, wurde mir versichert (ich fühlte mich am Hörer umsorgt, beinahe an die Hand genommen), und noch ehe ich etwas hinzufügen konnte, hatte mein Gegenüber aufgelegt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nehme nicht jeden Tag selbst die Post aus dem Briefkasten (auf unseren Formularen „BK“ abgekürzt) und schaue mir auch nicht jeden Prospekt an, habe aber nun meine Theorie, in welche Schublade mich die Dame am Telefon eingeordnet hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4964785490409435996?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4964785490409435996/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4964785490409435996' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4964785490409435996'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4964785490409435996'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/05/starrsinnig-bis-wunderlich.html' title='Starrsinnig bis wunderlich'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5353429451405383637</id><published>2010-04-18T14:08:00.003+02:00</published><updated>2010-04-18T14:16:45.328+02:00</updated><title type='text'>Zimmer Nummer Sieben</title><content type='html'>Nach der Lehre begann ich, bei einem Zeitungsverlag zu arbeiten. Eingestellt wurde ich als Technische Bearbeiterin.  Meine Aufgabe war das Anfertigen von Satzspiegeln für Anzeigenseiten. Sachbearbeiterinnen gab es ebenfalls in der Anzeigenabteilung; sie saßen an der Schreibmaschine und nahmen Anzeigen telefonisch an. Computer gab es damals noch nicht. Neben den Sachbearbeitern und Technischen Bearbeitern gab es Verantwortliche Mitarbeiter, abgekürzt VM. Parallelen zu den berüchtigten IM gab es nicht, wenn man von der besonderen Vertrauensstellung absieht, welche diese Leute inne hatten. Die VM gehörten der SED an; erst im Laufe der Jahre wurden parteilose VM eingestellt, die als zuverlässig und loyal galten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufgabe der VM war das Lesen und Korrigieren der Anzeigen, die aus den Annahmestellen in den Verlag geschickt wurden. Kontrolliert wurde in jeglicher Hinsicht: auf sprachliche Richtigkeit, stilistische Mängel, politische Korrektheit und ob der Inhalt entsprechend der Anzeigenordnung veröffentlicht werden durfte. Die Anzeigenordnung wurde ständig überarbeitet und war immer wieder Gegenstand von Informationsveranstaltungen. Regelmäßig kamen neue Anweisungen hinzu, die beachtet werden mussten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ich aus der Produktion kam, musste ich mit der Atmosphäre im Büro erst vertraut werden. Mein erster dienstlicher Weg führte mich in Zimmer Nr. 7. Dort saßen die Verantwortlichen Mitarbeiterinnen, welche die ostsächsischen Kreise betreuten. Wir hatten bezüglich der Satzspiegel Zeitvorgaben, und ebenso hatten die VM’s Zeitvorgaben, bis wann sie termingebundene Anzeigen gelesen und korrigiert haben mussten. Der Fachausdruck dafür war imprimieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Zimmer Nr. 7 saßen drei Damen, Paula, die noch neu war, und die alteingesessenen Kolleginnen Erna und Ella. Als ich eintrat, ging es gerade sehr lebhaft zu: Erna empörte sich lautstark über Mitarbeiter einer Annahmestelle und konnte sich gar nicht beruhigen. Ich meinte, im unpassenden Moment gekommen zu sein, aber Ella begrüßte mich überaus liebenswürdig und verpasste mir gleich einen Kosenamen. Bald sollte ich wissen, dass es in diesem Zimmer stets laut und hektisch zuging, dass  Erna und Ella von früh bis spät um die Wette ins Telefon keiften, sich in hysterische Diskussionen steigerten, kurzum: sich ungeachtet ihres reifen Alters wie aufgescheuchte Hühner benahmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ella unterhielt sich mit Ina, die gerade im Zimmer stand. Ina war wie ich Technische Bearbeiterin, hatte aber ein anderes Aufgabengebiet. Sie präsentierte gerade ihre selbst gestrickten Pullover. Ella bewunderte und bestaunte die Pullover und lobte Ina, ihre Fähigkeiten und ihren Geschmack  in den höchsten Tönen. Nebenbei flötete sie mir zu, dass ich die Anzeigen, die ich benötigte,  mitnehmen könne. Ich hörte noch ein wenig zu, wie Ina von Wolle, Strickanleitungen und Pullovern erzählte, war froh, in diese Abteilung gefunden zu haben und fand vor allem Ella sehr nett. Paula dagegen sah nur selten von ihrer Arbeit auf; ich kannte sie bereits und mochte sie wegen ihrer burschikosen Art. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ina verließ das Zimmer, und kaum war sie gegangen, fielen Erna und Ella buchstäblich über sie her, zerrissen sich die Mäuler über ihr Privatleben, ihr Aussehen, ihre Schwächen. Eine von Inas Schwächen, wenn man es überhaupt so nennen kann, war ihre offene Art. Sie sprach sehr freizügig über private Probleme und lieferte somit reichlich Material für den Abteilungsklatsch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nahm meine Anzeigen und sah zu, dass ich fortkam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wo bin ich nur gelandet!“, grübelte ich auf dem Weg zu Zimmer Nr. 1, wo ich arbeitete. &lt;br /&gt;Meine Kolleginnen warteten neugierig auf meine Eindrücke aus Zimmer Nr. 7, aber von der Sache mit Ina erzählte ich nicht. Das war auch nicht nötig, da sie ohnehin Bescheid wussten – über Ella und auch über Ina.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5353429451405383637?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5353429451405383637/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5353429451405383637' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5353429451405383637'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5353429451405383637'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/04/zimmer-nummer-sieben.html' title='Zimmer Nummer Sieben'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3138710570310436082</id><published>2010-04-09T12:35:00.002+02:00</published><updated>2010-04-09T12:40:16.033+02:00</updated><title type='text'>Ruhetag</title><content type='html'>Die gestrige Wanderung ins Osterzgebirge war ein schöner Höhepunkt der Osterferien. Unter sagenhaft blauem Himmel wanderten wir von Altenberg aus nach Geising. Auf dem Weg am Aschergraben, den wir sehr mögen, lagen noch beachtliche Schneereste. Wir hatten zu tun, dort nicht auszurutschen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wanderten über Geising nach Fürstenau, von dort aus weiter nach Gottgetreu. Das Wetter ließ nichts zu wünschen übrig; gegen Mittag war es dort oben sonnig und mild. Wir umrundeten Gottgetreu und wollten über Löwenhain zurück nach Geising zum Bahnhof laufen. Zuhause hatte ich die Abfahrtszeiten der Müglitztalbahn notiert. Wir wollten den Zug 15.25 Uhr erreichen, wussten aber nicht, ob wir es schaffen würden.  Rennen wollten wir nicht, aber wir liefen doch zügig auf der Straße zwischen Fürstenau und Geising entlang. Die Wärme und das Laufen auf dem Asphalt ermüdeten ein wenig, aber wir hielten ein gutes Tempo. Dann waren die Häuser von Löwenhain zu sehen.  Der Blick auf die Uhr stimmte uns optimistisch: die Chancen, den Zug zu kriegen, standen ziemlich gut. Mein Mann staunte über meinen flotten Wanderschritt, und ich antwortete, das sei ja bergab – die Straße führte bereits talwärts  -  keine Kunst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil ich das Wandern auf der Straße ermüdend fand, ging ich auf dem schmalen Randstreifen daneben, wenn das möglich war. Oft zwang uns der Verkehr an den äußersten Straßenrand. Kurz vor Löwenhain knickte ich am Straßenrand um und fiel der Länge nach hin. Ich hatte mich gerade noch mit den Händen abstützen können, so dass ich nicht mit dem Gesicht aufschlug – instinktiv, ich kenne das vom Radfahren, versucht man, so gut wie möglich zu fallen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sofort drückte ich mich vom Boden ab, stand auf und lief nach kurzer Pause weiter, zunächst humpelnd und mit weichen Knien, nach kurzer Zeit aber wieder relativ schnell. Bloß nicht hier liegen bleiben, war mein erster Gedanke gewesen, ein bisschen aus Scham, aber auch, weil mir klar war, dass es ziemlich erschreckend aussieht, wenn jemand nach einem Sturz nicht wieder aufsteht.  Außerdem wollte ich mir so schnell wie möglich Gewissheit verschaffen, dass noch alles funktioniert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Weg zum Bahnhof witzelten wir schon wieder, aber uns war klar, dass die Sache auch anders hätte ausgehen können. Ein Moment der Unaufmerksamkeit genügt, um einen ins Straucheln und zu Fall zu bringen, das gilt auch im übertragenen Sinne. Kann man aus solchen Situationen lernen? Festes Schuhwerk, mehr Ruhe, Besonnenheit und Aufmerksamkeit, wenn man unterwegs ist, den Weg – nicht nur das Ziel – im Auge haben, all das kann Gefahren minimieren. Ausschließen lassen sich Unfälle nie. Ich werde weiterhin sportlich laufen und fahren. Es macht einfach Freude, sich im Freien zu verausgaben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute bin ich nicht so gut zu Fuß und verbringe den Tag mit Lesen, Schreiben und Faulenzen – ein ungewohnter Zeitvertreib. Dass andere Pläne gestrichen wurden, stört mich weniger – ich weiß, dass ich Glück hatte. Und mit Ruhetagen wie diesem kann ich mich erstaunlich gut anfreunden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3138710570310436082?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3138710570310436082/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3138710570310436082' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3138710570310436082'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3138710570310436082'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/04/ruhetag.html' title='Ruhetag'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-6500139938664844779</id><published>2010-01-30T14:06:00.003+01:00</published><updated>2010-01-30T14:10:26.589+01:00</updated><title type='text'>Vielen Herren dienen?</title><content type='html'>Wohl denen, die mit Prinzipien groß geworden sind! Das Leben wäre kompliziert und unüberschaubar, wenn es sie nicht gäbe! Manche Prinzipien oder Regeln sind einleuchtend, aber der Großteil von ihnen, vermute ich,  war irgendwann nur da.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Was du anfängst, musst du zu Ende bringen. Niemand kann zwei Herren dienen…  Irgendwo musste ich das aufgeschnappt haben, denn irgendwann meinte ich, mich entscheiden zu müssen zwischen Malen und Schreiben. Eines von beiden richtig tun statt jedes ein bisschen, eine Sache durchziehen, zu Ende bringen. Prinzipien eben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich  entschied ich mich für das Schreiben, weil es den besonders präzisen Ausdruck ermöglicht. Später entschied ich mich noch für andere Sachen, die das Schreiben in den Hintergrund drängten. Aber während ich das Schreiben nie ganz aufgab, war es mit dem Malen lange Zeit vorbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir Bilder für das Wohnzimmer benötigten und ich zum ersten Mal den Unterschied zwischen einem Kunstdruck und einem Ölbild sah, begann ich wieder zu malen, denn es war mir zu kostspielig, Ölbilder zu kaufen, und Kunstdrucke wollte ich im Wohnzimmer nicht haben. Von da an habe ich ab und an ein Bild gemalt, wenn ich Lust dazu hatte. Ich betrachtete es als Spielerei für seltene Mußestunden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schreiben ist für mich in erster Linie Kopfarbeit: Wenn ich dem Kopf nicht die Führung überlasse, ist das Resultat gerade noch für den Papierkorb gut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist beruhigend, zu wissen, was man will und was man gut findet, aber die Gefahr, einseitig und festgefahren zu sein, ist groß. Ansprüche können lähmen, Perfektionismus kann Freude und Kreativität versiegen lassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe wieder zu malen begonnen. Zunächst musste es ein fester Termin sein, ein Volkshochschulkurs, denn Spielereien stehen auf meiner Prioritätenliste so weit am Ende, dass sie immer wieder verschoben werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Leiterin des Mal- und Zeichenkurses ist ein Glücksfall. Sie ermutigt die Teilnehmer, statt sie zu bremsen. Die Aufgabenstellungen sind nur Vorschläge; Abweichungen und Variationen sind gern gesehen. Sie gesteht jedem seine eigene Handschrift zu. Das Lernklima an der Volkshochschule ist angenehm und fruchtbar. Diese Feststellung kann ich allgemein treffen, freue mich aber immer wieder, wenn sich dies auch im Einzelfall bestätigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erwachsenen genügt es, ein wenig angeleitet zu werden; sie möchten normalerweise nicht geformt werden. Es gibt auch Kinder, die nicht geformt werden wollen, aber ihnen wird Individualität noch nicht zugestanden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer aus eigenem Wunsch lernt, ist meist auch gern bei der Sache. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Termin, dieser Wochentag, diese Uhrzeit genügen, um einen Farb- und Ideenrausch auszulösen. Ich sehe unzählige Möglichkeiten und Bilder, im Malkurs, beim Blick aus dem Zugfenster, auf dem Weg nach Hause. Möglichkeiten sind immer da, wo es keine fest umrissene Zielvorgabe gibt. Kein Zwang, keine Kopfarbeit. Trotzdem Ergebnisse. Ich wundere mich darüber, wie es gelingen kann, das Eine mit dem Kopf und das Andere mit dem Herzen zu tun – aber besser ist es allemal, diese Dinge zu tun, statt darüber nachzugrübeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Plan, das Andere könnte das Eine ein wenig befruchten, scheint aufzugehen. Darüber hinaus gibt es noch Vieles, das mir wichtig ist.  Und Herren dienen wir zum Glück heute nicht mehr.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-6500139938664844779?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/6500139938664844779/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=6500139938664844779' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6500139938664844779'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6500139938664844779'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2010/01/vielen-herren-dienen.html' title='Vielen Herren dienen?'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-385427124550155777</id><published>2009-12-26T13:30:00.003+01:00</published><updated>2009-12-26T18:07:10.275+01:00</updated><title type='text'>Die Sache mit dem Schal</title><content type='html'>Schon immer fühlte ich mich ein wenig geschmeichelt, wenn unsere Tochter in meinem Kleiderschrank stöberte und bat, sich das eine oder andere Stück leihen zu dürfen. Der Schrank der Mutter als Schatztruhe – genau so soll es sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber es hat nachgelassen, das Suchen und Stöbern. Als ich die Tochter das letzte Mal an meinem Schrank erwischte, verschloss sie gerade die Tür und hielt nichts in der Hand. Auf meine eher amüsierte Frage, was sie denn dort macht, meinte sie nur, sie hätte nichts Cooles gefunden. Sie war auf dem Sprung, auszugehen, und ich bot ihr mein neuestes Shirt an, das ich gerade selber trug. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ach nee“, antwortete sie, und ich gab etwas beleidigt zurück, dass ich nun mal keine Teenie-Klamotten besitze. Am selben Abend freundete ich mich mit dem Gefühl an, nun wirklich älter zu werden – nicht nur den Lebensjahren nach. Es ist ja auch in Ordnung, dachte ich mir, sie ist neunundzwanzig Jahre jünger als ich, also hat sie ihre Kleidung und ich habe meine. Plötzlich fühlte ich mich abgeklärt und auch irgendwie wohl dabei. Von nun an würde mein Schrank mir gehören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis dann die Sache mit dem Schal kam. Aber zuerst kam die Sache mit der Bluse. Vorangegangen waren eine arbeitsreiche Woche und ein arbeitsreiches Wochenende. Plötzlich, an einem Montagabend, verspürte ich ganz unerwartet Lust auf eine dieser gemusterten, verspielten Blusen, die schon eine Weile in den Geschäften hängen und schon fast wieder aus der Mode sind. Ich fuhr zum nächsten Einkaufszentrum, und in meinem Lieblings-Bekleidungsgeschäft gab es tatsächlich eine Bluse, die genau meinen Vorstellungen entsprach: schöne Farben, angenehmes Material, gute Qualität, perfekte Passform, und der Preis war auch in Ordnung. Selten habe ich ein Kleidungsstück gesucht und im nächsten Moment schon gefunden. Auch im Büro erregte die Bluse ein gewisses Aufsehen, weil sie von der Art her untypisch für mich war, aber sie wurde sogleich als „passend“ befunden. Mit dieser widersprüchlichen Aufnahme war ich sehr zufrieden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere Tochter reagierte auf die Bluse mit leuchtenden Augen und bat, sie anprobieren zu dürfen. Als ich die Bluse an ihr sah, wusste ich: mir stand sie, aber ihr stand sie besser. Trennen wollte ich mich nicht von dem guten Stück, aber ich bot ihr an, dass wir sie abwechselnd tragen. Seitdem habe ich die Bluse nicht mehr angezogen; sie ist quasi von selbst in den Besitz unserer Tochter übergegangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim nächsten Einkaufsbummel fand ich den Schal, und zwar in der Teenie-Abteilung. Geringelt und in leuchtenden Farben: auch ein Stück, was eher untypisch für mich war, oder besser gesagt, für die, welche ich bisher gewesen bin. Kurzentschlossen kaufte ich ihn. Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem unsere Tochter nicht sehnsüchtig von dem Schal spricht. Sie hat mich noch nicht gebeten, ihn tragen zu dürfen, aber ich weiß genau, dass sie ihn gern hätte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehrere Male ging ich in mich, sagte mir, dass sie mit ihren süßen Sechzehn doch eine bessere und passendere Trägerin für ein solches Stück sei als ich Mittvierzigerin, dass ich ohnehin langsam aufhören sollte, der Mode eine solche Bedeutung beizumessen, dass ich doch schon ganz gut darin sei, mich von Eitelkeiten zu verabschieden...  und dennoch: alle Argumente dieser Stimme der Vernunft in mir konnten mich nicht überzeugen, denn ich liebe diesen Schal. Alter schützt vor Modetorheiten nicht, und das ist auch gut so. Ich werde ihn weiter tragen, und ich möchte ihn auch nicht teilen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-385427124550155777?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/385427124550155777/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=385427124550155777' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/385427124550155777'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/385427124550155777'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/12/die-sache-mit-dem-schal.html' title='Die Sache mit dem Schal'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2713277829576113597</id><published>2009-12-26T13:29:00.001+01:00</published><updated>2009-12-26T13:30:44.088+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SzYB5Uqg8TI/AAAAAAAADeI/8MoYQ7u4pfU/s1600-h/20091226_0013.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 241px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SzYB5Uqg8TI/AAAAAAAADeI/8MoYQ7u4pfU/s400/20091226_0013.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5419521285898170674" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2713277829576113597?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2713277829576113597/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2713277829576113597' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2713277829576113597'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2713277829576113597'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/12/blog-post.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SzYB5Uqg8TI/AAAAAAAADeI/8MoYQ7u4pfU/s72-c/20091226_0013.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7752720536448377514</id><published>2009-11-01T17:58:00.003+01:00</published><updated>2010-05-08T22:26:31.981+02:00</updated><title type='text'>Ich war Maschinensetzerin</title><content type='html'>Der Gang, der in den Bereich Technik unseres Verlagshauses führt, sieht heute anders aus als vor 28 Jahren. Wo Kunstdrucke an den Wänden hängen und glänzendes Parkett ausliegt, herrschten früher Neonlicht, ein speckiger Ölsockel und altes Linoleum vor. Überall roch es nach Schmiere und Metall.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Setzmaschinen hatten es mir angetan. Als ich die großen, ganz seltsame Bewegungen ausführenden Kästen das erste Mal sah, verspürte ich ein fast trotziges Verlangen, sie zu steuern. Vielleicht ist es der gleiche Trotz, der Frauen dazu bewegt, Traktoren, Busse oder Flugzeuge zu lenken, sich mit so einem Ungetüm voller zunächst unverständlicher Technik vertraut zu machen.  Aber nicht wie ein Ungetüm, eher wie eine eigenwillige Dame stand die Linotype im Maschinensaal. Die Bewegung, mit der sie die Matrizen von der Gießeinrichtung hinauf zum Ableger führte, war nicht ohne Eleganz. Die Maschine hatte Kanten, und sie hatten Kurven. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Matrizen, Buchstabenvorlagen, die, in einer Linie aneinandergereiht, die Zeile bildeten, sahen filigran und golden aus. Die Satzzeichen, die dünnsten unter ihnen, waren oft rar in den Magazinen: sie verbogen leicht in der Zeile, denn beim Ausschießen wurde Druck ausgeübt. Keile, die der Setzer zusammen mit den Matrizen mittels Tastatur zur Zeile zusammenfügte, füllten die Wortzwischenräume aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tasten und Schalter setzten Hebel und Vorrichtungen in Bewegung, mit denen der Setzer mit seiner Maschine verbunden war. Es gab ein Zehnfingersystem, aber keine Blindschreibmethode für die große Tastatur, bei der jedem Buchstabe und jedem Zeichen eine Taste zugeordnet war. Die Setzmaschinentastatur hatte einen leichten Anschlag; sanft und gleitend strich man über die Tasten hinweg. Ich habe für die Bedienung der Tastatur schlechte Noten bekommen, weil ich zu sehr hämmerte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Maschine bewegte sich langsam und gleichmäßig, die andere schnell und ruckartig, eine war laut, die andere leise. Sie waren einander ähnlich, aber nicht gleich. Das Klimpern und Schlittern der Matrizen, wenn sie aus dem Magazin fielen, das Klappern, wenn sie im Sammler aneinander rieben, der Knall, wenn die Zeile zur Gießvorrichtung schnellte, das Zischen, wenn das Blei aus dem Kessel zur Zeile quoll, all das mischte sich im Maschinensaal zu einer klangreichen Komposition. Während der Schicht empfand man es als eine Art Hintergrundmusik. Verließ man den Maschinensaal, war es seltsam still. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich meine Lehre begann, waren die meisten Auszubildenden für den Fotosatz vorgesehen, und die wenigen Maschinensatzlehrlinge begannen ihre Ausbildung mit dem Wissen, dass sie zu den letzten gehören würden, die diese Spezialisierung erlernten. Mein anfänglicher Ärger darüber, dass man mir diese Tatsache bei der Berufsberatung verschwiegen hatte, wich bald der Neugier. Das Großraumbüro mit den Bildschirmarbeitsplätzen wirkte auf mich lebensfern und steril, es klimperte, krachte und toste nicht wie im Setzmaschinensaal, es roch nicht nach Öl, Schmiere und erhitztem Blei, und kaum bewegte sich etwas oder jemand. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Frühschicht und den ersten Nachmittagsstunden ging es in der Zeitungssetzerei vorwiegend ruhig zu; dann wurden Druckerzeugnisse gesetzt, die nicht so dringend benötigt wurden wie Magazinseiten oder Betriebszeitungen. Gegen Abend hin wurde es zunehmend hektisch. Die Manuskripte wurden zu regelmäßigen Zeiten aus der Redaktion gebracht und dann vom Schichtleiter unter den Setzern verteilt. Kam die aktuelle Politik, musste oft die Arbeit an einem anderen Text unterbrochen werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir Lehrlinge wurden bald auch in der aktuellen Produktion eingesetzt. Im ersten Lehrjahr hatten wir einen gesonderten Raum mit eigenen Maschinen. Diese unterschieden sich von den Maschinen im großen Saal nur dadurch, dass sie weniger abgenutzt und insgesamt in besserem Zustand waren. Wenn eine oder mehrere Maschinen während der Hochdruckzeit am Abend ausfielen, war das problematisch für den Ablauf. Wir hatten Stammmaschinen, lernten bald ihre Vorzüge, Nachteile und Empfindlichkeiten kennen und stellten uns mit unserer Arbeit darauf ein. Störungen kündigten sich meist schon durch Geräusche an, und man konnte ernstere Probleme verhindern, wenn man rechtzeitig stoppte oder kleinere Probleme selbst behob. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abends kam der Schichtleiter mit aktuellen Manuskripten zu uns und ließ uns davon nehmen, so viel wir schaffen konnten. Weil wir bessere Arbeitsbedingungen hatten, konnten wir auch zuverlässiger setzen. Das machte uns ein bisschen stolz. Ich erinnere mich noch daran, wie fasziniert ich beim Anblick des ersten von mir gesetzten Artikels auf der Seite 1 unserer Tageszeitung war. Aber schnell gewöhnten wir uns daran und fanden das nicht mehr bemerkenswert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Setzerei war eine praktische Arbeitskleidung Vorschrift, aber sie musste nicht einheitlich sein. Männer trugen meist einen blauen Kittel oder Arbeitshose und Baumwollhemd, Frauen eine Kittelschürze. Während die älteren Kolleginnen ihre Kittel über den Betrieb bestellten, kleideten sich die jüngeren Frauen nach eigenen Vorlieben ein, und wir Lehrlingsmädchen orientierten uns an ihnen. Schürze ist nicht gleich Schürze: es gab lange und kurze, lässige und eng anliegende, geknöpfte oder gebundene Schürzen, sie konnten einfarbig, bunt gemustert und mit Rüschen verziert sein. Meine Lieblingsschürze trug ich die ganze Lehrzeit hindurch. Sie war ein wenig wie ein Sommerkleid geschnitten, den Körper betonend, blau-weiß kariert, mit einem locker fallenden, aber nicht zu weit schwingenden Rock und einer abschließenden Falbel daran, welche die Knie bedeckte. Die Schürze passte mir wie maßgeschneidert, sah gut zu Jeans aus und saß auch dann perfekt, wenn ich wegen einer Störung auf die Maschine steigen musste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu Beginn unserer Lehrzeit zogen wir die Blicke der Facharbeiter auf uns. Einer der Männer, er sah ein wenig wie ein Waldarbeiter aus, hatte einen besonders hellen, eindringlichen Blick, den er nie zu verbergen suchte. Kamen wir zu Beginn der Schicht in den Maschinensaal, musterte er uns so ungeniert, dass wir verlegen wurden. Er bediente zwei Setzautomaten, und als die Zeit kam, dass wir in der Automatentechnik eingewiesen wurden, musste ausgerechnet ich bei ihm lernen. Er war jedoch nett und nicht aufdringlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im zweiten Lehrjahr vermisste ich den Lehrlingsraum und meine Maschine. Die Facharbeiter hatten, je nach Schicht, ein bis zwei Stammmaschinen, während wir Lehrlinge dort eingesetzt wurden, wo Platz war. Immer häufiger wurden die Maschinen per Lochband gesteuert. Ich hasste diese Technik, welche die Maschinen sichtbar ruinierte. Die Arbeit an einem Setzautomaten bestand im Wesentlichen aus dem Einlegen des Lochbands, dem Zuführen von Blei und dem Warten auf die nächste Störung, die mit Sicherheit eintrat und meist heftiger ausfiel als beim manuellen Betrieb. Oft war der ganze Gießmechnismus von Blei überflutet, das mühsam herausgemeißelt werden musste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor allem aber vermisste ich den Kontakt zur Maschine und die Möglichkeit, auf  ihre Besonderheiten einzugehen. Es machte mich traurig und ärgerlich, von der Arbeit abgeschnitten zu sein, die ich gerade erst erlernte. Automatenüberwacherin war nicht mein Berufswunsch gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die Lehrzeit zu Ende war, wusste ich, dass ich nicht als Setzerin arbeiten wollte. Ich bewarb mich beim Verlag, wo Arbeitskräfte aus der Technik gefragt waren. Dort konnte ich noch viele Jahre lang Anzeigenseiten spiegeln. Diese Arbeit gab mir die Gewissheit, mit eigenen Händen und eigenem Kopf etwas schaffen zu können.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7752720536448377514?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7752720536448377514/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7752720536448377514' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7752720536448377514'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7752720536448377514'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/11/ich-war-maschinensetzerin.html' title='Ich war Maschinensetzerin'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1804522727102222464</id><published>2009-09-21T19:47:00.000+02:00</published><updated>2009-09-21T19:49:07.749+02:00</updated><title type='text'>Erinnerung: Für Putzi</title><content type='html'>Ich würde es nicht für möglich halten, wie wesensverschieden  Zwergkaninchen sein können, hätte ich es nicht selbst erlebt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwergkaninchen gelten als intelligenter als Meerschweinchen oder andere Nager. Putzi war die intelligenteste unserer Kaninchen. Hätten wir uns für Dressuren oder ähnliches Zeit genommen, wäre sie bestimmt zu staunenswerten Leistungen fähig gewesen. Sie war aber auch vorsichtig, nervös und neigte zu Angriffen. Sie ließ sich ungern berühren,  zog sich sofort zurück, wenn man sie streicheln wollte. Ein vorsichtiges Kraulen am Kopf ließ sie ab und an zu, aber nur für kurze Zeit. Putzi hieß Putzi, weil sie alles und jeden putzte. Das war ihre Art, zärtlich zu sein. Ansonsten war sie sehr vorsichtig und oft geradezu abweisend. Es war aber immer wieder verlockend, sie zu streicheln, denn sie hatte ein besonders seidiges Fell.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Verhältnis zu ihr war weniger innig als das zu den beiden anderen Kaninchen, Susi und Max. Ich versorgte sie, aber so richtig ans Herz wuchs sie mir nicht – bis gestern. Gestern Morgen lag sie plötzlich apathisch im Stall, so dass wir uns entschlossen, sie in der Tierklinik vorzustellen. Putzi war noch nie krank gewesen, und es erschreckt einen schon, so ein vitales Tier in einem so schlechten Zustand zu sehen. Sie bekam Spritzen, und wir erhielten Medikamente für zuhause, die wir ihr regelmäßig gaben. In den Abendstunden aber verschlechterte sich ihr Zustand, und kurz vor 21 Uhr starb sie. Ich bin bei ihr geblieben bis zuletzt und noch ein Weilchen länger. Als ich sie streichelte, schob sie mich weg – das war eine ihrer letzten aktiven Reaktionen. Ich habe dann nur noch leise zu ihr gesprochen – ob sie es nun hören wollte oder nicht – und ihr gesagt, sie könne nun zu Max in den Kaninchenhimmel gehen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Putzi, alte Zicke, ich hoffe, du bist nun irgendwo anders und mümmelst mit Maxl Löwenzahn auf einer Wiese über den Wolken.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1804522727102222464?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1804522727102222464/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1804522727102222464' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1804522727102222464'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1804522727102222464'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/09/erinnerung-fur-putzi.html' title='Erinnerung: Für Putzi'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4041550253090003861</id><published>2009-09-05T17:11:00.002+02:00</published><updated>2009-09-05T17:19:00.233+02:00</updated><title type='text'>Jetzt schon an Weihnachten denken</title><content type='html'>Zugegeben, ich bin kein Weihnachtsfan. Um den ersten Advent herum macht es noch Spaß, aber danach sehe ich nur noch Arbeit auf mich zukommen und freue mich in Gedanken schon darauf, dass die Feiertage irgendwann vorbei sind. Für die Geschenke bin ich zuständig, für Weihnachtskarten und kleine Aufmerksamkeiten, für das leibliche Wohl und meist auch dafür, dass im Büro alles läuft.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ein Abend im Dezember jedoch ist ein besonderer für mich. Für diesen Abend muss man rechtzeitig vorsorgen, denn die Karten sind begehrt. Ich meine Karten für das Weihnachtsoratorium, vom Dresdner Kreuzchor in der Kreuzkirche aufgeführt. &lt;br /&gt;Beides, das Oratorium und die Kreuzkirche, sind für mich seit meiner Kindheit mit der Vorfreude auf das Weihnachtsfest verbunden. Schon als Kinder durften wir zum Weihnachtsliederabend mit in die Kreuzkirche, und schon damals genoss ich die besondere und feierliche Atmosphäre in der so schlichten, festlich erleuchteten Kirche. Wir hatten zuhause eine Schallplatte mit ausgewählten Stücken aus dem Weihnachtsoratorium. Beim Plätzchenbacken, Basteln oder anderen Vorbereitungen lief diese Platte oft im Hintergrund, und ich fand allmählich Gefallen an der Musik. Irgendwann mochte ich sie so sehr, dass ich die Platte auch mal im Sommer auflegte, was aber doch eine Ausnahme blieb, denn schon als Kind lernte ich von meinen Eltern, dass das Besondere seinen Reiz verliert, wenn man es zu oft genießen will. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Jahr war ich schon ein wenig spät dran mit dem Kartenkauf, bekam aber noch, was ich begehrte. Als ich die Karten für das Weihnachtsoratorium in meinem Rucksack verstaute, fühlte ich mich, als wäre mir ein Stern vom Himmel in mein Gepäck gefallen. Ich stieg auf mein Fahrrad, und als ich nach Hause fuhr, hörte ich den Klang der Bachtrompete und die Melodien meiner Lieblingsstücke. Ich erinnerte mich an die vergangenen Jahre und die Tage, die jenen Abenden vorangingen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war immer ein ruhiger Tag, an dem wir uns nichts weiter vornahmen. Nicht einmal mit dem Essen gab ich mir viel Mühe. Nachmittags gab es Stollen, den wir in der Weihnachtszeit ohnehin im Hause haben. Danach machten wir uns bereit und fuhren in die Stadt. Immer tat es gut, den überfüllten Striezelmarkt links liegen zu lassen – die überfüllten Kaufhäuser meide ich ohnehin – und uns unter die Menschen zu mischen, die an den Eingängen der Kreuzkirche zusammen kamen. Es tat gut, langsam die Treppe zur Empore hinaufzusteigen, von Leuten umgeben, die festlich gestimmt und erwartungsfroh waren wie wir. Vorfreude beim Einnehmen der Plätze, beim Blick hinunter ins Kirchenschiff, das bald bis auf den letzten Platz mit Menschen gefüllt war. Vorfreude, als der Kantor, die Kruzianer und die Musiker hereinkamen. Freude, als die Aufführung begann, solange sie andauerte und nachwirkte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Vorfreude beginnt am Ende des Sommers mit dem Erwerb der Karten, mit Freudentränen beim Heimfahren, mit Erinnerungen und Musik, die man nie ganz vergisst übers Jahr.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4041550253090003861?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4041550253090003861/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4041550253090003861' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4041550253090003861'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4041550253090003861'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/09/jetzt-schon-weihnachten-denken.html' title='Jetzt schon an Weihnachten denken'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1131216059703337538</id><published>2009-07-26T18:13:00.001+02:00</published><updated>2009-07-26T18:15:23.010+02:00</updated><title type='text'>Erinnerung an Brieske (2)</title><content type='html'>Wenn wir nach Brieske fuhren, erkannte ich nacheinander die markanten Orte an der Autobahn: den Radeburger Stausee, die Städte Ortrand, Ruhland, Schwarzheide, den Bahndamm und schließlich das Ortsschild.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Meine frühesten Erinnerungen gelten einem zweistöckigen Haus mit einem Laden im Erdgeschoß. Ich stand im Garten hinter dem Haus und spielte mit einer blauen Plastikwäscheleine. Meine Omi kam heraus und sagte etwas zu mir. An den Wortlaut erinnere ich mich nicht mehr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Omi hat die Konsum-Verkaufsstelle im Haus viele Jahre lang geleitet. Eröffnet hat sie mein Opi, an den ich keine Erinnerungen mehr habe, von dem mir aber manches berichtet wurde.  Mein Opi war ein großherziger, impulsiver Mensch. Einmal hatte er eine lautstarke Auseinandersetzung mit seinem Vorgesetzten, und dieser wies ihn brüllend darauf hin, dass er der Generaldirektor sei. Mein Opi brüllte zurück, er sei Fritz Stiller und machte sich darauf hin mit einem Lebensmittelladen selbstständig. Er starb, als ich zwei Jahre alt war. Oft nahm er mich auf den Schoß und sang dabei „Schwarzbraun ist die Haselnuss“, aber auch das weiß ich nur, weil es mir später erzählt wurde. Meine Omi führte den Lebensmittelladen weiter. In dem Haus auf der Rentnerstraße hat auch die Schwester meines Opis, Tante Else, gewohnt. Eines Tages führte mich meine Omi in ihr Zimmer und sagte mir, dass sie gestorben sei. Ich zog die Schublade einer Kommode auf und sah einen Handspiegel und eine Haarbürste darin, in der sich noch Haare von ihr befanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als meine Omi die Leitung der Verkaufsstelle abgab und das Haus verkaufte, zog sie in eines der Siedlungshäuser von Brieske-Ost, nur ein paar Meter vom alten Wohnsitz entfernt. Das Grundstück gehörte einem entfernten Verwandten, und meine Omi bewohnte eine Wohnung im Erdgeschoss. Die Häuser sahen alle ähnlich aus, hatten einen Vorgarten, einen großen Hof, und in fast allen Grundstücken fand man überdimensionale Antennen für den West-Empfang. Die hübsche Gegend war von der Braunkohleförderung gezeichnet. Der Kohlenstaub war überall, und wenn der Wind ungünstig wehte, wollte niemand Wäsche aufhängen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Meine Omi ging oft mit mir spazieren, am Ufer der Elster, am Niemtscher Park, an den Güterwaggons entlang, manchmal zum Bahndamm hinauf oder nach Senftenberg zum Markt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Idee, diese Gegend einmal in ein Naherholungszentrum zu verwandeln, musste sehr früh geboren worden sein. Mein Opi hatte davon gehört und erzählte jedem Besucher mit Begeisterung davon. Damals konnten sich die wenigsten vorstellen, dass dies einmal Realität sein würde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Omi habe ich sehr geliebt. Sie erzählte oft von ihrer Zeit im Konsum, und ich konnte sie mir gut hinter dem Ladentisch vorstellen. Sie war eine richtige Geschäftsfrau und plauderte gern mit den Leuten. Aber besonders mochte ich ihre phantasievolle Art. Sie las gern historische Romane, war sehr begeisterungsfähig und romantisch, und von Geschichten aus Fürstentümern und Königshäusern konnte sie nie genug bekommen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Wenn sie vom Krieg erzählte, hörte ich gespannt zu. Von der Flucht vor der Roten Armee über die Dörfer, deren Namen ich wieder erkannte, als wir später mit den Fahrrädern nach Senftenberg fuhren. Diese Geschichten hatten für mich etwas Abenteuerliches. Ich dachte dabei  an Siedlertrecks im Wilden Westen, wie ich sie in Indianerfilmen gesehen hatte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Dresden brannte, war der Feuerschein am Himmel bis nach Brieske zu sehen. Meine Omi erzählte immer wieder davon. Dieser Bericht war für mich wie ein kurzer, aber einprägsamer Blick ins Ungeheuerliche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Omi war klein und ein wenig mollig. Ihr Haar steckte sie am Hinterkopf zu einem Knoten, den sie mit Hilfe von zwei oder drei Kämmchen fixierte. Sie besaß mehrere Kämmchen verschiedener Tönung. Manchmal vermisste sie eins, und dann machten wir uns auf die Suche, bis wir es fanden.  Am besten gefiel sie mir, wenn sie abends den Haarknoten löste. Ich kämmte gern ihre langen, silbernen Locken und weiß noch heute, wie weich sie sich anfühlten. Im Alltag trug sie bunt gemusterte Kittelschürzen, und beim Kauf dieser Schürzen war sie recht wählerisch: sie mussten ihr gefallen, hübsch und von einer gewissen Qualität sein. Meine Omi hatte auch Pullover, Blusen, Röcke, Westen, Kostüme,  aber die waren besonderen Stunden und Anlässen vorbehalten.  Eine spezielle Vorliebe hatte sie für Kappen. Wenn sie zu uns nach Dresden kam, suchte sie meist eine Putzmacherin auf, um sich eine Kappe anfertigen zu lassen. Nicht jede Frau, erklärte sie mir, könne einen Hut tragen: sie sei zu klein dafür, und ein Hut würde kleine Frauen erdrücken. Mit Kappe sah sie richtig elegant aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Später zog meine Omi aus Brieske fort. Wir hatten noch andere Verwandte dort, die wir ab und an besuchten. Eine gewisse Vertrautheit stellte sich immer wieder ein, wenn wir nach Brieske fuhren. So ist es mit jedem Ort, wo man ein Stück seiner Kindheit verbracht hat. Wie sehr er sich  auch verändert, er wird einem nie ganz fremd werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1131216059703337538?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1131216059703337538/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1131216059703337538' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1131216059703337538'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1131216059703337538'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/07/erinnerung-brieske-2.html' title='Erinnerung an Brieske (2)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1122013588799965751</id><published>2009-07-23T21:24:00.005+02:00</published><updated>2009-07-23T21:32:21.386+02:00</updated><title type='text'>Hass und Liebe</title><content type='html'>Keiner soll behaupten, meine kleine Alltagswelt sei friedlich. Es wimmelt darin von Feinden. Eine bestimmte Sorte Mann füllt mein Feindbild so vollkommen aus, dass kaum noch Raum für Randerscheinungen bleibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während der kalten Jahreszeit begegne ich diesen Männern selten, denn dann fahren sie Auto und fallen mir nicht weiter auf. Es gibt rücksichtsvolle Autofahrer und solche, die wenigstens niemanden umfahren. Und es gibt rücksichtslose und leichtsinnige Autofahrer. Da ich als Radfahrerin bei einem Unfall generell den Kürzeren ziehe, mache ich keinen Unterschied zwischen Kategorie 1 und Kategorie 2: Ich erwarte von jedem, der am Lenkrad eines Autos sitzt, prinzipiell das Schlimmste.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anders bei den Radfahrern. Die Wintermonate sind manchmal ungemütlich, aber dennoch eine ruhige Zeit. Die wenigen Radler, die unterwegs sind, kommen einander kaum in die Quere. Sobald es Frühling wird und die Radwege trocken sind, ändert sich das schlagartig. Dann treten sie an und in die Pedalen, als ginge es ums Überleben: Männer, zwischen 25 und 35 Jahre alt, legen Hemd, Krawatte und Anzug beiseite und schlüpfen in eine Uniform der anderen Art: eng anliegende Shorts, leuchtende Trikots, kombiniert mit Sportbrille und Helm. Friedensfahrer nannten wir die Radsportler früher, heute herrscht Krieg auf dem Asphalt. Rennräder fahren sie, schick und bunt wie die Trikots, die sie tragen. Ein sportliches Aussehen ist schon mal das Wichtigste, und teuer muss die Ausrüstung sein, denn was nicht teuer ist, taugt bekanntlich nichts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kein Stau, kein Engpass kann sie aufhalten, ungebremst schnellen sie auf Rad- und Fußwegen dahin. Gnade gibt es nicht, Sicherheitsabstand ist ihnen ein Fremdwort. Jeder Verkehrsteilnehmer, das meine ich ernst, tut gut daran, sich von ihnen fern zu halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin eine vorsichtige, aber leidenschaftliche Radfahrerin, und die Leidenschaft wurde mir zum Verhängnis. Eines Tages ertappte ich mich beim Hinschauen, wenn sie an mir vorbei zischten, aber auch, wenn sie mir entgegen kamen. Immer genauer sah ich sie mir an. Natürlich nicht die Typen in ihren Trikots, sondern ihre Fahrräder. Und ich brauchte nicht lange zu suchen: ein Mausklick bescherte mir genau das Rennrad, das ich mir wünschte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es lohnt, sich seine Feinde genauer anzusehen: sie sind einem oft ähnlicher, als einem lieb ist. Man kann, nebenbei gesagt, mit einem Rennrad auch angepasst fahren. Aber es gibt Strecken – frühmorgens und am Wochenende – wo ich es gern ausfahre und probiere, was in ihm steckt. Weiß und pink sieht es aus. Farben, die ich normalerweise meide.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1122013588799965751?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1122013588799965751/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1122013588799965751' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1122013588799965751'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1122013588799965751'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/07/hass-und-liebe.html' title='Hass und Liebe'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5403366009258994040</id><published>2009-07-07T20:29:00.002+02:00</published><updated>2009-07-07T20:30:14.427+02:00</updated><title type='text'>Senftenberger See</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SlOUMbKLPQI/AAAAAAAADdI/hOwnG7_qP-Y/s1600-h/20090707_0021.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SlOUMbKLPQI/AAAAAAAADdI/hOwnG7_qP-Y/s400/20090707_0021.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5355787323043429634" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5403366009258994040?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5403366009258994040/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5403366009258994040' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5403366009258994040'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5403366009258994040'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/07/senftenberger-see.html' title='Senftenberger See'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SlOUMbKLPQI/AAAAAAAADdI/hOwnG7_qP-Y/s72-c/20090707_0021.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3356339285021443997</id><published>2009-07-05T19:28:00.001+02:00</published><updated>2009-07-05T21:32:19.552+02:00</updated><title type='text'>Sommer im Garten</title><content type='html'>Ferien daheim sind etwas Besonderes. Und jeden Tag kann ich in den Garten gehen. Der Garten ist nicht groß, und das ist gut so: mehr als dieser kleine Garten wäre mir zu viel. Dort kann ich auf der Bank sitzen und ins Grüne schauen, im Liegestuhl liegen und mir den Himmel ansehen. Es gibt viel zu sehen, zu hören und zu spüren: die Steine, die am Abend die Wärme des Tages abstrahlen, das Gras mit seinem Duft, der Erdboden mit seiner Frische und Kühle. Ein Stängel, der sich unter einem Insekt biegt. Mücken, die schwebend ihre Beine von sich strecken. Schilf, das leise erzittert. Das Kaninchen, das an einem Blatt schnuppert. Der Geruch blühender Wildkräuter. Die Frische des Morgens, die Wohltat des Schattens in der Mittagszeit, die Milde und Helligkeit des Sommerabends. Der Moment am Abend, wenn die Vögel still werden. &lt;br /&gt;Was kann die Welt sein gegen einen kleinen Garten. &lt;br /&gt;Ein kleiner Garten ist wie eine ganze Welt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3356339285021443997?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3356339285021443997/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3356339285021443997' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3356339285021443997'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3356339285021443997'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/07/sommer-im-garten.html' title='Sommer im Garten'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3866238781764597970</id><published>2009-06-03T20:07:00.001+02:00</published><updated>2009-06-03T20:09:04.619+02:00</updated><title type='text'>Es mag schön sein...</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/Sia8LGP6P3I/AAAAAAAADEw/MRSu6W4sODI/s1600-h/und+der+Gipfel+ist+frei.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/Sia8LGP6P3I/AAAAAAAADEw/MRSu6W4sODI/s400/und+der+Gipfel+ist+frei.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5343164906763599730" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;… Neues zu entdecken, aber auch der Besuch einer vor Jahren erkundeten Gegend hat ihren Reiz. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;http://www.sternstaub.org/forums/topic.php?id=2338&amp;s=39302a1a8e999c8f3c7347ac56c9305f&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3866238781764597970?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3866238781764597970/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3866238781764597970' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3866238781764597970'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3866238781764597970'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/06/es-mag-schon-sein.html' title='Es mag schön sein...'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/Sia8LGP6P3I/AAAAAAAADEw/MRSu6W4sODI/s72-c/und+der+Gipfel+ist+frei.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1857313415022189414</id><published>2009-04-15T20:43:00.003+02:00</published><updated>2009-04-16T01:01:19.224+02:00</updated><title type='text'>Erinnerung - für Max</title><content type='html'>Als Max zu uns kam, sah er wie ein kleines Plüschtier aus. Als wir uns entschieden hatten, ihn zu nehmen, wussten wir noch nicht, dass er ein Zwerglöwe war. Umso entzückter waren wir, als wir ihn sahen. Das Plüschtier hatte zunächst große Angst, aber von Anfang an einen guten Appetit und wurde schnell zutraulich und unternehmungslustig.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Unsere beiden Häsinnen vertrugen sich nicht mehr und mussten getrennt gehalten werden. Wir suchten einen Gefährten, idealerweise für beide. Max war ein halbes Jahr jünger als sie. Nach einer längeren Phase des gegenseitigen Beschnupperns setzten wir ihn probeweise mit den Häsinnen in den Auslauf. Er vertrug sich mit beiden. Wechselweise kamen so immer zwei Kaninchen für eine Weile zusammen. Max erwies sich trotz des Altersunterschiedes dieser Aufgabe gewachsen. Er war ein guter Gefährte sowohl für die lebhafte, als auch für die ruhige Häsin. Er war, so lange er kleiner war, ausgesprochen verwegen und stiftete vor allem Susi, die Ruhige, zu Dummheiten an. Einmal konnten er und Susi aus dem aufstellbaren Gehege im Garten entwischen. Zum Glück konnte ich beide wieder einfangen. Ein andermal habe ich Max ein Stück durch die Wohnung gekickt. Er hat mich,vermutlich, als ich eine der Häsinnen einfangen wollte, am Hosenbein gezogen, um mich davon abzubringen.  Das Kicken geschah meinerseits ganz unbewusst. Ich spürte nur, als ich den Fuß zurück setzte, dass da etwas flog. Als ich mich umsah, saß Max’l etwas irritiert da und schaute mich an. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines Tages musste er unters Messer – wir wollten ja keine Kaninchenzucht eröffnen. Er war kaum aus der Narkose erwacht, da versuchte er schon, durch den Transportkorb zu kriechen, taumelte aber immer wieder zur Seite. Als er wieder bei vollem Bewusstsein war, hat er am ganzen Körper gezittert und ließ sich nur durch andauerndes Streicheln beruhigen. Von da an hat er mich wohl als Ersatzmutter angenommen. Auch, als er größer war, behielt er sein Plüschtier-Aussehen. Er wurde aber ruhiger und gesetzter. Natürlich war er wegen seines Aussehens gerade bei den kindlichen Besuchern sehr beliebt. Er konnte allerdings auch ungemütlich werden und hat auf plötzliche Annäherungsversuche sich selbst und den Häsinnen gegenüber mit Knurren und manchmal auch Beißen reagiert. Ich war darüber ziemlich erstaunt, denn von mir ließ er sich so ziemlich alles gefallen. Nur einmal fühlte er sich in die Ecke getrieben und drohte mir, als ob er zwicken wollte, worauf ich ihm auswich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich ihn heute Morgen im Stall fand, sah es auf ersten Blick aus, als schliefe er. Er musste aber schon seit ein paar Stunden tot gewesen sein. Ich war, so seltsam das klingt, darauf gefasst gewesen, dass es eines Tages passieren könnte. Wir hatten auch schon seit längerer Zeit beschlossen, die Kaninchen im Garten zu begraben. Max hat nun sein Plätzchen in einer ruhigen Ecke hinter dem Teich gefunden. &lt;br /&gt;Für die beiden Häsinnen wird es schwer werden, besonders für Susi, die Sensible von beiden. Ich hoffe und wünsche dennoch, dass sie uns noch eine Weile erhalten bleiben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1857313415022189414?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1857313415022189414/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1857313415022189414' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1857313415022189414'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1857313415022189414'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/04/erinnerung-fur-max.html' title='Erinnerung - für Max'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3799800197207225999</id><published>2009-04-13T20:20:00.001+02:00</published><updated>2009-04-13T20:22:40.789+02:00</updated><title type='text'>Ostern und Erinnerungen (2)</title><content type='html'>Meine Omi lehrte uns einen anderen Osterbrauch. Sie färbte am Gründonnerstag Eier mit Zwiebelschalen. Diese waren eher dezent gefärbt, braun und manchmal violett, wenn wir rote Zwiebeln hatten. Meine Omi nannte das „kleine Ostern“. Dort, wo sie aufgewachsen war, wurde der Gründonnerstag feierlicher begangen als in unserer Gegend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fand diese Idee der kleinen Überraschung vor der großen Überraschung rückblickend sehr schön und habe in meiner Familie eingeführt, dass schon am Karfreitag und Ostersonnabend, ebenso am Ostermontag jeweils ein buntes Ei und ein paar Schokoladen- und Marzipaneier auf den Frühstückstellern liegen. Da sich Ostern über mehrere Tage hinzieht, finde ich es passend, die Überraschungen ein wenig zu verteilen. Das „richtige“ Ostereiersuchen findet aber dennoch am Ostersonntag statt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Kind habe ich manchmal diejenigen beneidet, die ihre Ostereier bei Spaziergängen im Wald suchten – das war ja auch irgendwie romantisch. Als ich dann selbst Kinder hatte, war ich aber froh, bald einen eigenen, wenn auch kleinen Garten zu haben. Wie schön war das, als die Kinder – damals noch zwei – dort zum ersten Mal Ostereier suchen durften! Als die Familie dann komplett war, hatte ich am Ostersonnabend an die vierzig Eier zu färben. So viele mussten es schon sein, denn schließlich sollte jedes Kind etwa zehn Eier finden dürfen. Das Färben geschah natürlich unter Geheimhaltung und, so lange das möglich war, abends, nachdem die Kinder eingeschlafen waren. Viele Jahre lang empfand ich es als schön, diese Überraschungen vorzubereiten und die Traditionen aus meinem Elternhaus fortzuführen. Die Eier wurden, wie bei mir zuhause, im Wasserbad mit Lebensmittelfarben gefärbt und danach mit Speckschwarte eingerieben; das gibt einen schönen Glanz und verbessert die Haltbarkeit. Aber auch die Süßigkeiten für die Osternester mussten zusammengestellt werden.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Unsere Kinder waren, so lange sie klein waren, ausgesprochene Frühaufsteher. Deshalb ließ ich sie am Ostersonntag erst einmal spielen, bis es etwa neun Uhr war. So viel Rücksicht wollten wir auf die Nachbarn schon nehmen, die sich sonntags ausschliefen. Wenn unsere Kinder Ostereier suchten, war das im ganzen Viertel zu hören, und man konnte beobachten, wie nach und nach die Fenster der umliegenden Häuser aufgingen und manche Leute ziemlich verschlafen hinaus guckten. Zunächst musste aber der Osterhase sein Werk tun. Ich versuchte immer, die Kinder mit irgendetwas abzulenken – manchmal tat das auch mein Mann –  worauf ich mich möglichst unauffällig hinaus schlich, mir die Körbe nahm, die ich in der Abstellkammer deponiert hatte, um dann den Inhalt im Garten zu verstecken. Das Verstecken machte Spaß, musste  aber schnell vonstatten gehen, weil die Kinder, wie man sich denken kann, bald unruhig wurden.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Als ich wieder in die Wohnung kam und das Signal gab, indem ich etwa die gleichen Worte sagte, die meine Mutter immer gesprochen hatte, war schon kein Halten mehr. Alle stürzten los und versuchten, einen Korb oder etwas Ähnliches zu ergattern. Auf der Treppe war die kleine Schar zwar aufgeregt, benahm sich aber noch relativ gesittet. Unten im Hof aber konnte sie kaum noch gebändigt werden; wir achteten darauf, dass sich zunächst alle am Gartentor anstellten, damit keiner vor den anderen losrannte. Wenn vier aufgeregte Kinder in einen relativ kleinen Garten einfallen, kann man das nicht nur in allen umliegenden Häusern hören. Es ist auch für die Beete und die Pflanzen darauf ein Härtetest. So manche Tulpe knickte bei der Jagd nach den Eiern um. Manchmal gingen auch Eier zu Bruch, oder die Kinder stolperten über die Beetbegrenzung, die Beine ihrer Geschwister oder über ihre eigenen. Wir haben insoweit eingegriffen, als wir den kleineren Kindern das eine oder andere Versteck gezeigt haben, damit sie nicht völlig leer ausgingen, denn auch bei uns waren die Älteren auf Grund ihrer Schnelligkeit und Geschicklichkeit besser dran. Manches Ei war so gut versteckt, dass es dann erst Wochen später beim Jäten zum Vorschein kam. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit die Älteren erwachsen sind, überlassen sie ihren jüngeren Geschwistern das Eiersuchen und beschränken sich auf den Verzehr. Aber der Appetit auf Ostereier hat nachgelassen. Ich habe in diesem Jahr nur zwanzig Eier gefärbt. Und mir ist neben all den sonstigen Vorbereitungen die Lust auf lange Abende in der Küche vergangen. Diese Unlust hat man den Eiern auch angesehen. Ich habe angekündigt, im nächsten Jahr fertig gefärbte Eier zu kaufen. Die Reaktion der Familie darauf war nicht gerade freudig, und ein wenig habe ich mich schon darüber gefreut, dass meine Eier den gekauften vorgezogen werden, selbst wenn sie etwas verwaschen aussehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist es an der Zeit, weniger Aufwand zu treiben? Ich brauche immer etwas länger, um Traditionen in Frage zu stellen und mich veränderten Bedingungen anzupassen. Und glücklicherweise dauert es noch ein Weilchen bis zum nächsten Osterfest.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3799800197207225999?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3799800197207225999/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3799800197207225999' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3799800197207225999'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3799800197207225999'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/04/ostern-und-erinnerungen-2.html' title='Ostern und Erinnerungen (2)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-8435462812272863187</id><published>2009-04-12T21:18:00.004+02:00</published><updated>2009-04-12T21:49:31.928+02:00</updated><title type='text'>Ostern und Erinnerungen (1)</title><content type='html'>In meinem Elternhaus war es üblich, dass am Ostersonntag Morgen Ostereier gesucht wurden. Viele Familien handhaben das anders; das Suchen der Eier und oft auch Süßigkeiten wird mit einem Nachmittagsspaziergang verbunden. Aber wir haben die Tradition von meinen Eltern weitergeführt. Es schien mir als Kind auch sehr logisch, dass der Osterhase am frühen Morgen, wenn die Menschen noch schliefen, durch die Gärten hoppelte und die Eier versteckte. Wir hatten ein Häuschen und einen großen Garten, und das Kinderzimmer befand sich im Erdgeschoss. Als wir noch kleiner waren, geschah es meist, dass meine Mutter, wenn wir uns angezogen hatten, irgendwann sagte: „Ich glaube, der Osterhase war schon da.“ Wenn wir dann aus dem Fenster sahen, konnten wir manchmal schon das eine oder andere bunte Ei entdecken. Mein Bruder und ich gingen dann in Begleitung der Eltern und manchmal auch der Großeltern in den Garten und durften die Eier suchen. Ich liebte die Ostereier schon ihrer intensiven Farben wegen, und besonders gefiel mir das dunkle, satte Lila. Solche Farben gibt es heute nicht mehr, sie entsprechen wohl nicht mehr den Vorschriften, was ich sehr schade finde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da unser Garten nicht nur groß, sondern auch sehr geschmackvoll bepflanzt war, war das Herumlaufen darin und das Aufspüren der Überraschungen auf den Wiesen und in den Rabatten ein ebenso spannendes wie auch das Auge erfreuendes Erlebnis. Aber auch das Geheimnis, das hinter den Überraschungen stecken musste, faszinierte mich. Ein Hase, der ein ganz besonderer war, machte sich so große Mühe, um uns Kinder zu beschenken. Er musste ein durch und durch gütiges Wesen sein, denn anders als bei Nikolaus und Weihnachtsmann waren seine Gaben nicht an artiges Verhalten und ein aufgeräumtes Zimmer gebunden. Deshalb fühlte ich mich in Erwartung der Ostereier und Süßigkeiten sehr froh und auf eine sehr umfassende Weise geliebt. Aus Dankbarkeit wollten wir auch den Osterhasen überraschen. In unsere Osternester, die wir aus Gras und Blumen fertigten und in denen wir immer Schokoladenhasen und –Eier vorfanden, legten wir sehr frisches Gras, manchmal auch eine Möhre, und waren etwas enttäuscht, wenn der Osterhase die Leckereien nicht angerührt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Eiersuchen betrachtete ich aber auch als Wettstreit, bei dem ich den Vorteil genoss, älter, aufmerksamer und auch schneller als mein Bruder zu sein. Das Vergleichen der gefüllten Körbe fiel, so lange wir kleiner waren, meist zu meinen Gunsten aus. Meine Eltern sorgten aber dafür, dass mein Bruder mindestens ebenso häufig wie ich fündig wurde: sie nahmen ihm, wenn er nicht hinsah, heimlich Eier aus seinem Korb heraus und versteckten sie so, dass er sie fand. &lt;br /&gt;Als eine Auswahl der bunten Eier auf dem Frühstückstisch gereicht wurde, war es nicht mehr wichtig, wer welche und wie viele Eier gefunden hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein paar Mal, wenn das Wetter zu Ostern sehr schlecht war, durften wir die Eier im Haus suchen. Die Frage, wie der Osterhase denn ins Haus gekommen sei, wurde mit seinem besonderen, geheimnisvollen Wesen beantwortet. Für mich stand allerdings fest, dass er einen Dietrich haben musste.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Einmal waren mein Bruder und ich zu Ostern krank und mussten im Bett liegen. Da gab es nicht nur bunte Eier und Süßigkeiten, sondern ausnahmsweise auch Spielsachen. Ich bekam kleine Töpfe, Pfannen und einen Teekessel für meinen elektrischen Puppenherd. Man konnte all das wirklich benutzen, und ich war überglücklich. Ganz besonders gefiel mir die Pfeife am Teekessel, die „richtig“ funktionierte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines Tages, als ich schon größer war, sah ich in der Abfallgrube hinter unserem Haus durchweichte Papierblätter liegen, die genau die Farben unserer Ostereier hatten. Es war nicht so, dass ich schlagartig das ganze Geheimnis um den Osterhasen in Frage stellte. Aber ich begann, genauer zu beobachten. Im nächsten Jahr lagen die Blätter wieder in der Abfallgrube. Und als ich morgens die noch geschlossenen Vorhänge ein wenig zur Seite schob, sah ich meine Mutter durch den Garten gehen und sich hier und da bücken. So viel ich weiß, haben wir weiter mitgespielt, obwohl meine Eltern irgendwann wussten, dass wir hinter das Geheimnis gekommen waren. Die Freude an Ostern und am gemeinsamen Eiersuchen blieb uns aber bis ins Erwachsenenalter erhalten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-8435462812272863187?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/8435462812272863187/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=8435462812272863187' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8435462812272863187'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8435462812272863187'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/04/ostern-und-erinnerungen-1.html' title='Ostern und Erinnerungen (1)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-551589373661463877</id><published>2009-04-05T16:55:00.003+02:00</published><updated>2009-04-05T17:03:33.735+02:00</updated><title type='text'>Die Fahrradsaison hat begonnen...</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SdjGm8OzSNI/AAAAAAAADBM/zIzWZt998rk/s1600-h/20090404_0006.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SdjGm8OzSNI/AAAAAAAADBM/zIzWZt998rk/s400/20090404_0006.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5321221332043778258" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;... und da ist mir gestern früh gleich ein seltener Vogel über den Weg gelaufen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-551589373661463877?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/551589373661463877/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=551589373661463877' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/551589373661463877'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/551589373661463877'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/04/die-fahrradsaison-hat-begonnen.html' title='Die Fahrradsaison hat begonnen...'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SdjGm8OzSNI/AAAAAAAADBM/zIzWZt998rk/s72-c/20090404_0006.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5776140230193036515</id><published>2009-03-28T08:13:00.007+01:00</published><updated>2009-03-28T15:52:44.770+01:00</updated><title type='text'>Sphärenklänge 2009 (1):  Warum Elias Alder leben sollte</title><content type='html'>Es ist meine Lieblingsszene aus dem Film „Schlafes Bruder“: Elias, bisher nur Gehilfe des Dorflehrers und Organisten, darf nach dessen Tod zum ersten Mal beim Gottesdienst die Orgel spielen. Schon während er die ersten Töne anschlägt, blicken die Dorfbewohner wie gebannt zu ihm hinauf. Solche Musik, wie er sie zu spielen vermag, haben sie noch nie gehört. Er berührt die vom Alltag gezeichneten und abgestumpften Leute. Einige schimpfen, andere bewundern ihn. Er selbst geht in seinem Spiel für eine Weile ganz auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=Px23vIoMVRk"&gt;http://www.youtube.com/watch?v=Px23vIoMVRk&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wann immer ich diese Filmszene sehe, wünsche ich mir: „Von nun an bitte mit Musik!“&lt;br /&gt;Ich möchte Elias spielen hören, wieder und wieder. Der Film hat dem Roman vor allem eines voraus: den quälenden Wunsch nach mehr von diesen Klängen, der beim Zuschauer erzeugt wird. Diesen Wunsch, der von da an präsent ist und der sich bis zum Orgelwettbewerb in Feldberg, wo Elias das einzige Mal in einer größeren Öffentlichkeit auftritt, nicht erfüllt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kirchenmusik war über die Jahrhunderte hinweg für manche Menschen die einzige Musik, die sie zu hören bekamen. Und ich freue mich darüber, dass heute regelmäßig Orgelvorspiele und Konzerte in den Kirchen stattfinden. Das Orgelkonzert am Mittwoch Abend in der Frauenkirche war Felix Mendelssohn Bartholdy gewidmet. &lt;br /&gt;Ich gehe lieber in Konzerte, in denen ich Werke verschiedener Komponisten aus verschiedenen Epochen hören kann, wollte aber Samuel Kummer, den Organisten der Frauenkirche, im Konzert erleben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.samuelkummer.de/"&gt;http://www.samuelkummer.de/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An den Tagen zuvor war ich bedrückt und mutlos, und an jenem Abend dorthin zu gehen, war eine reine Kopfentscheidung gewesen. Es war so sehr eine Kopfentscheidung, dass ich mich zum Konzertbesuch zwang, indem ich mir die Karte im Vorverkauf besorgte, wo es teurer als an der Abendkasse ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf die Zugaben, die Samuel Kummer gibt – meist improvisiert er - , freue ich mich mehr als auf alles andere, und er lässt sich nie lange bitten. Die Leute wissen das,  denn nach Programmende sieht man nur wenige, die sich erheben und zu den Türen gehen wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Konzert am Mittwoch Abend war schön gewesen, die Zugaben, besonders die erste, waren überwältigend. Sehr poetisch zu Beginn, endete das Spiel in einem strahlenden, kraftvollen Finale. Es waren aber nicht nur die Orgelklänge, die mich augenblicklich glücklich, dankbar, mutiger, zuversichtlicher werden ließen. Der Anblick der Kirche mit ihrer barocken Architektur, den üppigen Formen und Figuren, ihrem Ausdruck von Freude, Lebenslust, Glanz und Pracht vermochte diese Empfindungen noch zu steigern.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Im Film hat Elias die Menschen berühren können, aber er vermochte sie nicht dauerhaft zu nähren. Zu zerrissen war er. Warum haben die Eschberger ihn nicht gebeten, weiterzuspielen? Warum ließen sie es zu, dass die Musik so schnell wieder aus ihrem Leben verschwand? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ende des Romans ist literarisch und folgerichtig. Ich hätte mir dennoch ein anderes gewünscht. Elias siegt beim Orgelwettbewerb und findet zu sich selbst. &lt;br /&gt;Die Musik triumphiert, nicht über das Leben, sondern mitten darin.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5776140230193036515?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5776140230193036515/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5776140230193036515' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5776140230193036515'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5776140230193036515'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/03/spharenklange-2009-1-warum-elias-alder.html' title='Sphärenklänge 2009 (1):  Warum Elias Alder leben sollte'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5565419269236718671</id><published>2009-03-17T19:27:00.002+01:00</published><updated>2009-03-17T20:17:11.184+01:00</updated><title type='text'>Können Sie das mal buchstabieren?</title><content type='html'>Werbeanrufe sind selten willkommen. Kürzlich aber war ich einem derartigen Anruf gegenüber aufgeschlossen, hatte ihn sogar früher oder später erwartet. Er kam von einer Krankenkasse, in der ich viele Jahre lang Mitglied war. Die Mitgliedschaft hatte ich im vorigen Jahr gekündigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine freundliche, ältere Dame war am Telefon und wollte mir die neuen Wahltarife dieser Krankenkasse vorstellen. Genauer gesagt, sollte dies ein Vertreter tun, der mich beraten würde, und die Dame hatte die Aufgabe, einen Termin zu vereinbaren. Gegen ein Beratungsgespräch habe ich prinzipiell nichts einzuwenden, hatte jedoch noch ein anderes Anliegen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor einiger Zeit habe ich gehört, dass sich diese Krankenkasse für den Ausbau der Palliativmedizin einsetzen will. Darüber, das sagte ich der Dame am Telefon, würde ich gern Näheres wissen, denn wenn es so wäre, könnte ich mir vorstellen, wieder Mitglied zu werden. Nun, sagte sie, da müsse sich der Vertreter eben kundig machen. Und sogleich wurde der Termin vereinbart. Was für eine Medizin das gleich noch mal sei, fragte die Dame nach. Ich wiederholte mein Anliegen und fragte mit ehrlichem Erstaunen, ob sie tatsächlich nicht wüsste, was Palliativmedizin ist. Sie ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und antwortete gut gelaunt, sie sei doch nur bei der Hotline. Schließlich buchstabierte ich das Wort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und heute überlege ich, ob ich nicht besser noch etwas gesagt hätte. Dass Palliativmedizin etwas vollkommen Gutes ist, etwas, das in wirklich großem Umfang benötigt wird. Dass es viel zu wenig Plätze in Palliativstationen gibt. Dass Palliativmedizin viel Geld kostet. Dass Kranken deswegen sogar mehr oder weniger offen geraten wird, einem Sterbehilfeverein in der Schweiz beizutreten, um einem sicheren qualvollen Tod durch Inanspruchnahme aktiver Sterbehilfe zuvorzukommen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Es gibt Tage, an denen man dazu neigt, an Wahlfreiheit und Wirksamkeit persönlicher Wahl zu glauben. Und so dachte ich mir zumindest am Abend nach dem Anruf, dass ich vielleicht meinen Beitrag dazu leisten kann, mehr Menschen zu einer so humanen Behandlung zu verhelfen. Aber im Grunde bin ich zu desillusioniert, um zu glauben, in dieser Sache etwas tun zu können. Wahrscheinlich ist dieses Sich-dafür-Einsetzen eine ähnliche Maßnahme wie die der Rentenerhöhung vor der Bundestagswahl.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Es ist auch keine wirkliche Neugier, mit der ich das Beratungsgespräch erwarte. Ein bisschen Neugier vielleicht, zugegeben – darauf, was mir der Vertreter erzählen wird, um mich zur Unterschrift zu bewegen.  Dafür muss er offenbar richtig was tun – vorausgesetzt, ich habe richtig buchstabiert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5565419269236718671?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5565419269236718671/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5565419269236718671' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5565419269236718671'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5565419269236718671'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/03/konnen-sie-das-mal-buchstabieren.html' title='Können Sie das mal buchstabieren?'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-8959892006964263107</id><published>2009-03-08T20:55:00.002+01:00</published><updated>2009-03-08T20:55:30.790+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SbQiqzKUhMI/AAAAAAAADBE/s6tL9i9yO0s/s1600-h/20090308_0005.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; 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Der Regen hat sich über Nacht herangeschlichen, und nun bleibt er, tröpfelt wie der Sand in einer Uhr, die nicht aufhört, sich zu drehen. Weit und breit rinnt er hernieder, will nicht strömen, um nicht zu versiegen. Manchmal fährt ein Windstoß in die Äste und harkt Streifen in den dicht verhangenen Himmel.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2501842935571484416?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2501842935571484416/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2501842935571484416' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2501842935571484416'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2501842935571484416'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/02/landregen.html' title='Landregen'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7806557981127030468</id><published>2009-02-06T13:07:00.005+01:00</published><updated>2009-02-06T16:04:03.870+01:00</updated><title type='text'>W.</title><content type='html'>W. ist eine Kleinstadt westlich von Dresden. Ich arbeitete heute an einem Angebot für einen Kunden und stellte dabei fest, dass diese Stadt doch recht bedeutend ist und unter den Kleinstädten herausragt. Erst später fiel mir ein, dass ich einmal dort gewesen bin. Das kleine Krankenhaus, in dem ich damals für kurze Zeit lag, gibt es wohl nicht mehr. Ich weiß nicht, ob ich das bedauere – es ist sehr lange her, und ich erinnere mich nur bruchstückhaft.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Dem Aufenthalt in W. ging einiges voraus. Ich erinnere mich an einen Nachmittag in einem Dresdner Krankenhaus und an ein großes Wartezimmer voller Frauen. Jung, sehr jung, mittleres Alter, reifes Alter – fast jeder Frauentyp war dort vertreten. Ich war eine von vielen und wartete wie die anderen, bis ich meinen Operationstermin und mit ihm die Information bekam, wo und wann ich mich zu melden hatte.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich war auf diese Prozedur vorbereitet, eine Kollegin hatte mir davon erzählt. Sie hatte gemeint, zu dieser Art von Eingriff werde man irgendwo ins Umland geschickt. Es sei Methode, meinte sie, eine Art Schikane. Aber ich glaube, dass die Patientinnen einfach den Kapazitäten entsprechend verteilt wurden, denn schließlich gab es eine Frist, die eingehalten werden musste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich musste mich im Krankenhaus Freital melden und war ganz froh darüber, denn Freital ist von Dresden aus gut zu erreichen. Ich kann mich erinnern, dass ich mit einem Linienbus dorthin fuhr. Und ich erinnere mich an ein Mehrbettzimmer und meine Nachbarin in diesem Zimmer. Sie war jung, hübsch und nett. Ich war ebenfalls jung.&lt;br /&gt;Ich weiß nicht, ob Krankenhauspatientinnen heute anders miteinander umgehen  - damals redeten wir sofort und ohne Umschweife Klartext. Sie  war wegen einer Risikoschwangerschaft in der Klinik. Meine Kollegin hatte mich davor gewarnt, dass Patientinnen wie meine Nachbarin und ich oft zusammen in ein Zimmer gesteckt würden, und auch dies hielt sie für wohldurchdachte Absicht.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich war  – warum auch immer – davon überzeugt, triftige Gründe für meine Entscheidung zu haben. Und meine Nachbarin akzeptierte diese Gründe. &lt;br /&gt;Sie lag schon ein paar Wochen in der Klinik, kannte die Vorgehensweise und bereitete mich darauf vor, dass ich nach dem Eingriff sobald wie möglich verlegt würde - nach W., wo sich eine Außenstelle des Krankenhauses Freital befand. Alle leichten Fälle, meinte sie, würden verlegt, und Patientinnen wie ich sowieso.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß, dass sie mich aufforderte, zu schlafen, als ich nach der Operation wieder ins Zimmer gebracht wurde. Später versuchte sie, mich aufzubauen. Ob ich Gewissenskonflikte zu erkennen gab, weiß ich nicht mehr. Sie sagte, dass zwei Kinder genau richtig seien, dass meine beiden in einigen Jahren aus dem Gröbsten raus seien und wir ein schönes Leben haben würden.  &lt;br /&gt;Dann erzählte sie mir von einer jungen Frau, die vor mir ihre Zimmernachbarin gewesen war und nun schon in W. sein musste. Sie beschrieb sie als eine anmaßende, überhebliche Person im schwarzen Negligé, die sich gegen ihr erstes Kind  entschieden hatte. Meine Zimmernachbarin hatte sie nicht ausstehen können. Bei mir, fügte sie hinzu, sei es ja anders. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich kam wie vorgesehen nach W., wo ich noch zwei, drei Tage verbrachte.  Mein Zimmer teilte ich mit der jungen Frau im schwarzen Negligé, und wir verstanden uns sehr gut. Noch ehe ich sie danach fragen konnte, erzählte sie mir, dass sie noch nicht reif für ein Kind sei. Ja, man redete damals sofort Klartext. Sie hatte nach dem Eingriff erhöhte Temperatur, ich dagegen nicht, und ich wurde noch vor ihr entlassen. &lt;br /&gt;Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich an einem dunklen Morgen über den Marktplatz von W. zum Bus ging, der mich nach Dresden zurück brachte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bekam später noch zwei Kinder. Vor meiner  vierten Geburt nahm die Hebamme die Vorgeschichte auf, und nachdem ich ihr alles erzählt hatte, meinte sie, das Kind, das ich damals nicht bekommen hätte, würde ich nun kriegen. Ich wusste diese Geste zu schätzen, aber natürlich hatte sie Unrecht.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Und dennoch bin ich froh. Froh darüber, vier Kinder geboren zu haben, und ein Kind nicht geboren zu haben. Dieser Makel in meinem Leben ist mir wichtig. Am liebsten würde ich jedem, der mich nach der Anzahl meiner Kinder fragt, davon erzählen. Ich würde gern jeder Frau, die sich gegen eine Schwangerschaft entscheidet, signalisieren, dass ich das Gleiche getan habe.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7806557981127030468?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7806557981127030468/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7806557981127030468' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7806557981127030468'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7806557981127030468'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/02/w.html' title='W.'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2359305207951678455</id><published>2009-01-31T21:38:00.002+01:00</published><updated>2009-01-31T21:41:40.897+01:00</updated><title type='text'>Über das Schreiben: Krieg</title><content type='html'>Es gibt ein paar Dinge, die man im Leben getan haben sollte, im besseren Fall getan haben will. Ich wusste zu einem recht frühen Zeitpunkt, dass ich Bücher schreiben will – oder wenigstens ein Buch. Die Idee dazu hat sich mit den Jahren etwas verändert, sie ist, möchte ich sagen, erwachsener geworden. Ich habe mir diese Idee nicht gesucht oder gewünscht, sie ist mir im wahrsten Sinne des Wortes zugefallen. Und ich habe kaum bedacht, dass sie mich vor einige Probleme stellen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Zeit, die mich interessiert, waren Kriege an der Tagesordnung. Ich habe damit Schwierigkeiten, denn Kriege interessieren mich überhaupt nicht. Weshalb suchst du dir keinen neuen Stoff, fragt so eine zweiflerische Stimme in mir drinnen. Antwort: Weil ich mir diesen Stoff auch nicht gesucht habe. Er war einfach da und will nicht gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe keine persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema - worüber ich unendlich froh bin –, aber ich schreibe am liebsten über Themen, die ich ein wenig kenne.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ich kann mich nicht einfühlen. Krieg war in der fernen Vergangenheit immer eine Sache der Ehre, mit Begriffen wie Männlichkeit, Tapferkeit, Stärke, Ehrenhaftigkeit assoziierbar. Mir ist dieser Begriffskatalog so fremd wie das Wertesystem von Außerirdischen. Weder bin ich ein Mann, noch bin ich ein Mensch, der in irgendeiner Weise auf solche Urzeittugenden reagiert oder sich im Entferntesten zu ihnen hingezogen fühlt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Selbstverständlich kann man über das Thema Krieg recherchieren. Solche Recherche finde ich sehr interessant. Sogar das sachlichste Sach- oder Fachbuch versucht hin und wieder, Motive, die den Kriegen zugrunde lagen, aufzuspüren. Diese Motive muss man nicht nachvollziehen können, schließlich geht es um längst vergangene Zeiten, aber interessant ist es allemal, darüber nachzudenken.  &lt;br /&gt;Aber was ist Krieg? Das, was ich mir darunter vorstelle, stammt aus Erzählungen, Romanen, Filmen; es ist nicht Krieg, sondern Darstellung von Krieg. Krieg ist oft, aber nicht immer Abfolge von dramatischen Ereignissen: Schlachten, Zweikämpfen, Entbehrungen, großen Gefühlen, traumatischen Erlebnissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krieg ist, da bin ich mir sicher, auch eine Abfolge von alltäglichen Handlungen, scheinbar banalen Momenten. Ich schreibe gern über Dinge, die mich interessieren, vor allem dann, wenn ich, wie man so sagt, keinen Plan habe – und staune mitunter über das, was ich da in die Tasten haue. „Wir haben Krieg, verdammt noch mal“, sagt wieder eine Stimme in mir. „Da kannst du den General doch nicht in Seelenruhe mit dem Stallburschen plaudern lassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich liebe diese scheinbar banalen Momente. Glücklicherweise wurden in Kriegen so oft die Zügel weitergereicht, die Pferde getränkt oder auf die Weide getrieben, wurde eingekauft, ausgeruht oder einfach nur nachgedacht, dass die dabei möglichen Begegnungen sogar historisch gewesen sein können.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2359305207951678455?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2359305207951678455/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2359305207951678455' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2359305207951678455'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2359305207951678455'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/01/uber-das-schreiben-krieg.html' title='Über das Schreiben: Krieg'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-870924339577135588</id><published>2009-01-29T14:40:00.001+01:00</published><updated>2009-01-29T14:41:41.205+01:00</updated><title type='text'>Aus dem Nähkästchen</title><content type='html'>Reklamationen beantworten – das mache ich in meinem Nebenjob – ist keine Arbeit, die in irgendeiner Weise zufrieden stellt. Nicht einmal dann, wenn ein Schwung erledigt und der Schreibtisch frei ist.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Als ich diese Arbeit nach einer gewissen Bedenkzeit übernommen hatte (und dies auch nur deswegen getan habe, weil ich bei einer Ablehnung auch meine reguläre Arbeit, die ich ja ganz gern tue, gefährdet hätte), schwor ich, mir keine Fragen nach dem Sinn dieser Tätigkeit zu stellen; vom ersten Tag an schaltete ich, sobald ich mich an die Reklamationsbearbeitung machte, Verstand und Gewissen aus und verbot mir jegliche Anteilnahme an diesen Vorgängen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute habe ich den vierten Tag hintereinander Reklamationen beantwortet – vorgesehen, wenn auch nicht festgelegt,  sind zwei bis drei Tage pro Woche – und der Tag ist für mich gelaufen. Ich möchte mich am liebsten selbst irgendwo hin verbannen, um niemanden an meiner Laune teilhaben zu lassen. Aber um nicht völlig von Stumpfsinn und Widerwillen vergiftet zu werden, muss ich darüber schreiben. &lt;br /&gt;Manchmal amüsiere ich mich über die Antworten, die vom Zustelldienst kommen und die ich für meine Arbeit zumindest teilweise verwende. Sie sind nicht lustig, nur manchmal etwas unbeholfen und eher unfreiwillig komisch. Wenn unfreiwillige Komik aber stapelweise eintrifft, vergehen einem früher oder später sogar Ironie und Sarkasmus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurioserweise wünsche ich mir fast, ich könnte unter dieser Arbeit noch leiden, wie ich früher darunter gelitten habe, als ich sie hin und wieder vertretungsweise ausgeübt habe. Ich habe mich damals für die Vorgänge verantwortlich gefühlt. Es ist unsinnig und selbstzerstörerisch, dies zu tun, vom moralischen Standpunkt aber richtig, und ich glaube, man kann nicht ungestraft unmoralisch sein, selbst wenn die unmoralische Handlung vom Standpunkt der Vernunft aus die einzig richtige ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Ausräumen habe ich kürzlich eine alte Stellungnahme auf eine Reklamation gefunden, die ich mir aufgehoben hatte, weil die unfreiwillige Komik darin für mich Kultstatus hat. Sie zeugt aber auch von Genauigkeit und Authentizität, die in heutigen Arbeitsprozessen nicht mehr anzutreffen sind  und auch nicht mehr möglich wären:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Betrifft: XXX-Reklamationen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach Rücksprache mit dem Zusteller in XXX , versichert uns der Zusteller die Handzettel lückenlos zuzustellen.&lt;br /&gt;Aber er räumt ein, das bei manchen Adressen die Reklamationen berechtigt ist.&lt;br /&gt;Dies wäre leider Aufgrund der noch fehlenden Ortskenntnisse des Zustellers verbunden. &lt;br /&gt;Die Gründe dafür sind die großen unbebauten Lücken (hier handelt es sich um die XXX- und XXX-Straße).&lt;br /&gt;Er versprach uns, seine Ortskenntnisse in diesem Gebiet noch weiter zu verbessern, um auch die letzten Reklamationen auszuschließen.&lt;br /&gt;Bei Herrn XXX auf der XXX-Straße ist der Briefkasten im Haus und somit nicht zugänglich (Tür verschlossen).&lt;br /&gt;Die Mehrfachreklamationen bei Fam. XXX  XXX-Straße wird sicherlich damit zusammenhängen, da er vorher für uns die Handzettel verteilt hat.&lt;br /&gt;Die restlichen Reklamationen sind aus seiner Sicht unberechtigt, weil er bei sämtlichen Haushalten 100%-ig Handzettel zugestellt worden sind.&lt;br /&gt;Aus unserer Sicht sind die Reklamationen noch darauf zurückzuführen, das wir den vorhergehenden Zustellern gekündigt haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit freundlichen Grüßen&lt;br /&gt;XXX“&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-870924339577135588?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/870924339577135588/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=870924339577135588' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/870924339577135588'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/870924339577135588'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/01/aus-dem-nahkastchen.html' title='Aus dem Nähkästchen'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1348708268324172987</id><published>2009-01-19T16:15:00.000+01:00</published><updated>2009-01-19T16:16:58.728+01:00</updated><title type='text'>Winter</title><content type='html'>Der Winter stellt uns auf mehrere Geduldsproben. Die erste beginnt im November, es ist die leichtere, weil die Vorweihnachtszeit in Aussicht steht, die man, um den November zu überlisten, ein wenig vorverlegen kann. Lichter anzünden, Pfefferkuchen naschen und Glühwein trinken kann man immer schon ein wenig früher, und es lässt sich sogar besser genießen, wenn man, anders als im Dezember, Zeit zu haben glaubt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die weitaus schwierigere Geduldsprobe legt uns der Januar auf. Der Winter ist hartnäckiger als  zuvor, der Frühling noch fern. Die Nächte sind lang und dunkel, die Augen wollen sich nicht gewöhnen:  je länger und tiefer man in die Dunkelheit blickt, desto finsterer scheint es zu werden. Manchmal sieht man eher zufällig eine Mondsichel, aber ihr Licht ist schwach und vermag sich nicht über den Himmel zu breiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man ist immerfort müde, weil die Nächte nicht erholsam sind, man liegt wach und sieht in die Dunkelheit, man steht auf in der Dunkelheit, verbringt trübe Tage und lange Abende in der Dunkelheit. Tagsüber auszuruhen, hätte nur zur Folge, dass man nachts noch länger wachliegt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Nie ist es wirklich warm, nicht im geheizten Zimmer, nicht in Bewegung, man mag erhitzt sein und friert doch innerlich. In der Saunakabine kann man sich aufwärmen, bis man schläfrig wird, aber kaum hat man sie verlassen, friert man wieder. Glühwein mag man längst nicht mehr trinken, der süße Geschmack ist ekelerregend, aber er wärmt, wenn auch nur kurzfristig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Januar bleibt für gewöhnlich der Appetit aus, Weihnachten mit seinem üppigen Essen ist noch zu gut in Erinnerung, man scheint für Jahre gesättigt. Das Zubereiten phantasievoller Gerichte macht keine Freude mehr, niemand hat Appetit, schon gar keinen Hunger, schon das Nachdenken über das Essen macht trübsinnig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am schlimmsten wird es, wenn über Mittag der Himmel aufreißt und die Sonne scheint. Für einen kurzen Moment spürt man den Frühling nahen, man möchte sich Wintermantel, Jacke und Schal vom Leib reißen und sich in Sonne, Wärme, Vogelgezwitscher und den Geruch von Erde einwickeln, aber der Winter schickt wie zur Strafe eisige Windstöße, Wolken und Niederschläge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man ist bedrückt im Januar, ohne traurig zu sein, es fühlt sich ein wenig wie schlechtes Wetter an, und wie schlechtes Wetter wird es auch vorüber gehen. Man lebt weiter wie bisher, steht auf in der Dunkelheit, verbringt trübe Tage und lange Abende in der Dunkelheit, und wenn man zu beschäftigt ist, um den Trübsinn anzusehen, ist er dennoch da.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1348708268324172987?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1348708268324172987/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1348708268324172987' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1348708268324172987'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1348708268324172987'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/01/winter.html' title='Winter'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-9022822771609489557</id><published>2009-01-18T11:16:00.003+01:00</published><updated>2009-01-18T14:16:14.742+01:00</updated><title type='text'>Über das Schreiben: suum cuique</title><content type='html'>Eine der nachhaltigsten Lektionen über das Geschichtenerzählen hat mir meine Tochter erteilt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei junge Burschen hatten sie und ihre Freundin in einem Trabant auf einem Parkplatz herumkutschiert. Der Fahrer verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, der Trabant überschlug sich und blieb mit dem Dach zuunterst liegen. Die jungen Leute konnten sich selbst aus dem Auto befreien und sind mit dem Schrecken davongekommen. &lt;br /&gt;Zu Hause angekommen, erzählte meine Tochter, was passiert war. Ich hörte fasziniert zu. Es war nicht irgendeine Geschichte, die sie erzählte, sondern ihre, und sie war die Hauptperson. Sie erzählte mir, was genau sie während des Unfalls und danach empfunden, gedacht und was sie sich gewünscht hat. Es waren zum Teil ganz merkwürdig anmutende, simple Wünsche wie der, sich die Lippen eincremen zu können, die ihrer Erzählung einen besonderen Charakter verliehen und die mir sehr eindringlich vermittelten, was für eine bemerkenswerte Person sie ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Lektion deckt sich auch mit dem Rat, den mir ein Lehrer erteilt hat. Ich habe auf diesen Lehrer mehr als auf jeden anderen Lehrer gehört, weil er mir glaubhaft vermitteln konnte, seine Ratschläge nicht an eine x-beliebige Schülerin, sondern an mich zu richten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein paar Jahre her, seit ich einen Text geschrieben habe, der intimer und persönlicher war als alle anderen Texte, die ich zuvor verfasst hatte. Ich hatte ein ungutes Gefühl beim Schreiben, weil ich so viel von mir preisgab. Tatsächlich werden sehr persönliche Texte von anderen Schreibenden oft mit Vorwürfen oder gar Häme bedacht, und man gerät leicht in den Verdacht, voyeuristisch oder narzisstisch zu sein. Aber dieser kleine Text wurde veröffentlicht, und ich erinnere mich noch gut daran, dass jemand aus meiner Verwandtschaft, der ihn gelesen hatte, sagte: Ja, das bist du.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt immer wieder Tage, an dem ich mir wünsche, anders zu sein: gebildet, weltläufig, freundlich, und ich schäme mich dieser kleinen Texte aus meiner kleinen Welt. Aber im Grunde weiß ich, dass ich nur das gut tun kann, was mir entspricht. Auch und ganz besonders beim Schreiben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-9022822771609489557?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/9022822771609489557/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=9022822771609489557' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/9022822771609489557'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/9022822771609489557'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/01/ber-das-schreiben-suum-cuique.html' title='Über das Schreiben: suum cuique'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3044965371003026582</id><published>2009-01-10T19:28:00.001+01:00</published><updated>2009-01-10T19:30:47.727+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SWjpUnUTpYI/AAAAAAAAC6I/dr3H2ym-7xg/s1600-h/20090110_0045.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SWjpUnUTpYI/AAAAAAAAC6I/dr3H2ym-7xg/s400/20090110_0045.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5289734302707459458" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3044965371003026582?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3044965371003026582/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3044965371003026582' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3044965371003026582'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3044965371003026582'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2009/01/blog-post.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SWjpUnUTpYI/AAAAAAAAC6I/dr3H2ym-7xg/s72-c/20090110_0045.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4758803478992427136</id><published>2008-12-12T16:55:00.004+01:00</published><updated>2008-12-12T17:07:34.893+01:00</updated><title type='text'>2009: Warum ich mich nicht wie blöd freue</title><content type='html'>Ich habe es ja ganz gern vor mir, so ein jungfräuliches und noch unverbrauchtes Jahr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch eine Zeitschrift belehrte mich eines Besseren und rief mir den wahren Kern meines Wesens in Erinnerung. Keine sonderlich anspruchsvolle Zeitschrift, aber unter denen, die ein paar Informationen in viel Unterhaltung und zwischen viele Bilder packen, eine der anspruchsvolleren, und ich lese sie immer dann, wenn mir der Sinn nach etwas Leichtem steht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn sonst kein Tag vergeht, ohne dass mir das Wort &lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Krise&lt;/span&gt; in irgendeiner Form entgegen geschrien wird, so hat sich diese Zeitschrift dem Gegenprogramm verschrieben. Und das kommt mit ebenso naturkatastrophengleicher Medienwirksamkeit daher: 125 Seiten Zwangsoptimismus auf Hochglanz, mit einem Einleger, der einen gesonderten Verriss verdiente. &lt;br /&gt;Prominente oder Leute, die sich dafür halten, verordnen Zuversicht und Patentrezepte für die Zukunft. Das reicht von der bio-unlogischen Feststellung eines Fernsehmoderators, dass seine Frau von Jahr zu Jahr schöner werde (hat er sie als Minderjährige geheiratet?) bis hin zu globalphilosophischen Betrachtungen von Werbefachleuten – die ja schließlich Experten für tiefgründige und existentielle Fragen sein müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da posieren Leute in Designerklamotten und erzählen, dass Geld nicht alles ist und welch tolle Chancen für einen Wertewandel in der Krise liegen. Ich muss dabei an Seneca denken, einen der reichsten Menschen der römischen Kaiserzeit, welcher sich der stoischen Philosophie verschrieben hatte und der seinen Lesern, überwiegend gutsituierten Menschen, zum (vorübergehenden) Erproben von Einfachheit und Armut als Selbsterfahrungsabenteuer riet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seneca ist trotz seiner spürbaren Zerrissenheit oder gerade deswegen lesenswert, eine sich wertemissionarisch betätigende Frau Schöneberger sehe ich mir nicht einmal in ihren idiotischen Sendungen an -  in denen sie wenigstens nicht deplatziert ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch wenn ich sonst niemandem etwas Schlechtes wünsche, ertappe ich mich dabei, diesen Hanswürsten, die sich zu Lebensratgebern aufschwingen, das eine oder andere vorübergehend zu verordnen. Auf angemessene Heizung und gesundes Essen  zu verzichten. Am Tageszeitungsabonnement zu sparen, weil das dafür notwendige Geld nicht in jedem Monat verfügbar ist. So wenig wie möglich außer Haus zu gehen, um jede Versuchung, mehr Geld als unbedingt nötig auszugeben, zu vermeiden. Keine Gesprächsthemen mehr zu haben, weil keine Interessen und Freizeitaktivitäten mehr gepflegt werden können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte meine Lektionen in Punkto Selbstbeschränkung und Beschränktsein, und ich wünsche mir die Jahre nicht zurück, auch wenn ich weiß, dass ich, käme ich erneut in eine solche Lage, wieder damit klar kommen müsste und auch würde.&lt;br /&gt;Von Flexibilität schwärmt Frau Schöneberger in den höchsten Tönen, und dass es doch gar nicht so schlecht wäre, nur noch diversen vorübergehenden und freiberuflichen Tätigkeiten nachzugehen.  Als Teilzeitarbeitskraft in der zweiten  Reihe tätig und vertraglich verpflichtet, jederzeit, beliebig lange und beliebig oft in die erste Reihe zu springen, weiß ich einiges von Flexibilität – das gilt für meinen Nebenjob und Familie wie Haushalt ebenso. Flexibilität ist eine von der modernen Arbeitswelt diktierte Notwendigkeit, aber nichts, das man himmelhochjauchzend als eine Art Lebenskunst preisen muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich bei derartigen Lobpreisungen an die unzähligen Leiharbeiter denken, die nach Belieben ausgebeutet und wieder gefeuert werden, werde ich sehr nachdenklich. &lt;br /&gt;Aber offensichtlich muss man sich in einer gewissen gesellschaftlichen Position befinden, um von Nachdenklichkeit verschont zu bleiben.&lt;br /&gt;Meinen Lesestoff werde ich zukünftig sorgfältiger auswählen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vermutlich hat mein Mann Recht, der – anders als ich – noch unermüdlich die Medien verfolgt.&lt;br /&gt;„Die halten uns für blöd“, pflegt er immer öfter zu sagen, und die Tatsache, dass es „uns“ und dass es „die“ gibt und kein „wir“, scheint für mich das zentrale Problem zu sein.&lt;br /&gt;Ratschläge von Stars und Sternchen, von Superfrauen und Überfliegern sind für Menschen wie ihn und mich von gleicher Bedeutung wie die Auslassungen von Marsmenschen, wenn es sie denn gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe das Recht, wütend zu sein auf diese Verbrecher, die ein globales Finanzsystem gegen die Wand fahren und Millionen von Menschen für ihre Gier büßen lassen, und ich sehe keinen Grund, diese Tatsachen schön zu reden.&lt;br /&gt;Und meinen Pessimismus lasse ich mir auch nicht nehmen. Denn dann wäre ich der angenehmen Überraschungen beraubt, die ich erlebe, wenn dieses oder jenes vielleicht doch nicht so schlimm wird, wie ich es erwartet habe.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4758803478992427136?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4758803478992427136/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4758803478992427136' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4758803478992427136'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4758803478992427136'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/12/2009-warum-ich-mich-nicht-wie-bld-freue.html' title='2009: Warum ich mich nicht wie blöd freue'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7766178677484019582</id><published>2008-12-07T20:39:00.003+01:00</published><updated>2008-12-07T20:46:16.575+01:00</updated><title type='text'>Kurzreise nach Mainz 4.12.-6.12.08</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STwmxowg0WI/AAAAAAAAC0E/6vgnT2imLBk/s1600-h/Augustastr.+.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STwmxowg0WI/AAAAAAAAC0E/6vgnT2imLBk/s400/Augustastr.+.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5277135497567719778" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch ein paar Eindrücke:&lt;br /&gt;http://www.sternstaub.org/forums/topic.php?id=2148&amp;s=0c082530869d96eba03da85fbaec144e&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7766178677484019582?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7766178677484019582/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7766178677484019582' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7766178677484019582'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7766178677484019582'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/12/kurzreise.html' title='Kurzreise nach Mainz 4.12.-6.12.08'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STwmxowg0WI/AAAAAAAAC0E/6vgnT2imLBk/s72-c/Augustastr.+.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7823655431021722827</id><published>2008-12-07T20:38:00.000+01:00</published><updated>2008-12-07T20:39:09.550+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STwmWUsBg0I/AAAAAAAACz0/gLqBXgysTlw/s1600-h/Madonna.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STwmWUsBg0I/AAAAAAAACz0/gLqBXgysTlw/s400/Madonna.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5277135028323713858" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7823655431021722827?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7823655431021722827/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7823655431021722827' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7823655431021722827'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7823655431021722827'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/12/blog-post_07.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STwmWUsBg0I/AAAAAAAACz0/gLqBXgysTlw/s72-c/Madonna.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-582390100275168348</id><published>2008-12-07T20:36:00.000+01:00</published><updated>2008-12-07T20:38:24.891+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STwmKvPbSII/AAAAAAAACzs/EXidEUhUAj4/s1600-h/Gasse.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 400px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STwmKvPbSII/AAAAAAAACzs/EXidEUhUAj4/s400/Gasse.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5277134829293095042" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-582390100275168348?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/582390100275168348/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=582390100275168348' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/582390100275168348'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/582390100275168348'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/12/blog-post.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STwmKvPbSII/AAAAAAAACzs/EXidEUhUAj4/s72-c/Gasse.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-8684113121340972245</id><published>2008-11-30T18:54:00.000+01:00</published><updated>2008-11-30T18:55:31.304+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STLTjcXG7XI/AAAAAAAACzk/U4xqMrLInS4/s1600-h/20081130_0004.JPG"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STLTjcXG7XI/AAAAAAAACzk/U4xqMrLInS4/s400/20081130_0004.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5274510719466270066" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-8684113121340972245?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/8684113121340972245/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=8684113121340972245' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8684113121340972245'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8684113121340972245'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/11/blog-post.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/STLTjcXG7XI/AAAAAAAACzk/U4xqMrLInS4/s72-c/20081130_0004.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3667110453597326655</id><published>2008-11-22T16:16:00.003+01:00</published><updated>2008-11-22T16:19:01.250+01:00</updated><title type='text'>Und so...</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SSgigsaO37I/AAAAAAAACzE/OxvYW_u7pYo/s1600-h/Er%2BSie+in+Rom.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 400px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SSgigsaO37I/AAAAAAAACzE/OxvYW_u7pYo/s400/Er%2BSie+in+Rom.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5271501308909510578" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;…war es in Rom und Civitavecchia:&lt;br /&gt;http://www.sternstaub.org/forums/topic.php?id=2124&amp;s=a6544671e16fd49e01a3376d1cfd2f23&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3667110453597326655?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3667110453597326655/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3667110453597326655' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3667110453597326655'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3667110453597326655'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/11/und-so.html' title='Und so...'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SSgigsaO37I/AAAAAAAACzE/OxvYW_u7pYo/s72-c/Er%2BSie+in+Rom.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4825294567456732980</id><published>2008-11-08T09:06:00.000+01:00</published><updated>2008-11-08T09:07:25.201+01:00</updated><title type='text'>Zeit</title><content type='html'>Es gibt Tage, an denen das Zeitempfinden deutlich anders ist als sonst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon beim Aufstehen hatte ich den Wunsch nach Ruhe, nach Verinnerlichung, nach einem Tag ganz ohne Termine und Vorhaben. Und ich hatte das Gefühl, dass mir dieser Tag entgleitet, davonfliegt, ohne dass ich das Geringste dagegen tun kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich meinen Morgenkaffee umgerührt hatte und auf die Uhr sah, fuhr ich erschrocken hoch, weil seit dem letzten Blick darauf fast eine Viertelstunde vergangen war. &lt;br /&gt;Ein kurzes Musikstück, das mir seit dem Vortag nicht mehr aus dem Kopf ging, wollte ich hören, ehe ich mich in die Tretmühle des Alltags begeben würde. Ich rief es im Internet auf, hörte es und versank darin. Gerade noch konnte ich mich zwingen, es nicht wieder und wieder abzuspielen und dabei meinen Gedanken nachzuhängen. An solchen Tagen könnte ich schreiben, immerfort schreiben, und käme kaum mit dem Tippen nach, so viel fiele mir ein. Tatsächlich aber bringe ich keinen einzigen Text zustande, weil mir die Zeit zum Schreiben fehlt, und all meine Gedanken bleiben verschüttet, bis sie wieder einmal heraus wollen und doch nicht niedergeschrieben werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Thomas Mann hat in seinem berühmten Roman „Der Zauberberg“ ebenso treffende wie paradoxe Betrachtungen über die Zeit und das Zeitempfinden angestellt. Im Urlaub las ich wieder einmal in diesem Buch, dem man als Leser sehr viel Zeit schenken muss, um dieses einzigartige Geschenk gebührend annehmen zu können. An diese Betrachtungen denke ich oft und an Tagen wie diesem noch öfter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Arbeit ging mir schlecht von der Hand, ich war langsam und unkonzentriert, so dass es fast beruhigend war, dass auch das Computernetzwerk, an dem ich arbeite, an diesem Tag sehr langsam und störanfällig war. Ich hätte besser zu Hause bleiben sollen!&lt;br /&gt;Dann aber hatte ich ein längeres privates Gespräch, für das ich mir an anderen Tagen sicher nicht so viel Zeit genommen hätte, und das ergab wiederum Sinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen Termin, den ich durchaus noch am Nachmittag einschieben wollte, ließ ich dann sausen, weil mir klar wurde, dass ich Zeit brauchen würde, um ihn angemessen wahrzunehmen, und diese Zeit eher am Wochenende haben würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Thomas Mann schrieb, dass Zeiträume, die man als leer empfindet, in der Erinnerung zusammenschrumpfen.&lt;br /&gt;Tage und Momente, an die ich mich besonders intensiv erinnere, waren solche, an denen ich nur sehr wenig getan, dafür aber viel gedacht und genau betrachtet habe. Nachmittage, an denen ich gelesen habe und an denen für mich nur das Buch existierte. Sommerabende, an denen ich nur in den Himmel schaute, die Mauersegler beobachtete und miterlebte, wie der Tag ganz langsam ging. In solchen von jeglichen Vorhaben freien Augenblicken spüre ich das Leben und fühle mich lebendig. &lt;br /&gt;Für die Zukunft wünsche ich mir mehr davon.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4825294567456732980?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4825294567456732980/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4825294567456732980' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4825294567456732980'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4825294567456732980'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/11/zeit.html' title='Zeit'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4548248245099286186</id><published>2008-11-02T19:44:00.002+01:00</published><updated>2008-11-02T19:46:39.574+01:00</updated><title type='text'>Zurückgekehrt...</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SQ31OT9Mt6I/AAAAAAAACyk/HJFLlMScyoA/s1600-h/Kolosseum+bei+Nacht.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 300px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SQ31OT9Mt6I/AAAAAAAACyk/HJFLlMScyoA/s400/Kolosseum+bei+Nacht.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5264133165689911202" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;... von dort bin ich. Den Reisebericht verlinke ich, sobald er fertiggestellt ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4548248245099286186?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4548248245099286186/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4548248245099286186' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4548248245099286186'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4548248245099286186'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/11/zurckgekehrt.html' title='Zurückgekehrt...'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SQ31OT9Mt6I/AAAAAAAACyk/HJFLlMScyoA/s72-c/Kolosseum+bei+Nacht.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-6217752355384844335</id><published>2008-10-09T21:48:00.006+02:00</published><updated>2008-10-09T21:55:48.106+02:00</updated><title type='text'>Es geht schon wieder los</title><content type='html'>Da ich dieses Textchen vor gut vier Wochen schreiben wollte, steht die Überschrift etwas unpassend im Raum, denn genau vier Wochen ist es her, dass ich wieder zur Volkshochschule gehe. Den Wiedereinstieg mit so einer Mischung aus Freude und Bangigkeit (Hilfe, ich weiß gar nichts mehr!) gebührend zu feiern, habe ich gründlich verpasst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein wenig paradox, dass ich gerade heute, da ich mich kränkelnderweise entschlossen habe, nach der Arbeit direkt nach Hause zu fahren und den Volkshochschulkurs für einen Abend sausen zu lassen, Zeit habe, der VHS schreibend zu huldigen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Volkshochschulkurse sind etwas Wunderbares. Weiterbildung, vor allem auf freiwilliger Basis, ist schön und anregend zugleich. Und Menschen, die sich Zeit für Hobbys und Weiterbildung vom Alltag abtrotzen, fühle ich mich verbunden. Nicht jeder aber ist trotzig genug. Wer schon ein Weilchen an der VHS ist, weiß, dass die Anzahl der Kursteilnehmer in der Regel auf die Hälfte schrumpft. Etliche kommen nur ein oder zwei Mal. Da lobe ich mir doch die Meinung des netten Ehepaares aus unserem Kurs. Beide haben mit dem Lehrstoff zu kämpfen, aber sie sind der Ansicht, dass sie den Kurs nun einmal bezahlt haben und deshalb auch ein Recht auf Teilnahme haben. Grundkurse, auch das lernt man mit der Zeit, gibt es reichlich, Aufbaukurse seltener. Diejenigen, von denen ich immer dachte, sie machen weiter bis zur Sprachkundigenprüfung,  haben sich längst verabschiedet, und ich möchte gar nicht wissen, ob es Über- oder eher Unterforderung war, die sie aufgeben ließen. Ich fühle mich wohl unter denen, die geblieben sind. Weil Unvernunft  unerlässlich ist, um mich für etwas begeistern zu können, bin ich nicht im längst fälligen Englischkurs, sondern im Aufbaukurs Italienisch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Volkshochschule ist längst nicht mehr nur „Schule“ und Frontalunterricht. Gelernt wird in entspannter Atmosphäre, die sich um so mehr lockert, je länger und besser sich die Kursteilnehmer kennen. Die nette Gruppe, die Pausengespräche, das Gefühl, zu einem Kern zusammengewachsen zu sein, waren für mich ausschlaggebend, weiterzumachen. Und die Tatsache, dass sich Kopf und Bauch in einer Sache noch nie so einig waren, ohne dass ich exakt zu sagen gewusst hätte, warum eigentlich. Entscheidend waren eher Momente wie der letzte Abend vom Grundkurs, als wir „Azzurro“ von Adriano Celentano übersetzten und schließlich (alle!) sangen.  Und die anderen Teilnehmer, deren Fleiß und Begeisterungsfähigkeit anspornen.  Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Kurs nicht der letzte ist, den ich belegen werde. Und mit Sicherheit bin ich nächste Woche wieder dabei.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-6217752355384844335?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/6217752355384844335/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=6217752355384844335' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6217752355384844335'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6217752355384844335'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/10/es-geht-schon-wieder-los_09.html' title='Es geht schon wieder los'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5033400712541088773</id><published>2008-09-09T20:44:00.007+02:00</published><updated>2008-09-09T20:53:35.014+02:00</updated><title type='text'>Das Versteck</title><content type='html'>Es war wie ein Garten, ein Park sogar, mit einem Teich oder eher einem Tümpel  und einem verwilderten Waldstück. Die Erdhöhle war geräumig und hatte Schlafnischen für die Kinder. Sie bot Schutz und ein wenig Geborgenheit, bis wir die Nachbarn bemerkten, Familien wie wir, die aufstanden, spielten, lachten, und ab und zu laut waren. Wir aber, das schärfte ich meinen Kindern ein, mussten leise sein, völlig lautlos sogar; sie durften uns weder sehen, noch hören, sie durften nicht einmal ahnen, dass es uns gab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entdeckt zu werden, bedeutete den Tod. Kleinen Kindern kann man so etwas nicht vermitteln, man kann ihnen nur die Hand auf den Mund pressen und sie zu Boden drücken. Aber die anderen waren längst aufmerksam geworden. Ab und an unterbrachen sie ihr Reden und ihr Lachen und lauschten in unsere Richtung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gefühl von Angst, Ohnmacht und Ausgeliefertsein wollte nicht verschwinden; es schnürte mir noch den Brustkorb zu,  als ich wach lag und über den Traum nachdachte. Bis zu dieser Nacht hätte ich behauptet, dass mir Albträume  - von ein paar vagen Erinnerungen aus der Kindheit einmal abgesehen – nicht passieren. Bis zu dieser Nacht hätte ich geschworen, in gutem Einvernehmen mit meinem Unterbewusstsein zu leben, hatte fest daran geglaubt, dass da nichts ist, was mich hilflos machen könnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit einigen Jahren, und zwar von dem Zeitpunkt an, als ich ihnen Beachtung zu schenken begann, sind Träume etwas Positives für mich. Ich träume aber nicht nur von angenehmen Dingen, sondern auch von bedrohlichen, gefährlichen, teilweise katastrophalen Situationen.  All diesen Situationen aber war ich im Traum gewachsen, und ich hatte ein Grundvertrauen, dass schon alles gut gehen würde, welches mir in der Realität oft fehlt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich ging davon aus, dass jeder Traum spätestens dann, wenn man ihn analysiert, an Schrecken verliert und erklärbar wird. Ich war mir dessen so sicher, dass ich meinen Kindern schon in zartem Alter eine Kurzeinführung in Traumdeutung gab, um ihnen die Angst vor Träumen mit bedrohlichen Inhalten zu nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer stand die Frage, um was für eine Art Traum es sich handelt, was er mir sagen möchte oder ob er mir überhaupt etwas sagen möchte – nicht jeder Traum hat einen Sinn oder einen Impuls, der von ihm ausgeht.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Auch Träumen, die vom Tod, dem eigenen oder dem naher Angehörigen, handelten, fühlte ich mich nicht ausgeliefert – kaum den dunklen Gedanken entkommen, machte ich mich an die Analyse. (Aber seit einiger Zeit schon vermute ich, dass Verstandesmenschen die größten Angsthasen sind.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Mal war alles anders. Nun, ein paar Stunden danach, kann ich mir den Traum und seine Hintergründe erklären, aber das Unbehagen ist geblieben. Träume haben mich gerettet, als ich die Hoffnung verloren hatte. Träume sind noch immer faszinierend, aber ich werde mich nicht mehr sicher in ihnen fühlen.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;In der Nacht nach dem Traum stand ich auf, ging durch die Wohnung, von einem Bett zum anderen, um mich zu vergewissern, dass alle ruhig schliefen. Setzte mich in den Sessel, sah und fühlte und hörte mich um. Die Noppen im Teppichboden, die Kälte, die von draußen hereinkam, das Spinnennetz vor dem Fenster, Straßengeräusche – Normalität, die man meist erst dann zu schätzen beginnt, wenn man sich ihrer Flüchtigkeit und Vergänglichkeit bewusst wird.&lt;br /&gt;Wenn ich diesem Traum einen Sinn verleihen soll, dann den, dass es gar nicht so schlecht ist, von der Realität gerettet zu werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5033400712541088773?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5033400712541088773/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5033400712541088773' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5033400712541088773'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5033400712541088773'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/09/das-versteck.html' title='Das Versteck'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7221874396645573940</id><published>2008-08-31T15:51:00.001+02:00</published><updated>2008-08-31T16:00:27.876+02:00</updated><title type='text'>Die Sammelsaison hat begonnen</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Wer etwas von Pilzen versteht, kann das ganze Jahr hindurch sammeln. Da wir uns aber auf die bekannten Röhrenpilze beschränken, ist für uns lediglich im Spätsommer und Herbst Saison, was aber den Vorteil hat, dass das Pilzesuchen etwas Besonderes bleibt. Ostereier werden ja auch nicht das ganze Jahr hindurch gesucht. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;Möglicherweise kommt da ein Jäger- und Sammlergen zum Tragen, wenn wir durch den Wald streifen, denn wir lieben es geradezu, die Pilze auf dem Waldboden zu entdecken und zu pflücken. Das Streifen durch die Heide in den frühen Morgenstunden ist&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;an sich schon ein Erlebnis. Ich kann mich gar nicht daran satt sehen, wie die Morgensonne durch die Bäume hindurch scheint und die Blätter zum Leuchten bringt, wie der Tau auf den Gräsern glitzert und der Frühnebel vom Silbersee aufsteigt.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Als mein Mann kürzlich auf die Idee kam, Pilze suchen zu gehen, war es leider Sonntag Abend, so dass wir nicht sofort losgehen konnten. Heute war es nun so weit: ich stellte den Wecker, und gegen dreiviertel Sechs gingen wir aus dem Haus. Als wir in den Wald hinein kamen, fanden wir zunächst nichts. Seit ein paar Jahren gehen wir immer dieselbe Strecke, die auch im Falle, dass man nichts findet, eine schöne Rundwanderung ist. Wir haben, wie die meisten Pilzsammler, unsere Stellen, die natürlich nicht nur uns allein gehören. Wenn an den ersten Stellen rein gar nichts zu sehen ist, nicht einmal abgeschnittene Stiele – Spuren von Sammlern, die vor uns dagewesen waren - , beginnt man sich zu fragen, ob es noch zu sommer-zeitig oder zu trocken im Wald ist, auch besinnt man sich auf den Mond, und der war in den letzten Tagen abnehmend und nicht zunehmend, wie er zum Pilzesammeln idealerweise sein sollte.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;An unserer Butterpilzstelle fand ich dann drei Butterpilze. Mein Mann stürmte danach aber so schnell durch den Wald, dass ich nicht mehr zum Suchen kam –ich schaue mich gern gründlich um – und mich aufs Fotografieren verlegte, um wenigstens Bilder mit nach Hause zu bringen. Er war unruhig, weil er befürchtete, dass schon andere Sammler über unsere Stellen gegangen waren. Tatsächlich war der erste Streckenabschnitt, der noch ziemlich dicht am Waldrand entlang führt, komplett abgesucht worden. Kurz hinter der zweiten Butterpilzstelle, wo wir keine Butterpilze, aber zwei Sandpilze fanden, entdeckte ich einen Steinpilz unter einem Blatt. Ringsum sahen wir dann jede Menge abgeschnittener Steilpilzstiele – und beeilten uns, tiefer in den Wald hinein zu kommen. Unser erstes größeres Maronenwäldchen war ebenfalls abgesucht worden, wir fanden dort rein gar nichts. Hinter der Hofewiese kamen wir dann zum Steinpilzwald. Wir teilen uns dort immer auf, mein Mann geht rechts vom Weg in den Wald, ich gehe links hinein. Es ist ein dunkler Fichtenwald, wo man nur sehr gebückt gehen kann. Dort nahm ich mir Zeit zum Suchen, hatte auch weniger Schwierigkeiten beim Sehen – wahrscheinlich war ich nun munterer und konzentrierter (meine Omi hätte gesagt, ich hätte nun die Pilzaugen) &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;- &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;und fand sieben kleine, feste Steinpilze, die alle etwas versteckt standen. Auch in diesem Waldstück waren schon Sammler vor uns gewesen, aber so ist es meistens – man kann noch so zeitig in den Wald gehen, irgendwer war immer schon vorher da gewesen. Ich freute mich sehr über die hübschen Steinpilze, zumal ihre Anzahl eine Glückszahl war. Normalerweise bin ich nicht abergläubisch, beim Pilzesammeln aber schon, ein bisschen zumindest. Einen winzigen Steinpilz, dessen Hutdurchmesser weniger als einen Zentimeter betrug, ließ ich stehen. Dass ich ihn gesehen hatte, war mir Erfolgserlebnis genug. Als ich dann auf die Maronenwiese ging, wo wir uns immer treffen, wenn wir den Steinpilzwald durchsucht haben, war ich in positiver Erwartung, und tatsächlich fand ich gleich zwei sehr schöne Maronen. Die Maronenwiese, die gar keine Wiese mehr, sondern ein Wäldchen ist, suchte ich nun systematisch ab. Besonders erwartungsvoll war ich an den etwas unzugänglichen, dicht bewachsenen Stellen, und dort wurde ich richtig fündig. Irgendwie ahnt man es, wenn man an einem richtig guten Pilzfleck ist: man fühlt sich beobachtet, als ob die noch unentdeckten Pilze einen anschauen und warten, ob sie gefunden werden. Mir wurde auch schnell klar, aus welcher Richtung die „Blicke“ kamen – nur wenige Zentimeter rechts von mir standen drei Maronen. Es sind meine Lieblingspilze; sie sehen mit ihren braunen Hüten so hübsch auf dem Waldboden aus, dass ich sie am liebsten stehen lassen würde, wenn die Sammlerleidenschaft das zuließe. Im Umkreis waren dann noch mehr davon, so dass ich einen Beutel hervorholen musste, weil mein Mann, der den Korb hatte, noch im Steinpilzwald war. Ich begann mich dann zu fragen, ob es ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist, dass er so lange dort bleibt, denn entweder heißt das, er findet viel, oder er findet wenig bis gar nichts und kann sich nicht damit abfinden und das Wäldchen verlassen. Als ich den Beutel etwa zur Hälfte mit Pilzen gefüllt hatte, kam er dann: er hatte dreizehn Steinpilze gefunden. Da das unsere letzte „richtige“ Stelle war, suchten wir gründlich weiter und fanden noch einige Maronen und Sandpilze. In diesem Waldstück finden wir eigentlich immer Pilze, sogar, wenn dort schon viele Leute durchgegangen sind. Schließlich gingen wir durch das Prießnitztal zurück und waren ganz zufrieden mit der Ausbeute unserer ersten diesjährigen Pilzwanderung. &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7221874396645573940?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7221874396645573940/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7221874396645573940' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7221874396645573940'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7221874396645573940'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/08/die-sammelsaison-hat-begonnen.html' title='Die Sammelsaison hat begonnen'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7026625186985716408</id><published>2008-08-24T11:05:00.004+02:00</published><updated>2008-08-24T19:14:14.011+02:00</updated><title type='text'>Bühlau (2)</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Unser Häuschen stand etwas zurückgesetzt. Im Sommer sah man es kaum hinter&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Obstbäumen und Beerensträuchern.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Die lange, schmale Einfahrt war mit Rabatten eingefasst. Daneben befand sich ein kleines Stück Wiese. Dass sich der Garten im hinteren Teil des Grundstücks noch verbreiterte, konnte man von der Straße aus nicht sehen. Hinten befand sich eine große Wiese mit einem Birnen- und einem Apfelbaum, nach Westen hin, neben dem Sandkasten, waren Erdbeer- und Gemüsebeete, an der östlichen Grundstücksgrenze mündete der Einfahrweg in die Garage, neben der sich ein Schauer befand. Dort waren Wäscheleinen gespannt, und dahinter befanden sich unsere Holzvorräte. Zwischen Garage und Schauer und dem nördlich angrenzenden Grundstück lag noch ein schmaler, &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;verwilderter Streifen Land. Dort standen alte, große Holzkisten herum, die wir als Buden nehmen durften. Aber wir spielten auch gern unter dem Schauer bei den Brennholzstößen. Hinter dem Holz konnte man sich gut verstecken. Ich kann mich gut daran erinnern, dass wir dort „Raumschiff“ spielten. Ein zwischen Holzstücke geklemmtes Radio diente uns als Funkgerät. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Die Blumenrabatten, die meine Mutter angelegt hatte, waren eine Zierde des Gartens. Wir hatten einen Steingarten mit Hauswurz und Silberdisteln, Farn, Maiglöckchen, Haselnusssträucher, und natürlich Blumen für jede Jahreszeit: die Frühblüher, Schneeglöckchen, Krokusse, Blausterne, Tulpen, &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;viele blühende Polster, von denen ich die weißen Federnelken besonders mochte, die Sommerstauden, Rittersporn, Sonnenhut, Rosen, Phlox sowie Astern und Dahlien im Herbst. Immer wieder blieben Leute vor unserem Garten stehen und bestaunten die Blütenpracht und die Harmonie der Bepflanzung. Ich weiß noch genau, an welchen Flecken meine Lieblingsblumen standen. Auch giftige Pflanzen fehlten nicht; wir lernten sie frühzeitig kennen und kamen auch nicht auf die Idee, sie zu essen. Wir hatten einen Goldregenstrauch, an dem im Frühjahr die bemalten Ostereier hingen, Trollblumen und Eisenhut. Neben dem Goldregen, an einem Schuppen, war ein Vogelhaus angebracht. Von den gegenüberliegenden Kinderzimmerfenstern konnten wir im Winter die Vögel beobachten. Auch eine große Vogeltränke gab es im Garten. Dort lagen immer die von den Staren zertrümmerten Schneckenhäuser. Wir durften uns im Garten frei bewegen, der Rasen war nicht nur zum Ansehen da,&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;und wir durften auch Blumen pflücken. Meine Mutter wies uns immer darauf hin, dass sie sich auf dem Beet&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;länger halten als in der Vase. Ich habe dennoch gern Sträuße gepflückt und unsere Buden-Kisten damit geschmückt. Damals muss die Idee entstanden sein, die verwilderte Ecke zu verschönern. Die Kisten wurden gesäubert und eingerichtet, das Unkraut beseitigt, und schließlich brachte mein Vater eine Tafel an und baute uns eine Sitzbank. An der Tafel konnten wir mit Kreide malen und schreiben. Damit war die „Bar“ entstanden, wo fortan Kindergeburtstage und alle möglichen Spiele und Feierlichkeiten stattfanden.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Unser Garten war ein wahres Kinderparadies, und wir hatten auch immer viele Kinder da – Freunde aus der Schule und aus der Nachbarschaft. Meine Mutter beklagte sich gelegentlich, dass sich alles bei uns abspielte, während andere Leute perfekte Wohnungen und einen makellosen Rasen hatten. Ich glaube, dass sie sich so perfekte Wohnverhältnisse nicht wirklich gewünscht hat – ein wenig davon aber hätte sie sicher gern gehabt. Das kann ich ihr heute gut nachfühlen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Wir hatten auch ein kleines Klettergerüst, das aber, als wir größer wurden, zunehmend uninteressant wurde. Als wir wieder einmal unsere Verwandten in Potsdam besuchten, hatten sich meine Cousins – die Familie wohnte in einem abgezäunten Institutsgelände, wo sich Waldstücke und Baumgruppen befanden – ein kleines Kletterparadies eingerichtet. In einem Waldstück hinter ihrem Haus hatten sie alte, ausrangierte Stahlseile von Baum zu Baum gespannt. Es war ein bisschen wie in einem der heutigen Klettergärten, wo man sich für einen stattlichen Eintrittspreis von Baum zu Baum hangeln kann, natürlich nicht so groß, nicht so professionell und ohne jegliche Sicherheitsstandards. Aber es war sehr aufregend, und so lange das Kletterwäldchen genutzt wurden, ist nie etwas passiert. Meine Eltern ließen sich überreden, zwei solcher Seile mitzunehmen. Mein Vater hat sie mit der für ihn typischen Sorgfalt zwischen Birnenbaum und Apfelbaum gespannt und angebracht, und von da an hatten wir auch ein Kletterseil (es bestand aus einem Seil zum Laufen und einem darüber befindlichen Seil zum Festhalten). Kinder, die bei uns über das Seil gehen wollten, mussten eine schriftliche Erlaubnis ihrer Eltern mitbringen – mein Vater bestand immer auf solchen Absicherungen, über die wir manchmal lächelten, die aber nicht unberechtigt waren.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Nicht jedes Kind, das in unseren Garten kam, war gern von uns gesehen. Robert, ein Nachbarjunge, der einen unangenehmen Charakter hatte, verschaffte sich, als wir kleiner waren, immer wieder Zutritt. Es dauerte sehr lange, bis ich es wagte, mich ihm zu widersetzen. Eines Tages, als er unsere Geduld wieder einmal überstrapazierte, meinen Bruder ärgerte und partout nicht nach Hause gehen wollte, schubste ich ihn in das Beet mit Freilandkakteen, das meine Mutter ein Jahr zuvor angelegt hatte. Ich kann mich noch genau an sein bestürztes Gesicht erinnern. Er stand auf, lief davon und hat uns von da an nie wieder belästigt. Die Kakteen, die glücklicherweise ziemlich robust sind, haben den Vorfall gut überstanden.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7026625186985716408?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7026625186985716408/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7026625186985716408' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7026625186985716408'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7026625186985716408'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/08/bhlau-2.html' title='Bühlau (2)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1919993852880720728</id><published>2008-08-02T13:46:00.002+02:00</published><updated>2008-08-02T13:50:17.524+02:00</updated><title type='text'>Bühlau (1)</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Ich wollte in einigen Beiträgen über den Garten meiner Mutter schreiben, aber da mir das Thema zu eng gefasst erscheint, widme ich diese Beiträge meinem Elternhaus, den Garten inbegriffen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Das Häuschen in Bühlau, einem Stadtteil von Dresden in unmittelbarer Nähe der Dresdner Heide, war klein und verwinkelt:&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;verbaut, sagten meine Eltern rückblickend. Ein hoher Funktionär der damaligen Wohnungsgenossenschaft hatte es sich aus illegal abgezweigtem Material und von untergebenen Mitarbeitern schwarz – was ebenfalls unzulässig war – ausbauen lassen, bis er wegen seiner Umtriebe verurteilt wurde.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Meinen Eltern fiel dieses verwilderte Grundstück mit dem verbauten Häuschen zu.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Ausschlaggebend für ihre Wahl war nicht nur die ruhige Lage des Grundstücks, sondern vor allem die Größe des Gartens gewesen. Meine Mutter ist Gärtnerin von Beruf und, wie sich damals schon zeigte, eine wahre Künstlerin auf ihrem Gebiet.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Das Haus in seinem ursprünglichen Zustand war ein Paradies für uns Kinder. Seine vielen Nischen, Winkel, Balkone (drei an der Zahl) boten die herrlichsten Verstecke. Auf das relativ flache Dach konnte man gut klettern. Meine Eltern sahen nicht gern, wenn wir dort herumkletterten, tolerierten es aber meist. Mein Bruder liebte das Klettern schon, als er noch in Windeln steckte. Wenn er sich aus seinem Sportwagen, in dem er oft angegurtet saß,&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;zu befreien versuchte, herrschte große Aufregung.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Vielleicht, weil er oft krank war und ohnehin als Sorgenkind galt, vielleicht aber auch, weil Eltern bei Kleinkindern ständig Gefahren wittern. (Meine beiden jüngeren Söhne haben diese Kletterleidenschaft wohl geerbt. Besonders Marcus war sehr geschickt darin, sich aus dem Kinderwagengurt zu winden: ich wusste mir nicht anders zu helfen, als ihn doppelt anzugurten.)&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Unser Häuschen hatte damals etwas Märchenhaftes an sich. Wir entdeckten immer wieder neue Verstecke, und meine Mutter hatte oft ihre Not, uns zu finden, wenn sie uns wegen irgend etwas suchte. Später, als wir die Bäume als Fluchtmöglichkeit entdeckten, wurde es noch schwieriger für sie. Rückblickend tut es mir sehr leid, dass dieses Häuschen umgebaut wurde. Der ursprüngliche Zustand hatte einen unwiederbringlichen Charme, der dem natürlichen Bedürfnis einer Familie nach etwas mehr Wohnfläche weichen musste. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Der wohl schönste Raum des Hauses war die Veranda mit einer Sitzecke und großer Fensterfläche, von wo aus man ins Grüne hinaus sehen konnte.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Sie war nicht beheizbar und wurde – sicher auch wegen der schlechten Wärmeisolierung damals – nur in der warmen Jahreszeit benutzt.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Wenn der Frühstückstisch in der Veranda gedeckt war, wussten wir, dass es Sommer wurde. Alles Schöne hat seine Schattenseite, und die der Veranda war, dass sie Spinnen jeglicher Art und Größe als Unterschlupf diente, so dass die Mahlzeiten dort für mich mit unterschwelligen Ängsten verbunden waren. Einmal, als ich besonders vernünftig sein wollte, brachte ich es fertig, stoisch sitzen zu bleiben, während mir ein Weberknecht über den Schoß krabbelte. Zu dieser Art von Stoizismus war ich aber nur äußerst selten fähig. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Im angrenzenden Kinderzimmer stand mein Bett. Durch das neben meinem Bett befindliche Fenster konnte ich in die Veranda blicken. Im Winter hing dort der große Herrnhuter Weihnachtsstern &lt;a href="http://www.herrnhuter-sterne.de/"&gt;http://www.herrnhuter-sterne.de/&lt;/a&gt; , und sein Leuchten, das die ganze Veranda erfüllte, konnte ich sogar durch die schwere Gardine hindurch sehen. Die Sitzbank in der Veranda ließ sich aufklappen und als Besucherbett verwenden. Gelegentlich wurde sie auch als Krankenlager benutzt, vermutlich, weil es im Haus sehr eng war und die Veranda für Ruhe und Isolierung gleichermaßen sorgte. Ich war selten krank und somit auch selten zum Liegen in diesem Spinnenquartier verdammt, aber einmal hatte ich einen Sonnenstich und wurde dort einquartiert. Ich fühlte mich so schlecht, dass ich an die Spinnen gar nicht mehr denken konnte. Irgendwann kam die Kinderbereitschaftsärztin, die ich hasste, zu mir herein, verordnete mir irgendeine scheußliche Medizin und verbot mir das Fernsehen. Dafür hasste ich sie noch mehr. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Wir waren schon etwas älter, als meine Eltern beschlossen, das Häuschen auszubauen. Wir Kinder wurden in diese Pläne mit einbezogen, und da jedem von uns ein eigenes Zimmer in Aussicht gestellt wurde, waren wir dafür. Die Bauarbeiten dauerten viele Jahre an. Das Haus wurde begradigt und einer effizienten Raumaufteilung zuliebe versachlicht. Die Zimmer haben wir dann mit Freude in Besitz genommen. Mein Zimmer war vielleicht das schönste von allen. Es befand sich unter dem großen Dachgiebel &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;und hatte ein großes, dreiflügliges Fenster mit Blick auf den Garten. Direkt unter diesem Fenster stand mein Schreibtisch, das Herzstück meines Zimmers. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1919993852880720728?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1919993852880720728/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1919993852880720728' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1919993852880720728'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1919993852880720728'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/08/bhlau-1.html' title='Bühlau (1)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3819025152120364808</id><published>2008-07-27T10:22:00.001+02:00</published><updated>2008-07-27T10:26:53.043+02:00</updated><title type='text'>Manfred von Richthofen oder der Stoff, aus dem Geschichten sind</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Mein Interesse an Geschichte ist in erster Linie Interesse an Persönlichkeiten. Und manchmal springt mich so ein geschichtlicher Stoff an, ohne dass ich danach verlangt oder gesucht hätte.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Zum ersten Mal passierte es, als ich zwölf, dreizehn Jahre alt war. Als meine Mitschüler Rockstars und Sternchen an ihre Zimmerwände pinnten, dekorierte ich die meinigen mit Porträts römischer Kaiser. Und zum ersten Mal begann&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;ich, Bücher über ein bestimmtes Sachgebiet zu lesen und zu sammeln. Traurig bei all dem fand ich, dass die Informationen und Eindrücke nie ausreichten, um meine Neugier zu stillen. Und irgendwann beschloss ich, das Buch, das ich gern lesen wollte, selbst zu schreiben.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Die unsägliche Neuverfilmung des Richthofen-Stoffes, welche in diesem Jahr ins Kino kam, &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;a href="http://www.filmstarts.de/kritiken/41326-Der-rote-Baron.html"&gt;http://www.filmstarts.de/kritiken/41326-Der-rote-Baron.html&lt;/a&gt; konnte zumindest mein Interesse für diese Persönlichkeit und ihre Zeit wecken. Gelegen kam mir das nicht, denn gerade habe ich mein römisches Projekt auf unbestimmte Zeit vertagt. Allerdings ging ich davon aus, dass die Beschäftigung mit Richthofens Persönlichkeit mir auch bei der Beschäftigung mit anderen Personen der Geschichte von Nutzen sein würde, was ich jetzt, nach Lektüre der Richthofen-Biografie von Joachim Castan: "Der rote Baron, die ganze Geschichte des Manfred von Richthofen" (Klett-Cotta), bekräftigen kann.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Ganz großer, faszinierender Stoff bietet sich da an. Was für ein Buch, was für einen Film hätte man daraus machen können! Richthofen war kein strahlender, sondern ein gebrochener Held, eine komplizierte, ambivalente Persönlichkeit. Wegen dieser Ambivalenz ist er mir wie ein Protagonist ans Herz gewachsen. Ich muss mich immer wieder fragen, was ein Mensch mit solchen Anlagen Positives hätte bewirken können, hätte er sein Leben einer weniger sinnlosen, weniger zerstörerischen Tätigkeit gewidmet. Seine negativen Charakterzüge, die Falschheit und Hohlheit des Heldenkultes um seine Person aber bedürften einer deutlichen Schilderung und Differenzierung.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Vielleicht könnte ein solches Differenzieren manchen Zeitgenossen, die den Richthofen-Mythos neu beleben wollen, deutlich machen, in welch bedenklicher Tradition sie sich bewegen. Welcher Stoff aber wäre besser geeignet gewesen, die Sinnlosigkeit der Weltkriege vor Augen zu führen?&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Die Chance ist vertan worden. Das Publikum hat seinen Helden zurück, dem es die nur zu verständlichen Brüche nicht zugesteht; Differenzieren ist unerwünscht und zur Erfolgs- und damit Bedeutungslosigkeit verdammt. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Mir bleibt ein neues Interessengebiet, verlockende Lektüre -&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;und eine Idee für die Schreibtischschublade.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3819025152120364808?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3819025152120364808/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3819025152120364808' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3819025152120364808'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3819025152120364808'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/07/manfred-von-richthofen-oder-der-stoff.html' title='Manfred von Richthofen oder der Stoff, aus dem Geschichten sind'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2331567692194819400</id><published>2008-07-19T20:05:00.002+02:00</published><updated>2008-07-19T20:06:56.922+02:00</updated><title type='text'>Elbtal bei Radebeul West</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SIItN57EKnI/AAAAAAAACQg/fqYAsFfLY6U/s1600-h/IMG_1531.JPG"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SIItN57EKnI/AAAAAAAACQg/fqYAsFfLY6U/s400/IMG_1531.JPG" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5224788234613303922" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2331567692194819400?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2331567692194819400/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2331567692194819400' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2331567692194819400'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2331567692194819400'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/07/elbtal-bei-radebeul-west.html' title='Elbtal bei Radebeul West'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SIItN57EKnI/AAAAAAAACQg/fqYAsFfLY6U/s72-c/IMG_1531.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-233309674473410575</id><published>2008-07-06T07:29:00.002+02:00</published><updated>2008-07-06T07:34:42.283+02:00</updated><title type='text'>Erinnerung an Brieske</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;In diesem Ortsteil &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;a href="http://www.senftenberg.de/"&gt;http://www.senftenberg.de/&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;von Senftenberg ist mein Vater aufgewachsen. Später haben wir gelegentlich meine Omi, seine Mutter, dort besucht, zeitweise war ich als kleines Kind auch allein dort. Mein Opi ist gestorben, als ich zwei Jahre alt war, ich kenne ihn nur aus Erzählungen meiner Omi und meiner Eltern. Er war charakterstark und beliebt, und alle betrauerten seinen frühen Tod. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Meine Omi liebte ich sehr, sie war sensibel, eigenwillig, sehr liebevoll, auf ihre eigene Art stark, aber auch sehr phantasievoll. In Brieske ist sie oft mit mir spazieren gegangen und hat mir meist vom Opi erzählt. Aber auch mein Vater ging mit mir dort spazieren – mein Bruder war damals noch sehr klein. Ein Spaziergang mit ihm ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Wie so oft, liefen wir an der Elster &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Elster"&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Elster&lt;/a&gt; entlang, es gab (und gibt) dort schöne, langgezogene Uferböschungen, auf denen Feldblumen blühten. (Der Senftenberger See, heute ein bekanntes Erholungsgebiet, existierte damals nur in kühnen Plänen.) An jenem Tag liefen wir weiter als sonst, bis zu einer Brücke, die wir sonst nur aus einiger Entfernung gesehen hatten. Diese Brücke war, wie sich herausstellte, teilweise beschädigt; einige Bretter und Bohlen waren herausgebrochen. Mein Vater ging dennoch mit mir hinüber. Ich weiß nicht, warum er das tun wollte, vielleicht wollte er mir auf der anderen Uferseite etwas zeigen, vielleicht wollte er selbst diesen Weg gehen – ich habe es nicht herausbekommen, und mittlerweile kann er sich an den Spaziergang nicht mehr erinnern. Ich war damals drei, maximal vier Jahre alt und fand die ganze Sache sehr aufregend. Ich weiß noch genau, wie mein Vater mich mit seiner ruhigen, sachlichen Art auf jeden Schritt über so eine kaputte Stelle vorbereitete. Er analysierte, schätzte ab, plante und erklärte. Natürlich hat er mich beim Hinübergehen festgehalten, es konnte wohl nicht viel passieren. Diese Art, die Dinge anzugehen, hat er immer beibehalten, und später habe ich mich manchmal über sein planvolles Vorgehen amüsiert. Trotzdem blieb Sachlichkeit auch für mich eine sichere Basis für alles Mögliche. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Die Elster, die ich von damals als großen, reißenden Strom in Erinnerung hatte, ist ein recht idyllisches Flüsschen, und die Brücke, die mir endlos erschien, ist &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;von eher bescheidener Größe. Dennoch war die Überquerung für mich das erste richtige Abenteuer, und ich habe heute den Verdacht, dass mich mein Vater, der kaum etwas tut, ohne es zuvor durchdacht zu haben, ein wenig trainieren wollte, denn ich war schon immer sehr ängstlich.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Vor ein paar Jahren war ich mit meiner Familie dort im Urlaub, und natürlich sind wir auch zur Elster gelaufen und auf das Wehr gegangen, das ich mit meinem Vater überquert hatte. Mit den eigenen Kindern an diesen Ort zurückzukommen, war besonders schön und eindrucksvoll für mich, obwohl sie nicht so klein waren wie ich damals und die Brücke längst repariert war. &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-233309674473410575?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/233309674473410575/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=233309674473410575' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/233309674473410575'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/233309674473410575'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/07/erinnerung-brieske.html' title='Erinnerung an Brieske'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-8669392660246435295</id><published>2008-06-02T21:21:00.004+02:00</published><updated>2008-06-02T21:29:04.742+02:00</updated><title type='text'>Langbeiniges: Wenn Albträume wahr werden</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Schon als Kind habe ich mich vor ihnen gefürchtet: den langbeinigen Spinnen, Weberknechte genannt. Im Grundstück meiner Eltern saßen sie unter Schuppendächern und an Wänden in Kolonien, und war einer von ihnen in Bewegung geraten, geriet die ganze Gruppe in Schwingungen. Ich fand den Anblick dieser langbeinigen, wippenden Tiere widerlich, und oft genug brachte mich der Anblick eines Weberknechtes zum Schreien. Da sie auch gern an der Außenwand zum Badezimmer saßen, passierte es häufig, dass ich morgens, wenn das Fenster über Nacht offen geblieben war, einen Weberknecht in der Badewanne vorfand. Ich machte immer kurzen Prozess und spülte ihn in den Ausguss. Alle Argumente meiner Eltern, wie harmlos diese Tiere doch seien, halfen nichts, für mich waren sie ein Inbegriff alltäglichen Schreckens. Andere, dickbeinige Spinnen mochte ich zwar auch nicht, fand sie jedoch weniger eklig. Mit einer Ausnahme: Eines Abends, als ich schon im Bett lag, aber noch nicht eingeschlafen war, sah ich einen Schatten, der sich über die gegenüberliegende Wand bewegte.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Ich war starr vor Schreck, und als ich das Licht einschaltete, erkannte ich eine dickbeinige, behaarte Spinne von der Größe einer Erwachsenenhand, die an der Wand entlang krabbelte. Mein Vater beseitigte die Spinne vorschriftsmäßig, indem er sie mit einem Glas und einem darüber geschobenen Blatt Papier einfing und nach draußen brachte. Weberknechte hat er zu meinem Entsetzen immer an einem Bein angefasst und weggebracht, aber diese Spinne mochte selbst er nicht anfassen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Vielleicht mögen Weberknechte das Stadtklima nicht so, in meinem Grundstück sind sie jedenfalls selten zu finden, und die ganz großen Exemplare, welche wir in Bühlau reichlich hatten, finden sich noch seltener. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;Trotzdem kommen sie noch manchmal in meinen Träumen vor, und da erreichen sie dann auch stattliche Größen, die alles, was ich bisher an Spinnen gesehen habe, übertreffen. Im Traum tue ich das, was ich gelegentlich auch tagsüber mit Spinnen tue – ich erschlage sie. Ich habe ein schlechtes Gewissen deswegen, und beruhigt bin ich doch. Monsterspinnen haben in meiner Wohnung, und sei es im Traum, nichts verloren.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Dass Träume auch immer ein wenig Wahrheit enthalten, manchmal sogar wahr werden können, fand ich heute beim Blick in die Zeitung bestätigt. Ich hoffe inständig, dass die Riesenweberknechte einen Riesenbogen um Dresden-Mickten machen.&lt;/p&gt;&lt;a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1842884"&gt;http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1842884&lt;/a&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-8669392660246435295?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/8669392660246435295/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=8669392660246435295' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8669392660246435295'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/8669392660246435295'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/06/langbeiniges-wenn-albtrume-wahr-werden.html' title='Langbeiniges: Wenn Albträume wahr werden'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4680914367297480234</id><published>2008-05-12T10:57:00.002+02:00</published><updated>2008-05-12T10:58:58.260+02:00</updated><title type='text'>Großteich (Moritzburg), Pfingstsonntag, 8.00 Uhr morgens</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SCgGsOmS_2I/AAAAAAAABx4/tRpB1AmzLKo/s1600-h/IMG_1270.JPG"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SCgGsOmS_2I/AAAAAAAABx4/tRpB1AmzLKo/s400/IMG_1270.JPG" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5199413126701973346" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4680914367297480234?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4680914367297480234/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4680914367297480234' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4680914367297480234'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4680914367297480234'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/05/groteich-moritzburg-pfingstsonntag-800.html' title='Großteich (Moritzburg), Pfingstsonntag, 8.00 Uhr morgens'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/SCgGsOmS_2I/AAAAAAAABx4/tRpB1AmzLKo/s72-c/IMG_1270.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-3445818002612435303</id><published>2008-05-06T21:32:00.001+02:00</published><updated>2008-05-06T21:35:00.601+02:00</updated><title type='text'>Bombenalarm und Erinnerung</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Gestern wurde bei Bauarbeiten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Dresdner Innenstadt gefunden. Das Verlagsgebäude, in dem ich arbeite, musste trotz unmittelbarer Nähe zum Fundort nicht geräumt werden. Sogar unser Fitnessstudio, das dem Fundort noch ein Stückchen näher war, stand uns zur Verfügung, und die Kurse fanden wie gewohnt statt.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Nach dem Yogakurs wollte ich wie gewohnt das Firmengelände Richtung Marienbrücke verlassen, wurde aber nach wenigen Metern von einem Polizisten angehalten, der mich anwies, schnellstens nach links abzubiegen und die Straße zu verlassen. Die Brücke, teilte er mir mit, bliebe gesperrt, bis die Bombe entschärft sei. An der Augustusbrücke ging es mir ähnlich – auch diese war gesperrt worden. Deshalb machte ich einen kleinen Abstecher zur Carolabrücke, um endlich die Elbe zu überqueren, was für mich als Radfahrerin weniger umständlicher war als für die Autofahrer, die sich in den wenigen befahrbaren Straßen der Innenstadt stauten.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Es ist immer etwas beunruhigend, wenn so ein Munitionsstück, welches Jahrzehnte lang in der Erde gelegen hat, plötzlich ausgegraben wird und ganze Stadtbezirke in Alarmbereitschaft versetzt. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Nachdem ich als Kind einmal eine Reportage über die Arbeit eines Sprengmeisters im Fernsehen gesehen hatte, war „Bombe entschärfen“ für eine ganze Weile mein Lieblingsspiel. Ein unter die Teppichkante geschobener Wecker musste als Zünder herhalten; später ersetzte ich ihn durch ein in Bewegung gesetztes und unter einen Aluminiumtopf geschobenes Schwungradauto, weil das viel mehr Krach machte und irgendwie gefährlicher klang. Ein Hüpfball war die Bombe: Im Armeemuseum war mir aufgefallen, dass der unsrige einer Seemine verblüffend ähnlich sah. Während des Spiels wurden Teile des Kinderzimmers abgesperrt, Spielsachen in Sicherheit gebracht und der Kipper zum Abtransport bereitgestellt. Als das erledigt war, konnte ich den Zünder entfernen und „ausschalten“.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Ich bewunderte die Arbeit des Sprengmeisters, der, während ganze Häuser, Straßen, Stadtteile geräumt wurden, nur von einem Mitarbeiter begleitet mit diesem Konstrukt menschlichen Zerstörungswillens allein blieb und auf seine genauen Kenntnisse, seine Nervenstärke, seine ruhigen Hände sowie seine Präzisionsarbeit vertrauen musste, um dieses Ding unter Einsatz seines Lebens unschädlich zu machen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Ein Sprengmeister, so unscheinbar er meist aussah, war für mich ein wahrer Held – kein Drachentöter und kein Indianerhäuptling konnte da mithalten. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Mein kindlicher Wunsch, eines Tages Sprengmeister zu werden, ist nur mit Naivität zu erklären. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Aber etwas von dieser Verehrung und diesem Vertrauen ist mir wohl geblieben. Denn wird – glücklicherweise selten – so ein Fund gemeldet, hält mich das Wissen darum, dass da längst ein Experte am Werk ist und sein Bestes tut, davon ab, in Angst oder Panik zu verfallen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Die Entschärfung der Bombe gestern Abend war, wie heute gemeldet wurde, ziemlich kompliziert gewesen. Die Erwähnung und Abbildung in der Zeitung hat sich der Held des Tages wirklich verdient.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1819547"&gt;http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1819547&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-3445818002612435303?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/3445818002612435303/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=3445818002612435303' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3445818002612435303'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/3445818002612435303'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/05/bombenalarm-und-erinnerung.html' title='Bombenalarm und Erinnerung'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-809555992878167537</id><published>2008-05-06T21:27:00.001+02:00</published><updated>2008-05-06T22:02:45.273+02:00</updated><title type='text'>Verblödungsfernsehen</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Neulich abends rief mich meine Tochter von meiner Lektüre weg und vor den Fernseher: Chakuza, mein Lieblingsrapper, trat bei der Bravo-Supershow auf, unterstützt von Bushido, Nyze, Kay One und DJ Stickle. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Wir wippten auf Sessel und Sofa zu „Unter der Sonne“ &lt;a href="http://de.youtube.com/watch?v=1JfAt81Jgvw"&gt;http://de.youtube.com/watch?v=1JfAt81Jgvw&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;und blieben nach dem Abgang der Rapper etwas enttäuscht zurück. Die „No Angels“, die danach auftraten, waren wirklich kein Grund, beim Programm zu verweilen. Zu meinem Buch wollte ich nicht zurück, ins Bett aber auch noch nicht. Meine Tochter zappte durchs Programm, und wir landeten bei Kanal Telemedial.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Das, was sich uns dort bot, hielt ich auf ersten Blick für eine Parodie und Thomas Hornauer&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Hornauer"&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Hornauer&lt;/a&gt;&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;für Oliver Kalkofe in Maske und Kostüm, eine Vermutung, die sich aber ziemlich schnell als falsch erwies. Als ich versuchte, einen Sinn oder eine Linie in dieser Sendung zu erkennen, verwandelte sich meine Verwirrung in Ratlosigkeit.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Aus der Studioeinrichtung, der eingeblendeten Eigenwerbung des Senders und dem pseudo-tiefsinnigen Gestammel Hornauers reimte ich mir schließlich zusammen, dass wir bei einem Esoterik-Kanal gelandet sein mussten.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;Anlässlich einer Gärtnerei-Eröffnung trommelte Hornauer von einem Balkon. Das Trommeln, das muss ich ihm fairerweise zugestehen, kann er ganz gut. Das war es dann aber auch schon: Er ist nicht in der Lage, seinen Anrufern auch nur einigermaßen angemessene Antworten zu geben. Sein selbstgefälliges Guru-Gehabe ließ mich an den Heyooh-Guru-Song von Udo Lindenberg denken: „Er hat uns klar gemacht, hell ist der Tag, und dunkel die Nacht…“ Hornauer aber macht überhaupt nichts klar, er tut, was er will, ohne nur im mindesten auf die Leute einzugehen, die ihn – gegen Telefongebühren – konsultieren.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Sein nächstes Gespräch führte er über eine zunächst nicht funktionierende Fernleitung mit einer Dame, die leicht desorientiert auf einem Sofa saß. Es gab, wie sich schnell herausstellte, nicht nur mit der Verbindung Probleme – die Frau hatte offensichtlich Schwierigkeiten, vollständige Sätze zu sprechen. Schließlich las sie eine ganz dämliche Lobhudelei auf Hornauer von einem Blatt Papier ab, aber auch das Ablesen fiel ihr nicht leicht. Allerdings war sie nicht die einzige, die bekifft wirkte: Hornauer selbst schien auch irgendwas genommen zu haben.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Der nächste Anrufer sprach von seinem Problem, einer Art Angststörung. Hornauer tat nichts anderes, als die Sätze des Anrufers zu zerpflücken, hin und her zu drehen und neu zusammen zu setzen.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Als er sich dann doch genötigt sah, selbst etwas einzubringen, dachte er – wie es schien - mit außerordentlich debilem Gesichtsausdruck angestrengt nach und sagte dann, ganz wichtig in dieser Jahreszeit sei Lebensfreude. Freude zu leben, führte er weiter aus, sei, dass wir uns freuen. Meine Tochter und ich lagen inzwischen flach vor Lachen, und unsere Lachkrämpfe wurden nur durch Pausen gemildert, in denen wir einfach nur fassungslos über dieses unbeschreiblich hohle Gesülze waren. Wenn er gerade mal nicht an den Leuten vorbeiredet, starrt er blöd vor sich hin, um hin und wieder zu nicken und Floskeln wie „Das ist wichtig“ von sich zu geben.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Mein Sohn kam ins Zimmer und stellte, nachdem er eine Weile entgeistert zugesehen hatte, die Frage, worum es denn überhaupt ginge. Wir waren uns darüber einig, dass Hornauer einfach zu mies sei, um von Oliver Kalkofe parodiert zu werden: „Was soll man da noch heruntermachen“, sagte mein Sohn sehr treffend.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Hornauer pries eine Reise nach Thailand an, die man buchen könne, um mit ihm zu meditieren. Ich möchte ihn mir wirklich nicht meditierend vorstellen, weil ich nicht weiß, ob ich mich dann totlachen oder nur übergeben muss. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;Aber es ärgert mich, dass alternative und fernöstliche Methoden durch Leute wie Hornauer in Verruf geraten. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Vor lauter Entsetzen,&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;dass so etwas gesendet werden kann und darf, recherchierte ich noch ein bisschen im Internet und stellte fest, dass man Thomas Hornauer keinesfalls unterschätzen darf: Er ist offensichtlich sehr geschäftstüchtig und nicht ungefährlich. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Mein Mitleid mit den Leuten, die für diese sogenannte Beratung auch noch Geld bezahlen, hält sich allerdings in Grenzen. Und erst recht ist mir schleierhaft, wie man als nur halbwegs vernunftbegabtes Wesen für einen angeblichen Energietransfer via Bildschirm zu zahlen bereit sein kann. Unverständlich ist mir aber auch, wie die Presse mit Hornauer umgeht. Die Artikel über ihn, die ich gelesen habe, vermitteln das Bild eines leicht verschrobenen, aber irgendwie charismatischen Außenseiters, dessen Geschäftssinn insgeheim bewundert wird. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Aber da ist nichts mit Charisma: Der Kerl ist einfach nur zum Kotzen und meiner Meinung nach ein Fall für die Psychiatrie. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;Der unter dem Youtube-Video gepostete Vorschlag, ihn für den Comedypreis zu nominieren, hat allerdings auch was.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Eine Kostprobe von „Telemedial“ mit Thomas Hornauer:&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;a href="http://de.youtube.com/watch?v=-udER-Z5VQU"&gt;http://de.youtube.com/watch?v=-udER-Z5VQU&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;o:p&gt; &lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-809555992878167537?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/809555992878167537/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=809555992878167537' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/809555992878167537'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/809555992878167537'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/05/verbldungsfernsehen.html' title='Verblödungsfernsehen'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7145562899772189463</id><published>2008-05-03T16:34:00.000+02:00</published><updated>2008-05-03T16:35:41.026+02:00</updated><title type='text'>Begriffliches</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Seit einigen Monaten arbeiten meine Kollegin und ich mit einem Programm, welches auch von Mitarbeitern unserer Druckerei benutzt wird. Die Arbeitsteilung verläuft meist so, dass wir unsere Beilagenaufträge mit den ab Reservierung oder Auftragserteilung bekannten Angaben dort hineinbringen, und unsere Ansprechpartner in der Druckerei ergänzen technische Angaben, wenn die Beilagen&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;geliefert worden sind.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Eine Kollegin in der Druckerei ist sehr penibel und ein bisschen umständlich, und da sie dienstliche Absprachen immer wortreich und mit etlichen Abschweifungen führt, wissen wir von ihr, dass der Fachbegriff für dieses Einbringen von Daten „Einpflegen“ ist.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Sie verwendet dieses Wort als Einzige und dehnt und betont es immer so schön, als rede sie von einer Wellnessbehandlung, und folglich habe ich dann das Bild vor Augen, wie sie mit öligen Händen und von Aromaduft umgeben Beilagen einpflegt.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Meine Kollegin hat irgendwann statt dessen das Wort „reindingsen“ verwendet, welches zwar sprachlich unkorrekt, aber angenehm und lässig zu gebrauchen ist, und deshalb habe ich es aufgegriffen und verwende es fast täglich, obwohl es natürlich lustig klingt, zu sagen: „Ich dingse das mal rein, wenn du es nicht schon reingedingst hast“, oder so ähnlich.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Kurzfristige Aufträge müssen natürlich sofort reingedingst werden, das Gleiche gilt für Großaufträge und für Kunden, die keine Ausweichtermine nehmen. Ich warte nur auf den Tag, an dem ich Kunden am Telefon ein umgehendes Reindingsen zusage!&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;In der Vergangenheit hatte ich schon einmal eine Kollegin, die ihre besonderen Begriffe pflegte (nicht einpflegte). Ihre Aufgabe war, Anzeigentexte zur Kontrolle gegenzulesen – diese Arbeit war nur im real existierenden Sozialismus denkbar. Meine Kolleginnen und ich hatten die Aufgabe, die Anzeigen, nachdem sie gelesen worden waren, auf der Zeitungsseite zu platzieren. Dafür fertigten wir einen „Spiegel“ &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Seitenspiegel"&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Seitenspiegel&lt;/a&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;von der künftigen Seite an: eine Art Zeichnung, die jeder Anzeige ihren künftigen Platz zuwies. Die anderen (für Inhalte) Verantwortlichen Mitarbeiter – VM’s genannt, sagten für gewöhnlich, dass sie fertig seien und wir die Anzeigen mitnehmen könnten, nur Vera, die ihre Arbeit sehr genau und sich selbst sehr wichtig nahm, meinte nur knapp, sie hätte noch nicht imprimiert. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Imprimatur"&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Imprimatur&lt;/a&gt; &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Ich verstand anfangs immer „informiert“ statt imprimiert, wunderte mich, was für eine komische Redensart das sei, denn was sie zum Ausdruck bringen wollte, war mir ja klar. Also tat ich ihre Ausdrucksweise als Marotte ab und lag damit auch ziemlich richtig. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Beide Begriffe, das „Einpflegen“ sowie das „Imprimieren“, wirken auf mich unecht und ziemlich gespreizt. Das Wort „gespreizt“ war wiederum ein Lieblingsausdruck einer anderen Kollegin, Paula, die mir immer mit ihrer etwas poltrigen Art immer sympathisch war. Sie verwendete es in Bezug auf unseren damaligen Chef, und es war, auf ihn gemünzt, tatsächlich sehr zutreffend.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7145562899772189463?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7145562899772189463/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7145562899772189463' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7145562899772189463'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7145562899772189463'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/05/begriffliches.html' title='Begriffliches'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2057856162235457709</id><published>2008-04-19T16:30:00.001+02:00</published><updated>2008-04-19T17:39:10.263+02:00</updated><title type='text'>Utopie und Fischsuppe</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Ich weiß nicht, woher ich plötzlich die Idee hatte, Fischsuppe zu kochen. Es muss unzählige Jahre her sein, dass ich mich an einer solchen Suppe versucht habe, nicht mit besonderem Erfolg, denn sonst hätte ich längst mal wieder eine gemacht.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Es war jedenfalls der rettende Einfall vor einem zumindest in kochtechnischer Hinsicht ideenlosen Wochenende.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Und kaum hatte ich mich mit der Idee vertraut gemacht und mir ein Rezept aus dem Internet herausgesucht, fiel mir ein Kapitel aus einem Roman ein, das dem Kochen einer Fischsuppe gewidmet ist.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Vielleicht liegt meinem Einfall aber auch ein anderes Ereignis zu Grunde. Ich denke an die Familienfeier am vergangenen Wochenende zurück, eine Feier, zu der die ganze Verwandtschaft, auch Leute, zu denen wir so gut wie keinen Kontakt haben, geladen war.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Wir saßen also zum Mittagessen beisammen, ein Cousin an meiner Seite. Mein Mann saß diesem Cousin gegenüber, und obwohl ich insgeheim gehofft hatte, dass politische Debatten unterbleiben würden, bahnte sich alsbald eine an. Mein Cousin ist Sohn eines Konzernchefs und hat nicht nur bürgerliche, sondern eher großbürgerliche, geradezu aristokratisch anmutende Ansichten.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Er sprach von grenzenloser Freiheit, die in Amerika gewährleistet sei, von der Notwendigkeit, diese Freiheit nicht nur zu verteidigen, sondern aller Welt zu verordnen, ob sie nun willig ist oder nicht, womit mein Mann und ich nicht ganz einverstanden waren. Nachdem mein Cousin erst meine, dann die etwas schärfer formulierte Meinung meines Mannes gehört hatte, ging er zum Frontalangriff über und fragte ihn, was denn nun genau sein Ideal einer Gesellschaft, eines Wirtschaftssystems sei. Ich wurde misstrauisch. Wusste mein Cousin, dass ehemalige DDR-Bürger meist empfindlich werden, wenn es um Ideale geht? Meinte er, uns auf ein Terrain locken zu können, auf dem er sich überlegen fühlte? Möglicherweise war mein Misstrauen unbegründet, und er war einfach nur interessiert. Mein Mann fühlte sich aber offenbar gleichfalls in die Enge getrieben, denn er zögerte.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;An seiner Stelle antwortete ich und sagte meinem Cousin, dass Ideale Quatsch seien.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Fast im gleichen Moment kamen die Kinder an den Tisch und zogen die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, so dass uns die Debatte um Ideale erspart blieb. Insgeheim war ich zufrieden mit meiner Antwort. So ähnlich hätte es Seven of Nine wohl gesagt: „Ideale sind irrelevant“, hätte sich noch besser und cooler angehört, aber schließlich bin ich nicht Seven, und meine Familie ist nicht die Crew der Voyager.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Aber zurück zum besagten Roman und der Fischsuppe. Das Buch trägt den Titel „Herr Lucius und sein schwarzer Schwan“, die Autorin ist Waldtraut Lewin, und es ist in den siebziger Jahren in der DDR im Verlag Neues Leben erschienen. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;Die Romanhandlung spielt im alten Rom zur Zeit des Spartakusaufstandes, aber es ist, wie Waldtraut Lewin betont hat, kein historischer Roman. Der Sklave Auletes, zunächst&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Vorleser, Intellektueller und Geliebter seines Herrn, wird zu einem Anführer der Sklavenbewegung.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Das Kapitel „Wunschhaftes Intermezzo“, dem noch weitere Kapitel folgen, nimmt die Zerschlagung des Aufstandes bereits vorweg. Waldtraut Lewin erzählt die Geschichte von einer Fischsuppe, die gemeinsam von den befreiten und entflohenen Sklaven gekocht worden wäre, falls diese es geschafft hätten, nach Sizilien überzusetzen. Beim Kochen der Suppe wäre es zu einem Streit über die Zubereitung gekommen, und dieser Streit hätte Auletes Gelegenheit gegeben, zu erzählen, wie er gelernt hatte, Fischsuppe zu kochen. Diese weitere Was-wäre-wenn- Geschichte in einer ebensolchen Geschichte berichtet nun, wie Auletes von einem seiner Herren verdonnert wird, eine Fischsuppe zu kochen, und wie er dies mit Hilfe einer Hure aus der Nachbarschaft tut.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Dieses Kapitel ist fabelhaft erzählt, sehr komisch und sehr traurig zugleich.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Nachdem ich die Fischsuppe für meine Familie gekocht hatte, habe ich mich in den Sessel gesetzt und darin gelesen. Ob es nun daran lag, dass ich mich Auletes und seinen Gefährten plötzlich näher fühlte als Seven of Nine, oder an der Tragikomik der Geschichte oder der Erzählkunst von Waldtraut Lewin, die es binnen weniger Sätze schafft, den Leser in eine Vision oder Utopie innerhalb einer fiktionalen Geschichte zu bannen – ich las es voller Genuss, obwohl ich dabei zu heulen anfing. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Die Frage, ob Ideale sinnvoll seien, möchte ich nach dem Lesen dieses Kapitels dennoch nicht beantworten, zumindest aber weiß ich, dass meine Antwort darauf heute weniger rigoros ausfallen würde als vor einigen Tagen. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Die Fischsuppe, die ich gekocht habe, war jedenfalls gelungen.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2057856162235457709?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2057856162235457709/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2057856162235457709' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2057856162235457709'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2057856162235457709'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/04/utopie-und-fischsuppe.html' title='Utopie und Fischsuppe'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4126538882903187602</id><published>2008-03-14T20:40:00.000+01:00</published><updated>2008-03-14T20:41:36.763+01:00</updated><title type='text'>Sphärenklänge 2008 (3)</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Ich glaube, es war Bachs Matthäuspassion, die mir die religiöse Bedeutung des Osterfestes am stärksten vermittelte. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Auch, nachdem ich die Bibel gelesen habe, liebe ich dieses Fest, aber die Liebe hat sich verändert; sie hat an Leichtigkeit verloren, ist beschwert von düsteren Gedanken und ganz realen Belastungen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Das Osterfest und die Ferien sind für mich und sicher auch viele andere ein Ziel vor den Augen. Wenn ich aber zuvor Trost brauche, weiß ich, wo ich ihn finden kann.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Das Konzert, das Samuel Kummer am vergangenen Mittwoch in der Frauenkirche gab, schien mir vor allem ein Hörgenuss für ein überwiegend aus Touristen reiferen Alters bestehendes Publikum zu sein. Er stellte Choralbearbeitungen von Johann Sebastian Bach denen von Francois Couperin gegenüber. Beide waren Zeitgenossen und das Konzert demzufolge ein Klassikerabend.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Samuel Kummers Spiel war wie immer brillant, und dennoch vermisste ich etwas, schätze ich ihn doch als mitreißenden Organisten, der Freude daran hat, sein Publikum zu ergreifen und zu verzaubern.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Wenn er mich während des Konzertes nicht vollends packen konnte, so gelang ihm dies mit seiner Zugabe. Sie war ein Geschenk an das Publikum, eine Liebeserklärung an die Musik und an diese Kirche mit ihrem wunderbaren Instrument.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Beschwert von negativen Gedanken und Gefühlen war ich gekommen und ging mit Musik im Herzen nach Hause. Ich bin sicher, sie wird mich noch eine Weile begleiten.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4126538882903187602?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4126538882903187602/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4126538882903187602' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4126538882903187602'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4126538882903187602'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/03/sphrenklnge-2008-3.html' title='Sphärenklänge 2008 (3)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2158957761833598116</id><published>2008-03-08T21:18:00.000+01:00</published><updated>2008-03-08T21:19:48.677+01:00</updated><title type='text'>Kaninchen und Menschen</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Im Gartencenter kann man – neben Zierfischen, Mäusen und Hamstern – auch Zwergkaninchen kaufen. Sie befinden sich in einem großen Terrarium, einer Art Minilandschaft hinter Glas. Es sind noch sehr junge Tiere, vielleicht acht bis zehn Wochen alt; größere, selbst Geschwister, können nicht immer zusammen gehalten werden, vor allem gleichgeschlechtliche Tiere neigen dann zu Rangordnungskämpfen, bei denen ganz schön die Fell-Fetzen fliegen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Ich schaue mir die Kaninchen immer wieder gern an, und jedes Mal möchte ich mindestens eins von ihnen mit nach Hause nehmen. Heute nun, da das Osterfest näher rückt, war das Terrarium wieder mit zahlreichen Langohren verschiedener Farben und Rassen besetzt. Und wieder einmal blieb ich, wie viele Leute, entzückt davor stehen.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Obwohl sie alle sehr, sehr süß waren, gefiel mir eines besonders: ein kleiner, lebhafter Zwerglöwe mit dunkelgrauem, fast schwarzem Fell und einer sehr zarten, angedeuteten Mähne, was ich besonders mag. Er – ich schätze einfach mal, es war ein „er“, obwohl ich das nicht überprüfen konnte - machte immer wieder Männchen und sah sehr neugierig in die Gegend. Wie so oft, siegte die Vernunft in mir, ich wandte mich vom Terrarium ab und den notwendigen Besorgungen zu. Aber es dauerte nicht lange, und ich sah mich noch einmal um. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Inzwischen war ein junges Paar an das Terrarium herangetreten. Dass sich die beiden entschlossen hatten, ein Kaninchen zu kaufen, war in ihren Gesichtern zu lesen. Und auch die anderen Leute, die daneben standen, hatten auf einmal so glückliche, verträumte Gesichter wie die beiden. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;Eine Angestellte des Gartencenters hatte das gewünschte Tier schon herausgenommen. Vielleicht war sie noch neu in dieser Verkaufsstelle oder zumindest in dieser Abteilung, sie nahm das Kaninchen behutsam an ihre Brust, ehe sie mit einer Hand einen Transportkarton griff, um es dann vorsichtig hineinzusetzen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;In diesem Moment wusste ich: hätten wir nicht schon drei Zwergkaninchen, dann hätte ich heute eines oder eher zwei von ihnen mitgenommen. Und ich erinnerte mich wieder an den Tag, an dem wir unsere zwei Häsinnen gekauft haben.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Natürlich war es keine spontane Entscheidung gewesen. Wir hatten uns informiert, Bücher gelesen, der Stall war gebaut und eingerichtet, Futter und sonstiges Zubehör standen bereit.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;In den Sommerferien war es dann so weit: wir gingen in die Zoohandlung, um uns Kaninchen anzusehen. Zwei Mädchen sollten es sein, aber alle Kaninchen, die wir uns zeigen ließen, entpuppten sich als Jungs. Endlich dann ein Mädchen, schwarz-weiß gefleckt.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Einem hellbraunen Kaninchen sah ich sofort an, dass es dort im Terrarium litt. Es wirkte nervös und hatte ein überanstrengtes Gesichtchen. Es sah farblich hübsch aus und gefiel den Kindern, aber ich wollte es nicht. Unser verstorbener Kater war zwar sehr lieb, aber immer auch krankheitsanfällig gewesen, und dieses Kaninchen, das spürte ich, hatte etwas von einem potentiellen „Sorgenkind“.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Aber wie sich herausstellte, war dieses Tierchen das einzige Mädchen, das noch im Angebot war, und weil die Kinder mich überredeten, nahmen wir es doch. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Meine Befürchtungen erwiesen sich als richtig. Susi ist ein sehr ruhiges, sanftes Tier, das in der Natur wohl nicht lange überlebt hätte. Als die beiden Häsinnen in die Pubertät kamen, gab es schwere Kämpfe. Putzi griff an, Susi litt. Wir mussten die beiden, so leid es uns tat, in Einzelkäfige setzen. Susi war hin und wieder kränklich. Im vergangenen Sommer hatte sie einen leichten Schlaganfall und hat seitdem ein schiefes Gesicht. Davon abgesehen, ist sie aber noch immer ganz munter und hat kürzlich wieder ein Nest gebaut. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Max, den wir etwas später als die beiden zu uns genommen haben, leistet tagsüber Putzi und nachts Susi Gesellschaft. Erstaunlich ist, dass er sowohl auf die lebhafte als auch auf die ruhige Häsin eingehen kann. &lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;Nachwuchs wird es aber nicht geben. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Oft, wenn ich Kaninchen sehe, die zum Verkauf angeboten werden, mache ich mir komische Gedanken, zum Beispiel, was mit den Tieren wird, die vor Ostern nicht mehr verkauft werden – bleiben die dann während der Feiertage dort im Terrarium? Und was geschieht, wenn ein Kaninchen nicht verkauft werden kann?&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;In solchen Momenten bin ich froh, dass Susi bei uns ist. Das Gleiche gilt natürlich auch für Putzi und Max. Und den Kaninchen im Gartencenter wünsche ich, dass sie allesamt in gute Hände kommen.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2158957761833598116?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2158957761833598116/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2158957761833598116' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2158957761833598116'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2158957761833598116'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/03/kaninchen-und-menschen.html' title='Kaninchen und Menschen'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-529606512990622316</id><published>2008-02-29T20:15:00.002+01:00</published><updated>2008-02-29T20:19:34.280+01:00</updated><title type='text'>Sphärenklänge 2008 (2)</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Man sollte die Augen schließen, wenn Hansjürgen Scholze spielt.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Ich bin oft nicht konzentriert genug, schaue mich – wie am Mittwoch Abend – gern in der Kirche um, während die Musik erklingt. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Ein Konzert in einer Kirche ist immer etwas Besonderes: weniger Event, mehr Besinnung, das gilt für die Hofkirche noch mehr als für Frauenkirche und Kreuzkirche, sind doch ein kurzes geistliches Wort und ein Gebet Bestandteil des Konzertes. Mir ist das lieb so; ich fühle mich an solchen Abenden persönlich angesprochen und aufgenommen. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Es war das erste Orgelkonzert in diesem Jahr in der Hofkirche, für mich das erste Konzert in dieser Kirche seit vielen Wochen, und deshalb war es umso schöner, den Domorganisten persönlich die Silbermannorgel spielen zu hören.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Hansjürgen Scholze hatte verschiedene harmonische und melodiöse Stücke ausgewählt, teilweise mit strahlendem, fulminanten Finale, aber es war nicht so sehr die Musik, mit der ein Organist die Zuhörer beeindrucken möchte.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Ich – das betone ich – lasse mich gern beeindrucken, mein Begleiter aber wird misstrauisch, wenn er spürt, dass der Organist das Publikum mitreißen möchte. Für ihn war der gestrige Abend besonders schön und gelungen.&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;Hansjürgen Scholze wird dieses Jahr in den Ruhestand gehen. Es schien mir, als wollte er mit diesen weniger spektakulären Musikstücken seine Zuhörer zur Besinnung bringen und zum genauen Lauschen ermutigen. Es gab einige Momente, in denen ich mich und alles um mich herum vergaß und gleichsam in einer Welt von Tönen aufging.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;Man sollte, nein, man darf die Augen schließen.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-529606512990622316?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/529606512990622316/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=529606512990622316' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/529606512990622316'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/529606512990622316'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/02/sphrenklnge-2008-2.html' title='Sphärenklänge 2008 (2)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2054210110987239104</id><published>2008-02-07T16:38:00.000+01:00</published><updated>2008-02-07T16:41:15.070+01:00</updated><title type='text'>Sphärenklänge 2008 (1)</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Es verkaufe sich schlecht, dieses Konzert, wurde mir letzte Woche gesagt, als ich mir eine Karte kaufen wollte und meinen&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Wunschplatz im Mittelschiff der Frauenkirche problemlos bekam. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Erwartungsgemäß war die Frauenkirche besser besucht als die beiden anderen Kirchen, in denen ebenfalls Konzerte stattfinden, aber gemessen an den Konzerten in der Weihnachtszeit musste die Besucherzahl ernüchternd wirken.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Holger Gehring, der Organist der Kreuzkirche, eröffnete die diesjährige Konzertreihe mit einem&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;musikalischen Querschnitt durch die Gattungen des Werkes von Johann Sebastian Bach.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Der zweite Teil des Konzerts war Musik der französischen Romantik gewidmet.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Der Höhepunkt des Abends waren Ausschnitte aus der Symphonie op. 42 Nr. V von Charles-Marie Widor mit der berühmten Tokkata.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Ich bin mir ziemlich sicher, diese schon einmal in einem Konzert gehört zu haben, und mir fällt nur eine passende Bezeichnung dafür ein: Magie.&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Ich glaube, den meisten Leuten in der Kirche ging es wie mir: alle verharrten still und sahen gebannt zur Orgelempore hinauf. Holger Gehring gab noch eine Zugabe, die mit herzlichem Applaus aufgenommen wurde. Ich war leider nicht dazu gekommen, etwas über sein wunderschönes, sensationell gutes Silvester-Orgelkonzert zu schreiben, deshalb bin ich froh, ihm&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;im neuen Jahr einen Beitrag widmen zu können. Er gehört zu den Organisten, deren Konzerte ich, wenn irgend möglich, nicht verpassen möchte.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoNormal"&gt;Es ist etwa ein Jahr her, dass ich mir vorgenommen habe, so oft wie möglich diese Konzerte zu besuchen, und sie haben mein Leben schon so bereichert, dass ich mich im Überfluss beschenkt fühle und gar nicht weiß, wie und wem ich eigentlich dafür danken kann. Ich möchte eine CD von dieser Orgelsinfonie haben, obwohl ich ein schlechtes Gewissen dabei habe, mir etwas so Einzigartiges in den Alltag zu holen und einzuverleiben wie etwa ein Fertiggericht, aber ich kann einfach nicht widerstehen. Und es gibt einfach Tage, an denen es gut ist, die richtige Musik im Haus zu haben. Nichts kann so vollkommen aufbauen und trösten wie sie.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2054210110987239104?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2054210110987239104/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2054210110987239104' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2054210110987239104'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2054210110987239104'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/02/sphrenklnge-2008-1.html' title='Sphärenklänge 2008 (1)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5915932450463881065</id><published>2008-02-07T16:34:00.000+01:00</published><updated>2008-02-07T16:37:40.649+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R6sltPA0MGI/AAAAAAAABDA/6kCx9PCoei4/s1600-h/IMG_0738.JPG"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R6sltPA0MGI/AAAAAAAABDA/6kCx9PCoei4/s400/IMG_0738.JPG" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5164262856764698722" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5915932450463881065?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5915932450463881065/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5915932450463881065' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5915932450463881065'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5915932450463881065'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/02/blog-post_07.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R6sltPA0MGI/AAAAAAAABDA/6kCx9PCoei4/s72-c/IMG_0738.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-7899876913290637400</id><published>2008-02-03T20:01:00.000+01:00</published><updated>2008-02-03T20:05:22.686+01:00</updated><title type='text'>Vorfreude, nicht ganz ungetrübt</title><content type='html'>Was für ein frühlingshafter Tag, und das Anfang Februar! Ich habe heute so schnell wie möglich das Haus verlassen, um Natur und freien Himmel zu finden, und gelangte, wie konnte es anders sein, auf den Elberadweg.&lt;br /&gt;Dort waren jede Menge Radfahrer unterwegs, aber auch Spaziergänger; fast hätte man meinen können, Osterspaziergänger, aber welches Osterfest konnte bisher mit so blauem Himmel und so strahlendem Sonnenschein aufwarten! Viele Kinder machten ihre ersten Fahrversuche auf Fahrrädern, die wahrscheinlich der Weihnachtsmann gebracht hat, alle etwas waghalsig und ungelenk, immer kommentiert von warnenden Rufen der Eltern. Manche hatten Faschingsschminke in den Gesichtern, und auch das war hübsch, denn Fasching ist bei schlechtem Wetter oder klirrender Kälte nicht unbedingt ein Vergnügen.&lt;br /&gt;Ich hatte die Kamera mitgenommen, denn wenn ich sie nicht dabei habe, ärgere ich mich zwangsläufig, weil ich dann doch den Wunsch habe, das eine oder andere Foto zu machen, hielt mich aber zurück, da ich weniger nach Motiven Ausschau halten, sondern vielmehr die Natur beobachten und genießen wollte: das helle und doch sehr milde Licht, das ruhig dahinströmende Wasser, in dem sich Uferböschung, Bäume und Himmelblau spiegelten, die Vögel, die in den noch kahlen Sträuchern sangen und zwitscherten, die Enten, die sich in kleinen Buchten und an anderen geschützten Stellen versammelten und lebhaft nach Futter suchten und die Möwen, die hoch über dem Wasser kreisten, um dann übermütig, fast taumelnd, herabzustürzen.&lt;br /&gt;Auch an meinem Lieblingsplatz bei Brockwitz war es mild, fast warm, ich hätte ewig dort sitzen können. Der Wind, dem ich so gern lausche, war kaum zu hören, nur zu sehen, wie er das Weidegras, dessen Halme in der Sonne blinkten, leicht bewegte. Und als ich versuchte, den Himmel über diesem Tal in all seiner Schönheit und Weite zu erfassen, kamen mir ganz plötzlich die Tränen. Glücklicherweise fuhren nur ein paar Radrennfahrer vorbei, die nicht nach rechts und nicht nach links zu sehen pflegen, denn es musste doch befremdlich wirken, wenn jemand an einem solchen Tag mitten in idyllischer Landschaft zu heulen anfängt, und dass es zum großen Teil Freudentränen waren, hätte auf Anhieb wohl niemand vermutet. Es lag wohl daran, dass in meiner Umgebung das Thema Vergänglichkeit seit einiger Zeit schon sehr präsent ist, und heute spürte ich mehr als zuvor, wie dicht Glück und Leid, Leben und Tod beieinander sind. Da ich zunehmend melancholisch wurde, brach ich bald wieder auf. Während des Heimwegs traf ich nicht mehr ganz so viele Leute an, da es inzwischen Mittag geworden war. Kurz vor Kaditz wurde der Gegenwind stärker, aber von dort aus hatte ich es nicht mehr weit nach Hause.&lt;br /&gt;Daheim angekommen, ging ich in den Garten und begann, Blätter aufzulesen und vertrocknete Stauden abzuschneiden. Sonst bin ich ja eher faul und erledige diese Sachen erst, wenn schon die Tulpen durch das Laub vom Vorjahr stoßen, aber heute war mir nach frischer Luft und Erdung zumute, und ich habe die Arbeit gern getan. Nebenher habe ich über manches nachgedacht, und auch das war wichtig. Insgesamt war das ein ganz gelungener Sonntag.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7899876913290637400?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7899876913290637400/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7899876913290637400' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7899876913290637400'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7899876913290637400'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/02/vorfreude-nicht-ganz-ungetrbt.html' title='Vorfreude, nicht ganz ungetrübt'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-2180879559103199672</id><published>2008-02-03T19:58:00.000+01:00</published><updated>2008-02-03T19:59:41.771+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R6YPE_A0MFI/AAAAAAAABC4/xN8H5SZAwnY/s1600-h/Bild+359.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R6YPE_A0MFI/AAAAAAAABC4/xN8H5SZAwnY/s400/Bild+359.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5162830601135599698" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-2180879559103199672?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/2180879559103199672/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=2180879559103199672' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2180879559103199672'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/2180879559103199672'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2008/02/blog-post_03.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R6YPE_A0MFI/AAAAAAAABC4/xN8H5SZAwnY/s72-c/Bild+359.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1866139250941524918</id><published>2008-02-02T17:25:00.001+01:00</published><updated>2008-02-02T17:27:08.899+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R6SZz_A0MEI/AAAAAAAABCw/OLUQuCy7tJM/s1600-h/Bild+352.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://2.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R6SZz_A0MEI/AAAAAAAABCw/OLUQuCy7tJM/s400/Bild+352.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5162420191240663106" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1866139250941524918?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1866139250941524918/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1866139250941524918' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1866139250941524918'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1866139250941524918'/><link rel='alternate' type='text/html' 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onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R3Z7vyKUmqI/AAAAAAAABCg/bj1zyxI0eYs/s1600-h/Bild+343.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R3Z7vyKUmqI/AAAAAAAABCg/bj1zyxI0eYs/s400/Bild+343.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5149439284793875106" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-6777853897388362448?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/6777853897388362448/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=6777853897388362448' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' 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width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-1429492663593781946</id><published>2007-12-29T17:50:00.000+01:00</published><updated>2007-12-29T17:53:27.476+01:00</updated><title type='text'>Jahresendbetrachtung (vom Elberadweg aus)</title><content type='html'>Ich bin kein großer Weihnachtsfan mehr, obwohl ich dieses Fest auch zelebriere und niemals ausfallen lassen würde, es ist aber für mich vor allem mit viel Arbeit verbunden, während mir die Zeit für Dinge fehlt, an denen mir gerade zu Weihnachten viel liegt. Und weil meine Kollegin so ein absoluter Weihnachtsfan ist, hüte ich vor und nach Weihnachten das Büro und nehme dann kurz vor Silvester frei. Da kurz vor Weihnachten auch im Büro viel zu tun ist, fehlt mir oft die Muße für ein stimmungsvolles Fest, aber dafür kann ich den Jahreswechsel etwas besinnlicher verleben, zumal dann auch der ganze Trubel und die Verwandtenbesuche abflauen.&lt;br /&gt;Gestern war für mich arbeitsfrei, und nachdem ich die Einkäufe erledigt hatte, fuhr ich noch ein Stück mit dem Fahrrad auf dem Elberadweg. Es war bereits Nachmittag, und mir blieben noch 1 ½ Stunden bis zur Dunkelheit. Das genügte für eine Fahrt nach Niederwartha – kurz vor der neuen, noch im Bau befindlichen Brücke kehrte ich um – und wieder zurück. Es war grau und trüb, aber mein Bedürfnis nach frischer Luft und Weite war so groß, dass ich diese Zeit nutzen musste. Richtig zufrieden stellte mich diese Tour nicht, zumal hinter Niederwartha einer der schönsten Abschnitte der Elbauen beginnt.&lt;br /&gt;Heute machte ich mich noch einmal auf den Weg. Es war klar, sonnig, frostig und windig. Der Wind wäre ein Grund gewesen, etwas anderes zu unternehmen, aber Sonne und blauer Himmel waren unwiderstehlich, und deshalb zog ich mich sehr warm an und fuhr los. Als ich auf dem Elberadweg angekommen war, hatte der Wind nachgelassen. Die Fernsicht war überwältigend, nur aus den Tälern stieg ganz feiner Nebel auf. Es war zu kalt, um irgendwo länger anzuhalten, aber einen kurzen Stopp an meinen Lieblingsplätzen genehmigte ich mir trotzdem. Als ich an meinem bevorzugten Rastplatz mitten im Elbtal bei Neusörnewitz ankam, war es Mittag und ein wenig milder als am Morgen. Ich konnte die Mütze abnehmen und dem Wind lauschen – es ist ein sehr stiller, friedlicher Ort. Dann sah ich zwei Graureiher über den Feldern kreisen, und einer von ihnen kam herunter und blieb auf dem Acker stehen. Auch gestern hatte ich einen Reiher beobachtet, der nach einem Rundflug über das Tal fast regungslos auf dem Acker verharrte. Graureiher gehören zu meinen Lieblingsvögeln, sie sind sehr majestätisch und fragil, aber scheu. Auch etliche Raubvögel – Bussarde und Falken – konnte ich während der Fahrt beobachten, man sieht sie häufig auf dieser Strecke. Da ich so gut vorwärts gekommen war, die Sicht so phantastisch und der Himmel so blau waren, entschied ich mich, weiter bis Meißen zu fahren. Auch dieser Abschnitt des Elbtals ist sehr idyllisch. Gegen 12.30 Uhr kam ich an und fotografierte Altstadt und Dom, machte mich aber gleich wieder auf den Rückweg.&lt;br /&gt;Nun musste ich wegen des Gegenwindes etwas langsamer fahren, was mir aber nichts ausmachte, da ich noch genügend Zeit hatte und mich im Freien sehr wohl fühlte. Mir ging dann Verschiedenes durch den Kopf – auch deswegen brauche ich meine Radtouren. Am Vorabend hatte ich „The Hours“ gesehen, einen Film, der zum längeren und intensiven Nachdenken anregt. Es war eine sehr kompromisslose Sicht auf die Dinge, zu der die Protagonisten gelangten, und die kompromissloseste Entscheidung war der Freitod als eine Möglichkeit. Ohne dieses Thema bagatellisieren zu wollen – ich bin mir seiner Schwere und Ernsthaftigkeit sehr bewusst –, musste ich  - ich fuhr an der Elbe entlang – mich davon distanzieren. Es war vielleicht das erste Mal, dass ich so klar feststellte: Der Freitod ist keine Möglichkeit für mich, denn ich hänge ja viel zu sehr am Leben. Weil ich das Leben liebe, bin ich nicht mutig, weil ich das Leben liebe, gehe ich Kompromisse ein, und weil ich das Leben liebe, gebe ich auf mich selber acht. Ich brauchte vielleicht nicht zwangsläufig diese Landschaft, diese Weite und dieses Licht, um versöhnlich auf das Jahr zurückzublicken, aber dieser meiner Lieblingswege machte es deutlicher und leichter. Ich sage Danke für dieses Jahr, für Tage wie diesen, für alles.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-1429492663593781946?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/1429492663593781946/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=1429492663593781946' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1429492663593781946'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/1429492663593781946'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2007/12/jahresendbetrachtung-vom-elberadweg-aus.html' title='Jahresendbetrachtung (vom Elberadweg aus)'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-6873887627269020826</id><published>2007-12-29T17:48:00.002+01:00</published><updated>2007-12-29T17:49:43.430+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R3Z6niKUmpI/AAAAAAAABCY/W_Uet6qpk_A/s1600-h/Bild+337.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://3.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R3Z6niKUmpI/AAAAAAAABCY/W_Uet6qpk_A/s400/Bild+337.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5149438043548326546" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-6873887627269020826?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/6873887627269020826/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=6873887627269020826' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6873887627269020826'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/6873887627269020826'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2007/12/blog-post_9791.html' 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href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2007/12/blog-post_664.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R3Z6bCKUmoI/AAAAAAAABCQ/37_7OabRUDg/s72-c/Bild+335.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-5396209999348204790</id><published>2007-12-29T17:46:00.001+01:00</published><updated>2007-12-29T17:47:58.196+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R3Z6LyKUmnI/AAAAAAAABCI/TJbxidaHhlk/s1600-h/Bild+344.jpg"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R3Z6LyKUmnI/AAAAAAAABCI/TJbxidaHhlk/s400/Bild+344.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5149437566806956658" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-5396209999348204790?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/5396209999348204790/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=5396209999348204790' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/5396209999348204790'/><link rel='self' 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Laienspiel</title><content type='html'>Beim Yoga wurden wir einmal ermutigt, ausgehend von der Bergstellung &lt;a href="http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&amp;amp;DEST=http%3A%2F%2Fwww.yoga-kurs.com%2FYoga-News-7.html" style="text-decoration: underline;" target="_blank"&gt;http://www.yoga-kurs.com/Yoga-News-7.html&lt;/a&gt; zu probieren, wie weit wir uns nach vorn, rückwärts und seitwärts neigen können, ohne die Position der gleichmäßig auf dem Boden aufliegenden Füße zu verändern. Wir konnten uns tatsächlich ziemlich weit von unserer Mitte entfernen, ohne – und das finde ich, rückblickend, entscheidend – unseren Stand-Punkt zu verlassen.&lt;br /&gt;Der Verlust der Mitte wird ja in der Öffentlichkeit immer wieder heraufbeschworen und beklagt, und denen, die mit Rezepten werben, wie denn die Mitte wieder gefunden oder erhalten werden könne, winkt beinahe ein Heiligenschein. Unsere Bundeskanzlerin wirkte, als sie verkündete, ihre Partei und keine andere verkörpere die gesellschaftliche Mitte, ein wenig wie eine Predigerin oder eher noch wie ein Liturg, der seine Arme ausbreitet, wenn er den Segen spricht.&lt;br /&gt;Ich bin momentan gut in Balance und kaum neben mir. Das Bloggen klappt auch – nicht wirklich regelmäßig, nicht wirklich gut – aber es klappt. Anders mein Großprojekt. Um es wieder aufzunehmen und fortzuführen, müsste ich zunächst einmal wissen, wo ich damit hin will.&lt;br /&gt;Heute habe ich ein wenig aufgeräumt und alte Notizen gefunden, Überlegungen, die in erster Linie meiner Orientierung in dieser Sache dienen sollten. Und was las ich: Fragen über Fragen. Und dann Antworten, ziemlich bestimmte sogar. Heute dagegen weiß ich nicht wohin, ich weiß nicht wie, und ich weiß auch nicht warum.&lt;br /&gt;Vielleicht sollte ich es nach postmoderner Manier handhaben und genau dies zum Thema machen. Ein monumentaler Stoff, eine Menge faszinierender Typen, die mit ihrer Orientierungslosigkeit unglaublich beschäftigt sind, und jemand, der mit schauspielerischem Ansinnen die Mitte heraufbeschwört. Ich selbst würde mich immer mal lautstark einmischen und feststellen, dass ich nicht weiß, warum ich diese Geschichte überhaupt erzähle. Das wäre doch so kurios, dass ich es ernsthaft in Erwägung ziehen könnte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-7169389336342094150?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/7169389336342094150/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=7169389336342094150' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7169389336342094150'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/7169389336342094150'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2007/12/verlust-der-mitte-und-laienspiel.html' title='Verlust der Mitte und Laienspiel'/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-37797834.post-4003105154508266474</id><published>2007-12-05T13:10:00.001+01:00</published><updated>2007-12-05T13:11:19.793+01:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R1aVXo5x88I/AAAAAAAAA_Q/-uZsJZZVZqU/s1600-h/IMG_0830.JPG"&gt;&lt;img style="cursor: pointer;" src="http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R1aVXo5x88I/AAAAAAAAA_Q/-uZsJZZVZqU/s400/IMG_0830.JPG" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5140460258039296962" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/37797834-4003105154508266474?l=zwischendenstuehlen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/feeds/4003105154508266474/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=37797834&amp;postID=4003105154508266474' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4003105154508266474'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/37797834/posts/default/4003105154508266474'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://zwischendenstuehlen.blogspot.com/2007/12/blog-post.html' title=''/><author><name>Annette</name><uri>http://www.blogger.com/profile/12062231337211748636</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='23' src='http://3.bp.blogspot.com/-SSXFfsDHjhY/TeEyluNxncI/AAAAAAAAD1g/VPfxCrL-weU/s220/ArcSoft_Bild32.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_755GYsPv7Js/R1aVXo5x88I/AAAAAAAAA_Q/-uZsJZZVZqU/s72-c/IMG_0830.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
